11.03.2016, 07:11

Post: Die Dividenden-Dynamik sinkt

Paket-Zusteller / Bild: (c) �sterreichische Post (Werner Streitfelder)

Mit einer Dividendenrendite von 5,7 Prozent ist die Österreichische Post in diesem Punkt noch immer ein Top-Wert im ATX. Erstmals seit 2009 gibt es aber keine Anhebung. Zudem steigt der Konkurrenzdruck.

Die Bekanntgabe des Verkaufs der deutschen Logistiktochter Trans-o-flex machte zwar hohe Abschreibungen bei der Österreichischen Post notwendig, hat aber auch etwas sehr Positives. Nach Abwicklung des Deals ist die heimische Post ihr langjähriges Sorgenkind endlich los. Die auf die Branchen Pharma- und Konsumelektronik fokussierte Tochter schrieb seit der schrittweisen Übernahme 2006/2008 regelmäßig Verluste. 2015 verbuchte die Post deshalb neuerlich hohe Wertminderungen in Höhe von 125,8 Millionen €. Abgemildert wurde der Effekt auf das Konzernergebnis durch positive Sondereffekte in Höhe von 23 Millionen €.

Unter dem Strich brach der Gewinn von 2,17 auf 1,06 € je Aktie um mehr als 50 Prozent ein. Rechnet man die Sondereffekt heraus, war es ein kleiner Rückgang auf 2,10 €. Dank starkem Cashflow kann es sich die Post leisten, der Hauptversammlung am 14. April 2016 für das Geschäftsjahr 2015 eine Dividende von 1,95 € je Aktie vorzuschlagen. Das ist der gleiche Betrag wie im Vorjahr, womit es erstmals seit dem Geschäftsjahr 2009 keine Anhebung der Ausschüttung gibt. Bereits im Vorjahr wurde die Dividende bloß um fünf Cent angehoben. In den Jahren davor erfolgten die Anhebungen noch in Zehn-Cent-Schritten. Die Dynamik lässt also nach, obwohl man davon ausgehen kann, dass der in staatlicher Hand befindliche Großaktionär Öbib, der 52,8 Prozent der Post-Aktien hält, heute nicht weniger erpicht auf die Ausschüttungen ist als früher. Aber überfordern wird man das Unternehmen auch nicht wollen.

Künftig weniger Umsatz

Im Geschäftsbericht für das laufende Geschäftsjahr 2016 dürfte die Post wieder die Zahlen vor Sondereffekten betonen. Schließlich erzielt Trans-o-flex einen Umsatz von rund 500 Millionen €, der künftig wohl nicht mehr der Österreichischen Post zuzurechnen sein wird, sondern der deutschen Investorenfamilie, die den Logistiker zurückkauft.

Bei einem Gesamtumsatz von 2,40 Milliarden €, den die Post 2015 erzielte, ist das gar nicht so wenig. Aber was nützt freilich der schönste Umsatz, wenn man damit keinen Gewinn erzielt. In der Paket- und Logistiksparte ist 2015 das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 41,4 auf 37,9 Millionen € gesunken. Nach Abschreibungen ist das Ergebnis (EBIT) sogar von minus 19,5 Millionen € auf minus 105,4 Millionen € eingebrochen. Das heißt, bereits 2014 wurde das EBIT durch Abschreibungen ins Minus gedrückt.

Dabei ist die Paket- und Logistik-Sparte punkto Umsatz durchaus eine Wachstumssparte. Im deutlich größeren Premium-Paket-Segment wuchs der Umsatz um 2,6 Prozent, im Standard-Paket-Segment gab es ein Plus von 3,8 Prozent. Wachstumstreiber ist der Trend zum Online-Shopping. Inwiefern sich der verstärkte Konkurrenzdruck durch die Deutsche Post für die Österreicher bemerkbar machen wird, dürfte sich erst in einigen Monaten abzeichnen.

Langfristig droht auch Gegenwind seitens der Onlinehändler. Diese sind zwar große Kunden der Logistiker. Amazon zum Beispiel will aber den Kunden in den USA seine Produkte künftig nicht nur verkaufen, sondern auch verstärkt selbst zustellen.

Ein generell schrumpfender Markt ist hingegen die zweite Division. Dank einer Portoerhöhung per 1. März 2015 ist zwar der Umsatz in der größeren Sparte Brief, Werbepost und Filialen um 0,9 Prozent auf 1,5 Milliarden € gestiegen, durch die E-Mail-Substitution schrumpft der Briefmarkt aber um drei bis fünf Prozent pro Jahr.

Seit 2013 ist die Post mit 25 Prozent an der türkischen Aras Kargo beteiligt, 2016 kann sie optional weitere 50 Prozent übernehmen. Aras ist der zweitgrößte Paketdienstleister in der Türkei. Der Markt ist zwar dynamisch, aber auch sehr risikobehaftet.

Der nahe Zahltag am 28. April ist dank einer Dividendenrendite von 5,7 Prozent sehr verlockend. Zudem wird durch den Trans-o-flex-Verkauf der Umsatz zwar sinken, der Konzerngewinn sollte sich 2016 aber bessern. Eine richtige Wachstumsstory ist die Post dennoch nicht.


[M39OF]

("Wirtschaftsblatt", Print-Ausgabe, 11.03.2016)

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