13.01.2013, 22:40  von Andreas Wolf

Auf dem falschen Fuß erwischt

Auf dem falschen Fuß erwischt /

Nach der Veröffentlichung der letzten Fed-Protokolle Anfang Jänner gewann der Dollar gegenüber dem Euro etwas an Oberwasser. Aber der Trend für den Euro bleibt stabil.

Als die EZB infolge ihrer Zinsentscheidung am vergangenen Donnerstag von einer leichten Entspannung der ­Euroschuldenkrise sprach, ­beförderte dies den Euro um mehr als zwei Cent gegenüber dem US-Dollar nach oben. Viele Trader mussten daraufhin ihre Positionen auf fallende Eurokurse schließen, um nicht Gefahr zu laufen, noch mehr auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.
Anfang Jänner verlor der Euro nämlich genau diese zwei Cent, weil die Protokolle der letzten US-Notenbanksitzung Uneinigkeit unter den Verantwortlichen zeigten. Die eigentlich bis 2015 beschlossene Fortsetzung der lockeren Geldpolitik wurde von einem Teil der Mitglieder im Notenbankvorstand infrage gestellt.

Da der Jänner eigentlich nach zyklischen Gesichtspunkten eher ein schwacher Monat für den Euro ist, versuchten nicht wenige Marktteilnehmer, auf den Zug aufzuspringen, und wetteten auf eine weitere Abschwächung der europäischen Einheitswährung. Die Auflösung dieser Positionen am vergangenen Donnerstag führte zu einer Verstärkung der jüngsten Aufwärtsbewegung.
Kursziel 1,40 US-$

Ein Blick auf den längerfristigen Euro-Dollar-Chart hätte allerdings dafür gesorgt, Verluste zu vermeiden. Seit Mitte des vergangenen Jahres, auf dem letzten Höhepunkt der Griechenlandkrise, bewegt sich der Euro kontinuierlich aufwärts. Gleichzeitig bildete sich ein „dreifacher Boden", bestehend aus den drei Tiefpunkten im November 2008, Juni 2010 und Juli 2012. Die Chartformation kann als sehr bullish, also positiv für den Euro, bewertet werden. Zudem schalteten die Ampeln nach dem jüngsten Überschreiten der Marke von 1,30 $ auf Grün, weil ein seit 2011 bestehender Abwärtstrend geknackt wurde.

Das daraus resultierende Kurspotenzial für den Euro liegt in den kommenden drei bis sechs Monaten bei 1,40 $. Dort verläuft der seit 2008 gültige, längerfristige Abwärtstrend. Ob der Euro es im weiteren Verlauf des Jahres auch schafft, diese Hürde zu nehmen, muss sich zeigen. Im Umfeld der sich abzeichnenden Rally an den Aktienbörsen stehen die Chancen hierfür aber nicht schlecht, doch braucht es etwas Geduld.

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