15.06.2011, 11:45  von Andrea Möchel

Die Energiewende ist in den nächsten 40 Jahren machbar

Bild: colourbox

Österreich kann 85 Prozent der benötigten Energie bis 2050 aus erneuerbaren Energiequellen speisen. Dazu braucht es aber ein geeignetes Ökostromgesetz und Investitionen.

Die Machbarkeitsstudie "[R ]evolution Österreich 2050" -ein Gemeinschaftsprojekt des Energieversorgers EVN, der Gewerkschaft vida, des Instituts für Höhere Studien IHS und der Umweltorganisation Greenpeace -beleuchtet die heimische Öko-Energiezukunft. Zentrales Ergebnis der Studie: Bis 2050 könnten mehr als 85 Prozent des energetischen Endverbrauchs mittels erneuerbaren Energieträgern gedeckt werden. Die für das Jahr 2010 prognostizierte CO 2-Jahresbilanz von 73,3 Millionen Tonnen kann laut der Studie in den nächsten vier Jahrzehnten um mehr als 90 Prozent auf 6,4 Millionen Tonnen reduziert werden.

Dringend und machbar

"Ein besonders hoher Anteil an CO 2-Emissionen lässt sich durch den Ausbau erneuerbarer Energieträger für die Stromerzeugung einsparen", sagt Bernhard Felderer, Direktor des IHS. "Ein großes Energiesparpotenzial zeigt die Studie vor allem im Wohnbau und Verkehrssektor auf." Um das ambitionierte Ziel zu erreichen, muss man das Rad nicht neu erfinden: Die Studienautoren kommen zu dem Schluss, dass eine vollständig auf erneuerbare Energie beruhende Stromerzeugung bis zum Jahr 2050 mit der bereits heute verfügbaren Technik erreichbar sei. "Die Energiewende ist innerhalb einer Generation möglich. Österreich muss so schnell wie möglich raus aus dem schmutzigen und riskanten Geschäft mit atomarer und fossiler Energie", plädiert Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit für ein Umdenken. "Das Potenzial für den Ausbau erneuerbarer Energieträger ist in Österreich mehr als ausreichend vorhanden." Für den Verkehrssektor zeigt die Studie ein großes Wachstumspotenzial im öffentlichen Verkehr und eine weitgehende Elektrifizierung des Individualverkehrs auf. "Der öffentliche Verkehr kann die ihm zugedachte Rolle als Klimaschutzretter aber nur erfüllen, wenn er zuvor nicht aus Budgeträson kaputtgespart wird", warnt Rudolf Kaske, Vorsitzender der Gewerkschaft vida.

Ökogesetz neu

Eine weitere Voraussetzung sind geeignete gesetzliche Rahmenbedingungen. Als wesentliche Maßnahmen werden "langfristige Zielvereinbarungen" und die Weiterentwicklung des bestehenden Ökostromgesetzes gefordert: "Zentrale Elemente müssen die bevorzugte Abnahme von Strom aus erneuerbaren Energieträgern und die Gewährleistung einer hohen Planungssicherheit durch garantierte Einspeisetarife über einen längeren Zeitraum sein", ist Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft, überzeugt. Moidl sieht vor allem in der heimischen Windkraftbranche jede Menge Potenzial. "Die Windenergie kann bei geeigneten Rahmenbedingungen bereits 2020 zehn Prozent des heimischen Stromverbrauchs abdecken."

Peter Layr, Vorstandssprecher der EVN, setzt ebenfalls voll auf die Ökoenergie-Revolution: "Wir wollen in den nächsten Jahren bis zu 800 Millionen €in Wind-und Wasserkraft sowie Biomasseanlagen investieren."

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