05.09.2012, 10:21  von Eva Konzett

Bukarest privatisiert vorerst die kleineren Fische

Die rumänische Börse wartet auf Romgaz / Bild: Romgaz

Rumänien. Große Privatisierungen werden weiter verschoben, wie aus dem vorläufigen Intentionsschreiben an den IWF hervorgeht.

Bukarest. Die Reformen bei den staatlich kontrollierten Firmen sind ein Herzstück des Kreditabkommens von Rumänien mit den internationalen Kreditgebern. Ihre Implementierung jedoch verläuft weiterhin schleppend.

Wie aus einem vorläufigen Intentionsschreiben hervorgeht, das Rumänien an die Adresse des IWF schicken wird, sollen etwa die Privatisierungsfristen verlängert werden. Demnach wird der Verkauf eines 15-prozentigen Paket an Romgaz, einem der größten Energiekonzerne des Landes, erst für das Frühjahr 2013 anvisiert. Es könnte das größte IPO der Geschichte des Handelsplatzes in Bukarest werden. Laut früheren Vereinbarungen hätte die Veräußerung über die Börse noch im Herbst des laufenden Jahres über die Bühne gehen sollen, berichtet die Nachrichtenagentur Hotnews, der das vorläufige Schreiben vorliegt.

Ebenso hätte der wichtigste Stromproduzent des Landes, Hidrolelectrica, bis Oktober teilprivatisiert werden sollen. Dem kam allerdings wie berichtet seine Insolvenz zuvor, die vor allem im Ausland für einiges Kopfschütteln sorgte.

Im Falle von Romgaz sollen aber Berater auf eine Verschiebung des Verkaufs gedrängt haben, um die Explorationskapazitäten des Erdölund Erdgasunternehmens evaluieren zu können.

Bewegung 2012

Auf dem Tablett für interessierte Investoren 2012 bleiben unterdessen 15 Prozent des Versorgers Transgaz, die in einem SPO über den Handelsplatz Bukarest an den Mann gebracht werden sollen. Eine Priorität bleibt für die Regierung ebenso der Verkauf von 20 Prozent an der staatlichen Fluggesellschaft Tarom sowie des Mehrheitspakets an der Güterschiene der Bahn CFR Marfa. Das Chemiekombinat Oltchim wird noch September privatisiert.

Neben der Staatskassa würde besonders die Börse in Bukarest von einer großen Transaktion profitieren. Im Juli 2011 hatte man diesbezüglich große Erwartungen in den Verkauf eines weiteren staatlichen Anteils an der OMV-Tochter Petrom gesetzt. Dieser scheiterte. Seither wartet der Handelsplatz auf Romgaz - und muss sich weiter in Geduld üben.

 

(WirtschaftsBlatt, Print-Ausgabe, 2012-09-05)

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

08:26

Faymann zu Russland-Sanktionen: Gaslieferungen "sind ein Thema"

01.09.2014, 12:04

Ukraine: Armee gibt Flughafen von Luhansk auf

01.09.2014, 10:10

Ukraine: Separatisten wollen über Unabhängigkeit verhandeln

Mehr auf wirtschaftsblatt.at

    Mehr aus dem Web

    WERBUNG

    Kommentare

    0 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    05.06.4920, 14:09

    Sparmenü für US-Fiskus - Burger King senkt Steuerlast mit milliardenschwerer Übernahme

    Burger King kauft gerade für 11,5 Milliarden Dollar die kanadische Kaffee- und Donut-Kette Tim Hortons. Eine normale Meldung aus der Wirtschaftswelt? Nicht ganz. Denn mit dem Zusammenschluss soll der Firmensitz des weltweit tätigen US-Fast-Food-Anbieters von Miami in die kanadische Provinz verlegt werden - nach Oakville, Ontario. Experten mutmaßen, dass damit die ohnehin schon vergleichsweise niedrige Steuerquote weiter gedrückt werden soll.

    15:34

    Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Fernsehkoch Johann Lafer

    Beamte durchsuchten das in Stromberg gelegene Restaurant des gebürtigen Steirers Johann Lafer und seine Kochschule in Guldental. Der Verdacht: Steuerhinterziehung.

    15:25

    Einfamilienhäuser nirgends so teuer wie in Kitzbühel

    Kennzeichnend für den Markt für Einfamilienhäuser in Österreich sind die enormen Preisspannen, auch innerhalb von Bundesländern. Einfach ist die Rechnung in Kitzbühel: Ein Einfamilienhaus kostet eine Millionen.

    15:14

    Milliardenpoker um US-Ramschketten geht weiter

    Der milliardenschwere Übernahmekampf in der US-Discounter-Branche geht mit härteren Bandagen in die nächste Runde.

    15:05

    Geldleihen für Euro-Staaten so billig wie nie – der Staatsanleihen-Hype geht weiter

    Noch nie war Geldleihen für die Staaten der Euro-Zone so billig: Nicht nur in Berlin, auch in Paris, Madrid oder Rom dürfte die sinkende Verzinsung von Staatspapieren den Finanzministern einen ruhigen Schlaf bescheren. Denn die Ukraine-Krise treibt auf Sicherheit bedachte Anleger weiter an den Rentenmarkt.

    Goldpreis - Chart