10.07.2004, 00:00  von Leo Himmelbauer

Waagner-Biro verkauft seine Werft an das Management

Die Geschäftsführer der im Schiffsbau und Maschinenbau tätigen ÖSWAG übernehmen das einst schwer defizitäre, sanierte Unternehmen ineinem Management-Buy-out von Waagner Biro.

Linz. Der Stahl- und Maschinenbaukonzern Waagner-Biro hat sich, wie gestern bekannt wurde, von seiner traditionsreichen Linzer Schiffswerft getrennt. Die ÖSWAG, die auch im Maschinen- und Anlagenbau tätig ist, wurde in einem Management-Buy-out von den bisherigen Geschäftsführern Karl Hochreiter und Reinhard Suppan übernommen. Über die Abwicklungsbedingungen wurde Stillschweigen vereinbart.

"Seit Mitte der 90er-Jahre erwirtschaftet die ÖSWAG nachhaltige Erträge. Sie verfügt über eine gesunde Eigenkapitalausstattung, passt aber nicht zu unserem Konzept eines Engineering-Konzerns", sagt Waagner-Biro-Vorstand Helmut Wurzinger.

Die neuen Chefs wollen das 290 Mitarbeiter und 30 Millionen Euro Umsatz grosse Unternehmen in bewährter Weise weiterführen. Es hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Die 1840 gegründete Werft florierte bis zum Zerfall der Sowjetunion. Als die Ostgeschäfte ausblieben, musste der Personalstand auf ein Drittel reduziert werden. Die Auricon des Industriellen Herbert Liaunig, seit 1991 Eigentümer der schwer defizitären ÖSWAG-Österreichische Schiffswerften AG, schaffte nach tief greifenden Umstrukturierungen und Schliessung des Standortes Korneuburg den Turnaround.

Liaunig ist einer der Kernaktionäre der im Vorjahr 247 Millionen Euro Umsatz grossen Waagner-Biro-Gruppe. Noch heuer soll entschieden werden, wie die Eigenkapitalquote des Konzerns erhöht werden kann. Ein Börsegang ist möglich. (lh)

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