06.12.2007, 22:22  von Arno Maierbrugger

Deutsche easycash stürzt sich auf österreichischen Markt

Mit dem grossen deutschen Anbieter für bargeldlose Zahlungssysteme, easycash, erhält Österreichs ehemaliges "Oligopol" in dieser Branche ernsthafte Konkurrenz.

Der deutsche Zahlungsverkehrs- Dienstleister easycash wird im kommenden Jahr in den österreichischen Markt vorstossen. Dies kündigt Marcus Mosen, Chef beim deutschen Kartenterminal-Riesen, gegenüber dem Wirtschafts- Blatt an. Österreich sei ein "sehr wichtiger Markt", sowohl in Bezug auf das Inlands - geschäft als auch für die Expansion von easycash nach Osteuropa. Mosen: "Wer in den Osten will, muss vorher in Österreich sein."

Das Unternehmen, das dem Equity-Investor Warburg-Pincus gehört, verfolge eine "paneuropäische Wachstumsstrategie". Nach der Marktöffnung in Österreich sei dies die erste Möglichkeit, am hiesigen Markt Fuss zu fassen. Vorhergegangen war ein langer Kartellstreit mit dem früheren Quasi-Zahlungsverkehrsmonopolisten in Österreich, Europay (jetzt "paylife").

Handelspartner fix

Laut Mosen will easycash in Österreich "sein gesamtes Leistungsportfolio" anbieten. Dazu gehören der Netz- und Terminalbetrieb vor allem im Handel. Der Markteintritt soll zunächst über die Partner Rewe, Tchibo, Metro und Aldi erfolgen. Man wolle aber auch kleinere Firmen ansprechen, so Mosen. Zur Abwicklung des Zahlungsverkehrs gebe es bereits Gespräche mit RZB, Erste und Bank Austria.

Mosen zeigte sich erleichert, dass die "oligopolistischen Strukturen in Österreich" (neben Europay gab es nur Visa) nun aufgebrochen seien. Mit easycash wolle er "mittelfristig einen zweistelligen Marktanteil" bei Zahlungsverkehrssystemen erreichen. Dem ersten Schritt, den Netzbetrieb mit Terminals, solle die Ausgabe von Kreditund Debitkarten folgen. Bankomaten betreiben wolle easycash aber nicht.

Eine Zielgruppe seien auch deutsche Touristen in Österreich, für deren EC-Karten easy cash Zahlungsmöglichkeiten an den touristischen Hot Spots anbieten wolle.

In Deutschland sei easycash mit 40 Prozent Marktanteil bei electronic cash-Zahlungen und 47 Milliarden € abgewickeltem Umsatzvolumen vor Konkurrent Telecash (First Data) an führender Position.

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