16.10.2012, 00:03  von Alexandra Rotter

Stratos-Sprung bringt Red Bull unbezahlbaren Langzeiteffekt

Allein die Stratos-Berichterstattung im ORF am Sonntag hatte einen Bruttowerbewert von 4,3 Millionen€ -weltweit betrachtet dürfte der Wert in die Milliarden gehen.

Wien. Felix Baumgartners Sprung aus fast 40 Kilometern Höhe war nicht nur ein sportlicher Rekord, sondern sorgte auch in den Medien für bisher nie Dagewesenes: Auf Youtube haben das Ereignis acht Millionen Menschen live verfolgt -mehr gab es bei einem Live-Ereignis bisher noch nie. Auch auf Twitter und Facebook dominierte das Thema. Per TV-Schirm verfolgten allein in Österreich drei Millionen Zuseher den Sprung kurz nach 20 Uhr (2,3 Millionen im ORF, 830.000 auf Servus TV). Zahlen, bei denen Marketingexperten das Wasser im Mund zusammenläuft.

"Von der Kosten-Nutzen-Rechnung ist das Projekt Stratos eines der besten Dinge, die es jemals im Bereich Sponsoring gegeben hat", sagt Edwin Weindorfer, Vizepräsident des Fachverbands für Sponsoring und Sonderwerbeformen (Faspo). Der Kostenaufwand für das Projekt liegt bei kolportierten 50 Millionen €, der Werbewert wurde schon vergangene Woche mit etwa acht Milliarden €eingeschätzt. Weindorfer glaubt, dass der Werbewert zumindest in die Hunderten Millionen €geht.

Handfeste Zahlen zum Werbewert gibt es noch nicht-die genauen Zahlen erheben Marktforscher Ende November bzw. Anfang Dezember. Das Marktforschungsinstitut Focus gibt aber einen ersten Vorgeschmack: Hätte Red Bull die sechseinhalbstündige Berichterstattung auf ORF 1 als Werbeplatz gebucht, hätte der Konzern einen Listenpreis von 4,3 Millionen €hinblättern müssen. Ein Vergleich macht die Dimensionen noch deutlicher: Im gesamten Vorjahr hatten die Sponsoring-Aktivitäten von Red Bull in Österreich einen Werbewert von 14 Millionen €.

Risiko Imageverlust

Zu den 4,3 Millionen müssen Berichterstattung auf anderen Sendern und Onlinekanälen und die mediale Begleitung in den Printmedien gerechnet werden -alleine die "Kronen Zeitung" widmete dem Thema gestern sechs Seiten.

Vielleicht noch wichtiger ist der Langzeiteffekt für Red Bull. "Jetzt beginnt erst die Nachberichterstattung, die in Wahrheit über Jahre gehen wird", sagt Marcel Grell, Businessmanager für den Bereich Sponsoring bei Focus. Das ist auch der große Vorteil von Sponsoring gegenüber Werbung, wie Grell betont. Allerdings hätte es auch bei einem Unfall einen erheblichen Imageverlust geben können.

Edwin Weindorfer glaubt, dass sich all das positiv auf die Marke Österreich auswirken wird, die jetzt stärker mit Red Bull in Verbindung gebracht wird. Dass sich auch Prominente wie Arnold Schwarzenegger und Gerard Piqué zu Wort gemeldet haben, steigert den Werbeeffekt zusätzlich.

(WirtschaftsBlatt, Print-Ausgabe, 2012-10-16)

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