07.01.2013, 13:53

ThyssenKrupp watet weiter durch Kartellsumpf

Bild: EPA/dpa/Federico Gambarini

Schienenfreunde. Noch kann das Unternehmen die Höhe des Schadenersatzes nicht abschätzen, ist aus dem Konzern zu hören.

Düsseldorf. Den ThyssenKrupp-Konzern wird die Teilnahme am Schienenkartell noch lange beschäftigen. "Es gibt keine bezifferten Forderungen gegen uns", sagte ein Konzernsprecher am Montag. Allein die Deutsche Bahn hat in ihrer Klage gegen ThyssenKrupp und weitere Kartellfirmen den Streitwert auf 550 Millionen Euro beziffert. Zudem bereiten kommunale Verkehrsbetriebe Schadenersatzklagen vor. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete ohne Angaben von Quellen, dass in weit mehr als 100 Fällen Nahverkehrsgesellschaften aus ganz Deutschland Opfer des Kartells geworden sein sollen.

Dies bestätigte weder das Bundeskartellamt noch die Staatsanwaltschaft Bochum, die in dem Fall die Ermittlungen führt. Es werde geprüft, ob neben der Bahn auch weitere Betriebe geschädigt worden seien, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft lediglich. Die Ermittler wollten aber keine Angaben mache, um welche Betriebe es sich handele und um wie viele. Wie lange die Ermittlungen noch dauern werden, sei offen. "Es gibt keinen Zeithorizont", sagte auch eine Sprecherin des Bundeskartellamts. Die Behörde hatte im Sommer vergangenen Jahres ThyssenKrupp sowie die österreichische Voestalpine und den Bahntechnikkonzern Vossloh wegen des Schienenkartells zu einer Strafe von 124,5 Millionen Euro verdonnert. ThyssenKrupp musste mit 103 Millionen Euro den Löwenanteil berappen.
Der Konzern hatte nach den Vorfällen bei seiner Tochter GfT Gleistechnik eigenen Angaben zufolge sämtliche Kunden über die Ermittlungen und ihre mögliche Betroffenheit informiert. Das Unternehmen entließ mehrere Manager und Mitarbeiter und prüft Schadenersatzforderungen gegen diese. Vorstandschef Heinrich Hiesinger will nach den Kartellfällen und Korruptionsvorwürfen im Unternehmen aufräumen. "Es herrschte bei einigen die Ansicht vor, dass Regeln, Vorschriften und Gesetze nicht für alle gelten", hatte er kritisiert.

Weitere Millionenverluste drohen

Die Schadenersatzforderungen kommunaler Verkehrsbetriebe dürften sich mindestens auf einen zweistelligen Millionenbetrag belaufen. Allein die Rheinbahn aus Düsseldorf hatte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters den möglichen Schaden auf drei Millionen Euro beziffert. In Deutschland gibt es Dutzende kommunale Verkehrsbetriebe, aber nur wenige Schienenhersteller. Die Zahl von über 100 Schadensfällen könnte daher schnell erreichbar sein, da es pro Unternehmen je nach Zahl der Aufträge viele Fälle geben könnte. "Es gibt einen Erfahrungsaustausch zwischen den Unternehmen", sagte ein Sprecher des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), dem über 70 Straßenbahn, U-Bahn und Stadtbahnunternehmen angehören. "Wir warten auf eine Entscheidung des Bundeskartellamts." Bislang sei offen, über welchen Zeitraum die Unternehmen womöglich geschädigt worden seien. Erst dann könne es Klarheit geben.

(Reuters)

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

07.01.2013, 07:03

Auch Verkehrsbetriebe wollen Schienenkartell klagen

04.01.2013, 11:55

ThyssenKrupp-Manager im Visier der Aktionärsschützer

09:10

Neuer Alcatel-Chef will eine Milliarde einsparen

Mehr
Mehr
WERBUNG

Kommentare

0 Kommentare

Verbleibende Zeichen: 1500

08:50

Annington-Aktien kosten 18 bis 21 Euro

Deutschlands grösster Wohnimmobilien-Konzern startet am 3. Juli an der Börse. Das IPO soll 1,1 Milliarden Euro bewegen - ein Vorbild für die Immofinanz-Tochter Buwog.

18.06.2013, 19:38

Investor zettelt Putsch bei Immo-Firma an

Die Aktionäre der Berliner GSW wollen den gerade erst berufenen Firmenchef in die Wüste schicken.

18.06.2013, 15:29

Bei Solarworld schauen alle durch die Finger

Vielleicht wird das deutsche Solarunternehmen Solarworld überleben. Ein Rettungspaket steht - Kapitalschnitt 150:1. Den Altaktionären bleiben fünf Prozent.

18.06.2013, 13:47

"VW braucht keine grossen Zukäufe mehr"

Es ist eine Herausforderung, das VW-Imperium mit seinen zwölf Marken, weltweit 100 Fabriken und 550.000 Beschäftigten zu steuern. Doch es gibt noch Wachstumspotenzial.

18.06.2013, 13:47

"VW braucht keine grossen Zukäufe mehr"

Es ist eine Herausforderung, das VW-Imperium mit seinen zwölf Marken, weltweit 100 Fabriken und 550.000 Beschäftigten zu steuern. Doch es gibt noch Wachstumspotenzial.

Vontobel in Kooperation mit dem WirtschaftsBlatt

Börsenkurse

Borsenkurse

Top 5

LENZING.57,501,29%chart

ANDRITZ.40,201,25%chart

ERSTE G.24,200,52%chart

EVN AG9,910,52%chart

IMMOFIN.3,070,49%chart

Flop 5

ZUMTOBE.8,58-2,57%chart

MAYR-ME.82,50-1,52%chart

CA IMMO.9,45-1,46%chart

VOESTAL.27,66-0,84%chart

VIENNA .37,84-0,55%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

WOLFORD.19,502,63%chart

LENZING.57,501,29%chart

DO & CO.35,801,27%chart

FRAUENT.8,801,27%chart

ANDRITZ.40,201,25%chart

Flop 5

VALNEVA.3,34-4,57%chart

CENTURY.2,46-3,71%chart

ZUMTOBE.8,58-2,57%chart

S IMMO .4,58-2,24%chart

POLYTEC.6,20-1,59%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

INFINEO.6,931,39%chart

FRESENI.94,650,88%chart

MERCK K.124,350,85%chart

HENKEL .75,920,65%chart

BEIERSD.67,920,24%chart

Flop 5

THYSSEN.15,06-1,25%chart

LANXESS.53,30-1,22%chart

DT.T BA.34,40-1,21%chart

RWE AG .26,05-1,10%chart

HEIDELB.53,41-0,84%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

General.24,332,36%chart

UnitedH.65,682,04%chart

Verizon.51,551,66%chart

America.74,981,54%chart

Intel C.25,461,45%chart

Flop 5

Merck &.47,75-0,10%chart

Microso.34,98-0,06%chart

Procter.79,040,10%chart

Chevron121,520,25%chart

Bank of.13,270,45%chart

Mehr

Börse Frankfurt

Borsenkurse

Top 5

INFINEO.6,931,39%chart

FRESENI.94,650,88%chart

MERCK K.124,350,85%chart

HENKEL .75,920,65%chart

BEIERSD.67,920,24%chart

Flop 5

THYSSEN.15,06-1,25%chart

LANXESS.53,30-1,22%chart

DT.T BA.34,40-1,21%chart

RWE AG .26,05-1,10%chart

HEIDELB.53,41-0,84%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

KRONES .56,102,30%chart

WINCOR .43,101,65%chart

AXEL SP.33,831,14%chart

SKY DEU.5,260,98%chart

PROSIEB.33,440,97%chart

Flop 5

GSW IMM.28,08-3,64%chart

AAREAL .18,56-2,78%chart

SGL CAR.26,84-2,74%chart

WACKER .58,86-1,85%chart

KLOECKN.8,92-1,68%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

STROEER.8,195,43%chart

CONSTAN.1,483,28%chart

AIR BER.1,992,00%chart

TIPP24 .46,201,93%chart

C.A.T. .12,801,51%chart

Flop 5

GRAMMER.24,26-2,39%chart

DELTICO.38,20-0,95%chart

GRENKEL.66,50-0,91%chart

MVV ENE.21,91-0,88%chart

TOM TAI.16,61-0,84%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

PFEIFFE.80,931,07%chart

AIXTRON.13,070,73%chart

NORDEX .5,580,41%chart

JENOPTI.10,180,30%chart

UNITED .22,340,27%chart

Flop 5

DIALOG .11,10-3,60%chart

ADVA OP.3,90-2,94%chart

BECHTLE.36,51-2,72%chart

CANCOM .17,24-2,16%chart

PSI AG .15,00-1,83%chart

Mehr

Weltwährungen

USD
Mehr

Umfrage

  • Bulle oder Bär - wer gibt in der Woche vom 24.6. bis 28.6. das Tempo vor? Wird der ATX ...
  • ... mehr als 2 Prozent zulegen?
  • ... zwischen 0,5 und 2 Prozent zulegen?
  • ... das Niveau halten? Also zwischen + 0,5 und - 0,5 Prozent zu liegen kommen.
  • ... zwischen 0,5 und 2 Prozent verlieren?
  • ... mehr als 2 Prozent verlieren?

Die Redaktion empfiehlt