05.09.2012, 10:46  von Patrizia Reidl, Tamara Depolo

Österreicher wollen Assets in Slowenien verkaufen

Sloweniens Premier Janez Jansa / Bild: Bloomberg/Fistick

Österreichische Firmen halten in Slowenien Beteiligungen in Höhe von zig Millionen €. Sie wollen schon lange verkaufen, doch das Umfeld dafür wird zusehends schlechter.

Wien/Ljubljana. In Slowenien geht es rund: Der Bankensektor wird als der nächste Kandidat für den Rettungsschirm gehandelt, die Wirtschaft schrumpft und das Budgetdefizit scheint zu derzeitigen Marktkonditionen unfinanzierbar zu sein. Mit betroffen sind auch die österreichischen Banken -einerseits durch die faulen Kredite in Slowenien, andererseits durch ihre Beteiligungen an den Schwergewichten der slowenischen Wirtschaft (siehe Grafik)-der Börsenwert dieser Beteiligungen ist in den letzten Jahren nur noch gesunken.

Daher stellt sich die Frage, was die Austro-Banken mit diesen Assets tun. Bei den meisten heißt die Devise: verkaufen.

So wollen UniCredit und Hypo aus der slowenischen Fluglinie Adria Airways aussteigen, dort halten sie 1,76 Prozent bzw. 1,8 Prozent. Vor einem Monat haben die Eigentümer die kleine Fluglinie zum Verkauf ausgeschrieben. Mit 70 Prozent gehört der größte Anteil dem Staat.

Käufer gesucht

Ein weiteres Beispiel ist Mercator. An der börsenotierten größten Einzelhandelskette Sloweniens, die im ersten Halbjahr einen Verlust erzielte, hält die Bank Austria-Tochter UniCredit Bank Slovenia immerhin acht Prozent, die slowenische Hypo-Tochter zwei Prozent. "Bei Mercator und Adria sind die Verkaufsabsichten weiterhin aufrecht", heißt es aus der Pressestelle der Bank Austria in Wien. Beide Beteiligungen sind aus Kreditbesicherungen hervorgegangen und es sind die einzigen Beteiligungen der Uni-Credit in Slowenien.

Ganz anders der Fall bei der Hypo Group Alpe Adria, deren Geschäft zum überwiegenden Teil in Südosteuropa stattfindet und die vom österreichischen Staat gerettet werden musste: Geplant und angekündigt ist einerseits der Verkauf des CEE-Bankennetzwerks; andererseits gelte weiterhin, aus Beteiligungen auszusteigen. Aber: "Ein Verkauf der Beteiligungen in Südosteuropa ist momentan die Grundherausforderung", sagt Nikola Donig, Sprecher der Hypo Group. Der "klassische Verwertungsblock" der Bank beläuft sich im ersten Halbjahr auf 10,3 Milliarden €, so der Sprecher. Der Verwertungsblock beinhaltet Beteiligungen, die nicht zum Kerngeschäft gehören sowie faule Kredite, "wenn auch nicht alle", so Donig. In Slowenien hält die Hypo-Banktochter zehn Beteiligungen an Fremdfirmen, neben Mercator und Adria Airways sind es etwa Petrol, Hafen Koper und Elektro Ljubljana.

Börse leidet mit

Unter den Turbulenzen in Slowenien wird auch die Dachgesellschaft der Wiener Börse leiden -die Beteiligung an der Börse Ljubljana hat man bereits 2009 drastisch abgewertet. Ob heuer wieder abgewertet werden muss, wollte Vorstand Michael Buhl nicht sagen. Die Umsätze in Ljubljana sind heuer um 30 Prozent gesunken. Auftrieb könnten die von Premier Janez Jansa gewünschten Privatisierungen verschaffen. Buhl würde die Privatisierungen "sehr begrüßen", räumt aber ein, dass das Umfeld dafür derzeit schlecht sei.

 

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