21.01.2016, 18:55  von Ingrid Krawarik

Uniqa: Nur nicht den Absprung verpassen

Bild: WB/Peroutka

Die Kursverluste der vergangenen Tage haben bei der Uniqa viele erdenkliche Untergangsszenarien eingepreist. Ähnlich wie bei der Konkurrenz wurde die Modernisierung der IT verschlafen.

Grundsätzlich ist vieles eine Frage der richtigen Formulierung: Während die Vienna Insurance Group (VIG) Ende November Abschreibungen in Höhe von 195 Millionen € auf ihr veraltetes IT-System vornahm, investiert die Uniqa 500 Millionen € in ihre IT und digitale Zukunft. In der Öffentlichkeit wurde Letzteres zwar weitaus positiver aufgenommen. Die Börse lässt sich trotzdem nicht täuschen. Die Uniqa-Aktie verlor in den vergangenen Tagen mit einem Minus von 16 Prozent massiv an Wert. Seit Ende November ist sie mit 29 Prozent zudem stärker gefallen als Mitbewerber VIG, die 21 Prozent unter Wasser liegt.

Beide Versicherungen unterhalten ähnlich veraltete IT-Systeme, an denen die Neuzeit spurlos vorübergegangen zu sein scheint. Das Problem liegt darin, dass neben einem Kernsystem unzählige zusätzliche Berechnungsmethoden und Anwendungen existieren, die teils hauseigen geschrieben wurden und die – um es zugespitzt zu formulieren – jedem Kunden einen eigenen Tarif berechnen. Gerade deshalb wird Versicherungen auch oft der Vorwurf „undurchsichtiger Tarife“ gemacht.

Da die Zukunft an Telematik-Tarifen hängt, die nicht vergangene Daten, sondern Echtzeitinformationen (etwa über GPS, Facebook, Onlineverhalten etc.) in die Berechnung von Tarifen mit einfließen lassen und Schadensforderungen zukünftig begrenzen könnten, sind die alten IT-Systeme eigentlich nur noch Schrott. Es steht also keine Überholung der vorhandenen IT an, ein komplett neues System muss her. Wichtig in der heutigen Zeit wäre auch eine App, mit der jeder Kunde seine gesamten Versicherungsprodukte übersichtlich aufgelistet bekommt. Das alles kostet zig Millionen Euro an Investitionen, die die Assekuranzen gerade jetzt schwer finanzieren können. Grund dafür ist das weiterhin angespannte Marktumfeld aufgrund der tiefen Zinsen. Sollten diese in den kommenden Jahren so niedrig bleiben, ist die Lebensversicherung in ihrer jetzigen Form eigentlich nicht mehr darstellbar.

Billige Braut

Auch die Zukunft der Uniqa an sich steht nach wie vor zur Diskussion. Aus Branchenkreisen ist zu hören, dass nicht nur ein Verkauf der zum Konzern gehörenden Raiffeisen Versicherung angedacht ist, die Uniqa selbst könnte einen neuen Großaktionär bekommen, sofern die Raiffeisen Zentralbank ihren Anteil von 31,4 Prozent versilbert. Billig wäre sie jetzt allemal. Grundsätzliches Interesse an einem Einstieg in Europa haben etwa japanische Versicherer. Potenzielle Bewerber würden sich allerdings in ein Unternehmen einkaufen, dessen Besitzverhältnisse äußerst kompliziert sind. So ist etwa Uniqa-Vorstandsvorsitzender Andreas Brandstetter gleichzeitig Vorstand der Uniqa Versicherungsverein Privatstiftung, die 30,6 Prozent an der Uniqa hält.

Fazit

Wer sich die Mühe macht, den Chart der Uniqa kurz-, mittel- und langfristig zu betrachten, wird zu dem Ergebnis kommen, dass für Investoren kein Mehrwert erzielt wurde. Auf Fünfjahressicht steht inklusive Dividenden ein Minus von 54 Prozent zu Buche, wer drei Jahre zurückgeht, hat 41 Prozent Miese gemacht, auf Einjahressicht liegt die Aktie 20 Prozent unter Wasser. In dieser Hinsicht spricht wenig für die Uniqa.

Der Chart kratzt derzeit (5,9 €) am Allzeittief aus dem Jahr 2001. Die Schwelle bei 5,5 € sollte halten, diese wurde in den vergangenen 15 Jahren allerdings nie zuvor getestet. Schätzungen der Analysten rechnen in den kommenden Jahren bei der Uniqa mit rückläufigen Gewinnen. Ähnlich wie bei der VIG dürften jedoch jetzt diverse Untergangsszenarien eingepreist sein. Ob die Ost-Fantasie tatsächlich genug ist, um der Aktie einen nachhaltigen Schub zu verleihen, darf an dieser Stelle zumindest angezweifelt werden. Das Potenzial ist im Osten zwar riesig, schnell gehoben wird es aber nicht werden. Hier liegt das Dilemma. Vielleicht ist für einige die Dividendenrendite von aktuell 8,1 Prozent genug Kompensation.

("Wirtschaftsblatt", Print-Ausgabe, 22.01.2016)

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