13.08.2012, 00:32  von Stefan Ludwig 

Warum ich mir kein iPad kaufe

Bislang war mein Leben als Trendsetter im Technikdschungel einfach: Kaufe dir das aktuelle Apple-Produkt, sobald es ausgereift genug erscheint. Also kaufte ich mir einen iPod, als man seinen Mitmenschen noch erklären musste, was denn das für ein Teil sei. Wow, raunten anschließend alle - und stöhnten über den Preis.

Als ich dann mein erstes Smartphone kaufte, ein Gerät von HTC mit Stift und Windows Mobile, hielten mich alle für verrückt. Wozu braucht man denn so was? Wartet ab, pflegte ich zu antworten, bald ist auch euer Mobiltelefon nur noch ein Display.

Doch die Enttäuschung folgte zugleich: Wenn ich im Bus eine Nachricht schreiben wollte, musste ich mit einem winzigen Stift eine stecknadelkopfgroße Taste antippen - und dabei gegen jede Erschütterung und jeden Bremsvorgang ankämpfen.

Solche Probleme hatte Steve Jobs damals erkannt und machte sich bei der Präsentation des ersten iPhone über die Stiftbedienung lustig. Beim zweiten iPhone schlug ich zu und war sofort glücklich.

War ich vom Windows-Smartphone eine mehrwöchige Warmwerdephase gewöhnt, funktionierte plötzlich alles auf Anhieb. Das Telefon würde ich auch vier Jahre später am liebsten nicht mehr hergeben - obwohl es im Laufe der Softwareupdates unerträglich langsam wurde.

Apple hatte mich mit iPod und iPhone derart verwöhnt, dass ich beim iPad beinahe sofort zugeschlagen hätte. Aber mir fehlte der echte Vorteil, wie das Verschmelzen von zwei Geräten, dem Mobiltelefon und dem MP3-Player.

Auf Urlaub in den USA überlegte ich mir, das zweite iPad zu kaufen. Doch nach dem testweisen Lesen einer Spiegeltitelgeschichte auf dem Display wusste ich: Zum längeren Lesen ist mir das Gerät zu schwer, die Auflösung zu schlecht. Also brachte ich mir einen Kindle mit, einen E-Book-Reader, auf dem Lesen einfach wahnsinnig viel Spaß macht.

Inzwischen ist das Retina-Display gestochen scharf, aber ich werde mir trotzdem kein iPad zulegen. Das Google-Nexus-Tablet klingt viel attraktiver: Hier kann ich mir meinen Desktop nach eigenem Wunsch gestalten und mit Infos wie Kalender oder Wetter zupflastern. Und es ist auch durch seine Größe viel einfacher in einer Hand zu halten. Das nächste Mitbringsel aus dem USA-Urlaub dürfte damit gefunden sein.

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Biografie

  • Stefan Ludwig

    Stefan Ludwig

    Während der Schule wuchs die Freude am Schreiben. Da die Chance einen Bestseller zu schreiben von Familie und Freunden als gering eingeschätzt wurde, klang das Journalistendasein verlockender.

    Es hieß, ein Politikstudium sei in der Branche nützlich: Studium der Social Sciences an der Uni Osnabrück (B.A.) und der Politikwissenschaften an der Uni Hamburg (M.A.)

    Währenddessen freie Mitarbeit und Praktika bei der Süddeutschen Zeitung, den Nachrichtenagenturen dpa und ddp, der Prager Zeitung, der Neuen Osnabrücker Zeitung und dem Kinomagazin Filmstarts.de.

    Entdeckte seinen Spaß an Wirtschaftsthemen bei der freien Mitarbeit an der Onlineausgabe der Financial Times Deutschland auf dem Höhepunkt der Finanzkrise. Da kam das Angebot für ein Volontariat bei der Lebensmittel Zeitung in Frankfurt zur rechten Zeit.

    Nachdem dort der Fokus auf Handel und Industrie lag, geht es inzwischen als Redakteur beim Wirtschaftsblatt um Finanzen und Börse – und damit dem dritten großen Bereich der Wirtschaftsberichterstattung.

    » Twitter @ludwig_stefan

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