21.12.2012, 12:22  von Manfred Haider

Die Helfer vom Christkind im Aktiencheck

Bild: Dpa Oliver Berg (Oliver Berg)

Dank boomendem Internethandel hoffen die Paketdienstleister auf eine gute Weihnachtsbilanz. Zuletzt standen die Margen durch verschiedene Faktoren unter Druck.

Wirbelsturm Sandy, hohe Treibstoffkosten und der Trend zu günstigeren Versandmethoden lasten auf den Margen des US-Paketdienstleisters Fedex. Der Umsatz legte im zweiten Quartal zwar um 4,9 Prozent auf 11,1 Milliarden $ zu, der Gewinn je Aktie schrumpfte aber von 1,57 auf 1,39 $. Alleine die Verzögerungen und längeren Transportwege durch den Wirbelsturm schlugen mit 0,11 $ je Aktie zu Buche. Ein Sorgenkind ist auch die Expresssparte, wo das operative Ergebnis um 33 Prozent einbrach. Unter anderem deshalb, weil die Kunden langsameren und somit kostengünstigeren Versandwegen den Vorzug gaben. Hinzu kommt, dass die Kerosinkosten im abgelaufenen Quartal (per Ende November) um 6,7 Prozent gestiegen sind, was bei einer Frachtflotte von 660 Maschinen kein unerheblicher Kostenfaktor ist.

Internet ist Fluch und Segen

Von steigenden Umsätzen, aber sinkenden Gewinnen hatte zuletzt auch die Deutsche Post berichtet. Und ähnlich wie jetzt Fedex oder Branchenprimus UPS setzen auch die Deutschen große Hoffnungen auf Weihnachten. Auch die Österreichische Post rechnet im heurigen Weihnachtsgeschäft mit einem Anstieg von 59 auf 63 bis 64 Millionen Paketen. Bereits in den ersten drei Quartalen gab es konzernweit einen wertmäßigen Umsatzzuwachs von 5,1 Prozent in der Paket- und Logistiksparte (bereinigt um zwei verkaufte Töchter). Der Gewinn je Aktie stieg um 20,2 Prozent.

Stagnierend zeigte sich hingegen das Briefgeschäft, was angesichts der Konkurrenz durch E-Mails kaum verwundert. Freilich ist die zunehmende Verbreitung des Internets Fluch und Segen zugleich für die Branche. Denn solange die Wissenschaft keinen Weg findet, Waren zu beamen, bleiben sie das unabkömmliche Bindeglied zwischen Amazon & Co sowie deren Kunden. Und wie der steile Anstieg des Versandvolumens, das in den USA über Internet oder via Kataloge bestellt wurde, zeigt, ist der Boom ungebrochen (s. Grafik).

Laut Datenanbieter Com­score legten die US-E-Commerce-Ausgaben vom 1. November bis 2. Dezember im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent auf 21,4 Milliarden $ zu. Alleine am sogenannten Cyber Monday (ähnlich wie der Black Friday für Internet-Freaks), wurden heuer über das Internet Waren im Wert von einer Milliarde Dollar verkauft - so viel wie niemals zuvor an einem einzigen Tag.
Beim Aktiencheck auf Basis der Analystenprognosen siegte diesmal Arab International Logistics (Aramex). Mit 12.300 Mitarbeitern in 60 Ländern und einem Anstieg beim Quartalsgewinn von zuletzt elf Prozent auf 14,5 Millionen $ ist der in Dubai gelistete Konzern durchaus ein größerer Player. Mit einem Investment in europäische Player wie Deutsche Post oder UK Mail dürften sich die meisten Anleger aber wohler fühlen.

 

 

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