24.03.2009, 10:17  von Robert Prazak

Renault Koleos: Für uns Hin-und-wieder-Abenteurer

Bild: Renault

Renaults erster SUV ist für Stadt und Matsch gleichermaßen geeignet

Ob sich Renault den richtigen Zeitpunkt für seinen ersten Ausflug ins Gelände ausgesucht hat? Das werden wir erst in ein, zwei Jahren wissen. Jedenfalls ist der Koleos der erste SUV der Franzosen, angestachelt vom generellen Erfolg dieser Modellklasse und von den Erfahrungen des Allianzpartners Nissan - was man dem Koleos auch ansieht, dessen Verwandtschaft zu den Nissan-SUV nicht geleugnet wird.

Also wieder einmal ein Geländewagen für die Stadt, der wohl die meiste Zeit höchstens Randsteinkanten und Bierdosen überfahren muss. Im innerstädtischen Jagdrevier zeigt sich, dass Komfort der Insassen auch in diesem Grenzgängerauto mehr zählt als Robustheit. Der innere Unterschied zu einem „echten" Straßenfahrzeug ist kaum auszumachen, die Sitze beispielsweise sind bequem, die Ausstattung umfangreich. Man kommt sich vor wie in einer Limousine, halt ein wenig „höher gestellt".

Auch auf den Rücksitzen ist ausreichend Platz, der Kofferraum aber bleibt ein Schwachpunkt dieser Fahrzeug-Kategorie: Für den Familienurlaub, möglicherweise gar mit Hund, ist das doch recht wenig Platz.

Und dann die Ausfahrt ins Gelände, genauer gesagt zu einer Skihütte. Der Vermieter warnt die Flachländer: „Da kommen sie nur mit Schneeketten rauf!" Der Koleos beweist aber, dass er mehr kann als auf zivilisierten Straßen zu gondeln: Die zugeschneite, einigermaßen steile Bergstraße meistert er ebenso klaglos wie die vermatschte Schotterstraße und den Wiesen-Abhang. Also doch ein echter Geländewagen, zumindest für Flachländer.

Dass sogar der Bergstraßen-erfahrene Vermieter dem unbekannten Objekt („das soll ein Renault sein?") Respekt zollt, spricht Bände. Die Möglichkeit, zwischen Zweiradantrieb und optionalen bzw. fixen Allradantrieb zu schalten, erleichtert das Handling - und hilft bei Autobahnfahrten Treibstoff sparen. Sehr praktisch auch die Berganfahr-Kontrolle und der Bergabfahr-Assistent, beides funktionierte im Test einwandfrei.

Die Farbe des Testmodells ist Geschmackssache, die Qualität des Bose-Soundsystems nicht: Das passt! Störend hingegen die Chromumrandung des Bordcomputers, die sich ständig in der Scheibe spiegelt. Der Motor ist in Ordnung, im unteren Drehzahlbereich aber etwas ruppig. Positiv fallen auf: die horizontal zweigeteilte Heckklappe, die gute Geräuschdämmung und das einwandfreie Navigationssystem.

Fazit: Eine Gelände-Limousine mit durchaus ansprechenden Klettereigenschaften, deren Design nicht jedem gefallen wird. Ein gute Wahl für Hin-und-Wieder-Abenteurer, die vor der teureren Konkurrenz zurückschrecken - das Preis-Leistungs-Verhältnis ist dank umfangreicher Grundausstattung beachtenswert.

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Wertung:

4 Hermesköpfe
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ab 27.490,- € Preis der Testversion: 39.885,- € (u.a. mit Bose Soundsystem, Glaspanoramadach, Navi, Bluetooth, Metallise-Lackierung, etc.)

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