26.02.2016, 07:03  von Andreas Wolf

Bayer ist zum Discountpreis zu haben

Bayer sollte man am Radar haben. / Bild: (c) REUTERS/INA FASSBENDER

Der Leverkusener Pharmakonzern konnte für 2015 eine ausgezeichnete Bilanz präsentieren. 2016 sind die Herausforderungen größer, allerdings sind die Befürchtungen der Börse derzeit überzogen. Für Anleger eine gute Gelegenheit.

In unserer letzten Bayer-Analyse aus dem Herbst 2014 prognostizierten wir der Aktie auf Sicht von zwölf bis 18 Monaten ein Kurspotenzial von 130 bis 140 €. Im April 2015 erreichte das Papier sein bisheriges Allzeithoch bei 146,45 €. Danach ging es im Zuge der konjunkturellen Schwäche Chinas und der damit verbundenen Negativstimmung an den Börsen nach unten. Die damals geplante Abspaltung der Kunststoffsparte (Material Science) ist mit dem Börsengang von Covestro 2015 erfolgreich vollzogen worden. Gewinnmitnahmen waren somit nicht überraschend, da das Management unter Marijn Dekkers zuletzt kaum noch neue Impulse gesetzt hat. Dies hat mit dem Wechsel an der Konzernspitze zu tun, denn mit Finanzvorstand Werner Baumann übernimmt im Mai ein neuer Steuermann das Ruder bei den Leverkusenern. Die jüngste Rekordbilanz macht es ihm nicht leicht, noch bessere Zeiten zu versprechen.

Eine konservative Prognose

Die Konzentration auf das Pharma- und Agrargeschäft hat sich in jedem Fall auch 2015 bezahlt gemacht. Der Umsatz legte auch wegen eines milliardenschweren Zukaufs um gut zwölf Prozent auf den Rekordwert von 46,3 Milliarden € zu. Bereinigt um Zu- und Verkäufe sowie um Wechselkursschwankungen hätte das Plus aber nur 2,7 Prozent betragen, was allerdings immer noch überdurchschnittlich ist. Der Betriebsgewinn (EBITDA) erhöhte sich vor Sondereinflüssen um rund 18?Prozent auf 10,26 Milliarden €, blieb aber hinter den Erwartungen zurück.

In der Sparte Pharma konnte vor allem der Umsatz mit dem Blutverdünner Xarelto, den Krebsmitteln Stivarga und Xofigo, dem Augenmittel Eylea sowie dem Lungenhochdruckmittel Adempas um knapp 46?Prozent auf 4,23 Milliarden € im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. Für das laufende Jahr will der Leverkusener Konzern hier mehr als fünf Milliarden € erlösen. Beim Agrarchemiegeschäft konnte trotz eines schwächeren Marktumfelds vor allem in den Schwellenländern ein Plus erzielt werden, das aber auch unter den Analystenerwartungen lag.

Nun haben wir damals bereits darauf hingewiesen, dass die hohen Wachstumsraten sich nur aufrechterhalten lassen, wenn man im Kerngeschäft einer der eindeutigen Marktführer ist. Mit dem Erlös aus dem Verkauf der Kunststoffsparte will Bayer noch weitere Zukäufe starten, dies dürfte aber frühstens in der zweiten Jahreshälfte stattfinden, denn noch hat man mit der Integration des Consumer-Care-Geschäfts von Merck & Co., das man 2014 erworben hat, alle Hände voll zu tun. Werner Baumann wird an der von Dekkers erfolgreich angewandten Strategie kaum etwas ändern, weshalb der scheidende Konzernchef seinem Nachfolger für 2016 auch eher niedrigere Unternehmensziele vorgibt.

Der Umsatz soll Dekkers zufolge inklusive der Kunststoff-Tochter Covestro auf über 47?Milliarden € steigen. Um Währungseinflüsse und Zu- und Verkäufe bereinigt bedeutet dies ein Wachstum im unteren einstelligen Prozentbereich. Der operative Gewinn (EBITDA) soll hingegen etwas stärker, im mittleren einstelligen Prozentbereich, zulegen. In dieser konservativen Prognose liegt also durchaus positives Überraschungspotenzial, wenn man sich die Umsatz- und Gewinnentwicklung der letzten zehn Jahre ansieht.

Zudem werden viele der jüngsten Zukäufe ihre Umsatz- und Gewinndividende erst in ein paar Jahren erbringen, garantieren sie Bayer doch weiterhin ein kontinuierliches Wachstum. Allerdings sollten Zukäufe allein nicht das Maß aller Dinge sein. Ohne ein Minimum an eigenen Neuentwicklungen von Blockblustern bringt auch die beste Fokussierung nichts. Mit einem steigenden Cashflow und höheren Investitionen im Forschungsbereich bei deutlich reduzierter Verschuldung spricht einiges für eine weitere Wertsteigerung der Aktie.

Fast schon geschenkt

Wer gute Qualitätsaktien richtig günstig einkaufen will, für den ist jetzt die Zeit gekommen. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von zwölf für 2016 ist die Aktie mit Blick auf die vergangenen Jahre fast geschenkt. Der Durchschnittswert der Branche ist deutlich höher, und wenn man nicht von einer Weltwirtschaftskrise in den nächsten zwölf Monaten ausgeht, bekommt man eine Bayer-Aktie so günstig wie wohl für lange Zeit nicht mehr.

Charttechnisch gesehen kann das Papier noch bis in den Bereich zwischen 80 und 85 € fallen, bevor es eine sehr abrupte Kehrtwende gibt. Anleger sollten aber daran denken, das sie selten den Tiefpunkt bei einer Korrektur erwischen. Auf Sicht der nächsten zwölf bis 18 Monate sollte Bayer wieder anziehen und neue Allzeithochs von um 150 € bis 160 € aufstellen können.

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