05.10.2002, 00:00  von Christoph Polster

Ja zum Bahnkorridor - Nein zum Eurocity Mozart

Wien. Unter dem Motto Magistrale für Europa trafen gestern Verkehrsplaner, Städte- und Bahnvertreter in Wien zusammen, um für eine Hochleistungsverbindung von Paris über München und Wien nach Budapest zu lobbyieren. Im Frühjahr wolle man in Paris eine Offensive für das Projekt starten und die Franzosen zur aktiven Mitarbeit gewinnen.

Mit dabei auch der stellvertretende ÖBB-General Helmut Hainitz. Er musste gestern aber nicht nur dazu Stellung nehmen, sondern auch zu einer anderen Frage. Nämlich, warum bei allem Bekenntnis zur transeuropäischen Bahnverbindung gleichzeitig die einzige direkte Zugsverbindung zwischen Wien und Paris - bekannt unter Eurocity Mozart - eingestellt wird.

Die staatlichen Eisenbahnen Österreichs, Deutschlands und Frankreichs hätten sich darauf geeinigt, diese Verbindung zu kappen, bestätigt man bei der ÖBB. Das sei aber nicht auf Betreiben Österreichs passiert.

Zu verantworten hätte das die Deutsche Bahn, wo Fahrpläne umgestellt werden, heisst es aus der ÖBB. Zwar müssten die Fahrgäste ab 15. 12. in München umsteigen, würden durch höhere Geschwindigkeiten aber insgesamt 17 Minuten Fahrzeit sparen. Freilich platzte diese Nachricht wie eine kleine Bombe in die Veranstaltung "Magistrale für Europa". Immerhin hat sich das Bündnis - 25 Mitglieder aus Städten, Regionen und Wirtschaftskammern - erfolgreich darum bemüht, dass die EU die 1500 Kilometer lange Ost-West-Verbindung als prioritäres Projekt in die transeuropäischen Netze aufnimmt. (pol)

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