16.01.2013, 12:40  von von Evelin Past 

Richard Lugner, die Opernballbremse

Mit Spannung warten nicht nur die österreichischen sondern auch die internationalen Medien auf den mysteriösen Opernball-Stargast von Baumeister Richard Lugner. Klar war ich auch neugierig. Aber jetzt, wo das Geheimnis gelüftet ist, bin ich nur gelangweilt.

Totale Unbekannte

Wer bitte ist Mira Sorvino? Also ehrlich ich habe noch nie etwas von dieser amerikanischen Schauspielerin gehört. Ok, sie gewann irgendwann mal einen Oscar (und zwar für den Woody-Allen-Streifen "Geliebte Aphrodite" 1996, für die beste weibliche Nebenrolle), aber sonst, was weiß man schon von der. Oder haben Sie etwa gewusst, dass Sorvino zu den 50 schönsten Menschen der Welt gezählt wird und in Harvard ihr Studium der Sinologie mit "magna cum laude" abschlossen hat?

Natürlich ist die vierfache Mutter niveauvoller als die operierte Dschungelkönigin Brigitte Nielsen, aber das Ex-Model hat wenigstens polarisiert und so doch irgendwie zur Familie Lugner gepasst. Zu viel des Guten war freilich im Jahr 2011, die Italienerin Ruby Rubacuori, die in eine Sexaffäre rund um den italienischen Premierminister Silvio Berlusconi verwickelt war.

Wenn der Glanz vergeht

Vor drei Jahren hatte Richard Lugner den deutschen Pop-Titan Dieter Bohlen in der Loge zu Gast, er kam als Ersatz für US-Schauspielerin und Sängerin Lindsay Lohan, die kurzfristig absagte. Auch nicht gerade ein Hit. Die Bilanz für Lugner schaut bis jetzt nicht gerade gut aus. Schillernde Stars, wenngleich aus der Klatschpresse, so wie heuer der Designer Harald Glööckler oder vor einigen Jahren Desperate Housewives-Star Teri Hatcher, kommen inzwischen freiwillig zum Ball der Bälle.

Lugner und das Wall Street Journal

Vorbei die Zeiten als noch Sophia Loren, Harry Belafonte, Paris Hilton oder Pamela Anderson Seite an Seite mit Mörtel in die Staatsoper stolzierten. Mit einer angeblichen Einladung von Monica Lewinsky, die wie wir alle wissen eine Sex-Affäre mit US-Präsident Bill Clinton hatte, schaffte er es sogar auf die Titelseite des renommierten "Wall Street Journal". In der Kurzmeldung hieß es damals: "Ein deklarierter Präsidentschaftskandidat in Österreich", der sich selbst als "Party-King" beschreibe, wolle Monica Lewinsky zum Opernball einladen." Das Gerücht stimmte zwar nicht, aber immerhin schaffte er es in die US-Schlagzeilen.

Sonntagsöffnung statt B-Prominenz

Ja, damals ging es noch rund. Heute schläft einem das Gesicht ein. Vielleicht sollte Herr Lugner wirklich ernsthaft darüber nachdenken, künftig auf eine prominente Begleitung am Opernball zu verzichten (mit dem Gedanken spielt er ja schon seit längerem), dann hätte er auch endlich Zeit mit aller Kraft für die Sonntagsöffnung zu kämpfen...

 

 

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