01.03.2016, 06:33  von Manfred Haider

Fresenius: Adel verpflichtet

Bild: (c) dpa/dpaweb (A3602 Frank Rumpenhorst)

Der Gesundheitskonzern Fresenius steigert Jahr für Jahr den Umsatz, den bereinigten Gewinn und die Dividende. Billig ist die Aktie zwar nicht mehr, sie dürfte aber auch in Zukunft das Wachstumstempo beibehalten.

Für Unternehmen, die Jahr für Jahr die Dividende anheben, gibt es eine sehr treffende Bezeichnung: Aristokraten. Der deutsche Gesundheitskonzern Fresenius hatte zuletzt die 23. Dividendenerhöhung in Folge angekündigt und gehört somit sozusagen zum alten Adel. Interessant ist, dass die Vorstände dieser Unternehmen in der Regel danach trachten, die Dividende in einzelnen Jahren nicht zu kräftig anzuheben, denn dadurch steigt in den Folgejahren die Gefahr von Kürzungen, falls es einmal zeitweise nicht so gut laufen sollte.

Fresenius-CEO Ulf Schneider lässt sich hingegen nicht lumpen und schlägt der Hauptversammlung am 13. Mai eine Erhöhung der Ausschüttung um 25 Prozent auf 0,55 € je Aktie vor. Auch die Ziele bis 2019 zeugen nicht gerade von Pessimismus: Nachdem 2015 der Umsatz um 19 Prozent auf 27,6 Milliarden € gestiegen ist, stellt Fresenius für das Jahr 2019 bereits 36 bis 40 Milliarden € in Aussicht. Das Konzernergebnis ist zuletzt um 27 Prozent auf 1,36 Milliarden € gestiegen und soll 2019 zwischen zwei und 2,25 Milliarden € liegen.

Vornehmen kann man sich freilich viel, könnte man nun einwenden. Wie der Blick auf die Historie zeigt, haben die Deutschen aber in der Vergangenheit nicht nur ein stetiges Dividendenwachstum vorgelegt, sondern auch den Umsatz und den bereinigten Nettogewinn Jahr für Jahr gesteigert. Selbst wenn man Sondereffekte nicht ausklammert, gab es lediglich 2008 einen Knick beim Gewinn (s. Grafik). Dass die Aktie den DAX outperformt, ist fast schon eher die Regel denn die Ausnahme. Im Einjahresrückblick konnte Fresenius neuerlich die ebenfalls im DAX notierte Dialyse-Tochter Fresenius Medical Care (FMC) schlagen. Seit Jahresbeginn hielt sich FMC zwar etwas besser, aber an dieser Stelle rechnen wir damit, dass der Mutterkonzern das bis Jahresende wieder aufholen könnte.

Eine defensive Aktie

Die Jahreszahlen von Fresenius sind an der Börse zuletzt bereits besser angekommen als die der Tochter FMC, deren Zahlen in die Ergebnisse von Fresenius miteinfließen. Bei FMC ist der Nettogewinn um zwei Prozent gesunken bzw. vor Einmaleffekten um zwei Prozent gestiegen.

Insgesamt hat Fresenius vier eigenständig agierende Sparten: Die größte Tochter, FMC, ist weltweit führend bei der Behandlung von chronischem Nierenversagen, Helios ist Deutschlands größte Kliniken-Gruppe, Kabi ist spezialisiert auf intravenös zu verabreichende generische Arzneimittel, und die Wiener Vamed betreibt und errichtet Thermalbäder bzw. Krankenhäuser.

Während der Gesamtkonzern Fresenius, der in Euro bilanziert, von positiven Währungseinflüssen profitierte, wurde die in Dollar bilanzierende FMC von negativen Währungseffekten belastet. Kabi konnte das Jahresergebnis vor Sondereinflüssen um 43 Prozent auf 669 Millionen € steigern. Helios hatte im Sommer 2014 vom Konkurrenten Rhön um drei Milliarden € Kliniken übernommen und dort weiter die Effizienz gesteigert. Dadurch stieg der Gewinn um 21 Prozent auf 483 Millionen €.

Die kleinste Tochter, Vamed, steigerte den Jahresgewinn um sieben Prozent auf 44 Millionen €, wobei Fresenius nur einen Anteil von 77 Prozent hält. 13 Prozent besitzt indirekt der österreichische Staat, zehn Prozent die B&C Industrieholding, die bei Semperit, Amag und Lenzing sogar jeweils die Mehrheit hält. So gesehen sind die Fresenius-Aktien auch ein wenig etwas für österreichische Patrioten – doch nicht nur das.

Generell fällt auf, dass die Aktie nicht nur dann gut läuft, wenn auch der Gesamtmarkt gut performt. Der Titel aus der defensiven Gesundheitsbranche hält sich auch dann besser, wenn es mit dem Gesamtmarkt nach unten geht. Seit Jahresbeginn notiert die Aktie zwar ebenso wie der DAX im Minus, sie hat aber weniger verloren als der Leitindex.

Wer also ob des niedrigen Zinsniveaus Chancen auf dem Aktienmarkt sucht, aber nicht auf spekulative Nebenwerte setzen möchte, ist mit Fresenius weiter gut bedient. Einziger Wermutstropfen ist, dass wachstumsstarke Aristokraten mit relativ hohen KGV gehandelt werden.


[M1LG6]

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