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21.01.2013, 22:34 von Leo Himmelbauer
Villigen/Schwenningen. Um 20 bis 23 Euro, wie erhofft, waren bei Börsegang am 25. Oktober die jungen Aktien der deutschen Hess AG nicht an den Mann zu bringen. Der Ausgabepreis wurde schliesslich mit 15,50 Euro festgesetzt. Keine sechs Euro sind nach dem Kurssturz um mehr als 60 Prozent am Montag noch übrig. Grund dafür: Wegen des Verdachts der Bilanzmanipulation hat das Unternehmen seine beiden Vorstände fristlos vor die Tür gesetzt. Beiden sei aus wichtigem Grund mit sofortiger Wirkung gekündigt worden, teilte der Börsenneuling am Montag mit. Vorstandschef war bisher Christoph Hess, ein Mitglied der Gründerfamilie.
Interne Prüfungen hätten ergeben, dass es "wahrscheinlich über einen längeren Zeitraum mit Kenntnis des Vorstands zu Verstößen gegen Bilanzierungsregelungen gekommen" sei. Es bestehe der Verdacht, dass mindestens seit 2011 fingierte Umsätze ausgewiesen worden seien. Die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage sei dadurch zu positiv dargestellt worden.
Auf der Sondersitzung des Aufsichtsgremiums sei zudem beschlossen worden, eine Sonderuntersuchung durch unabhängige Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte durchführen zu lassen, um das Ausmaß eines möglichen Schadens sowie bestehende Ansprüche festzustellen. Till Becker sei mit sofortiger Wirkung zum Mitglied des Vorstands der Gesellschaft bestellt worden. Er war in den vergangenen Jahren als Berater und Interimsmanager und zuvor über 20 Jahre bei DaimlerChrysler tätig.
Das Schwarzwälder Unternehmen hatte für 2011 Umsätze von 68,1 Millionen Euro und für die ersten drei Quartale 2012 Umsatzzuwächse von 33,7 Prozent berichtet. Mit dem Gang auf das Börsenparkett wurden 35,65 Millionen Euro eingenommen. Die Familie des am Montag geschassten Vorstandschefs Hess hält seitdem noch ein Drittel der Anteile. Finanzchef war bisher Peter Ziegler. Auch er wurde gefeuert.
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