22.01.2013, 06:13

Mehr Konkurrenz für die Deutsche Börse

Deutsche Börse-Chef Reto Francioni / Bild: EPA (Boris Roessler)

Die Deutsche Börse stellt sich wegen der Zusammenschlüsse in der Branche auf steigenden Wettbewerb ein.

Frankfurt. Sowohl in den USA als auch in Asien würden viele Börsenbetreiber ihre Kräfte bündeln, sagte Vorstandschef der Deutschen Börse, Reto Francioni, am Montagabend - und zitierte den ehemaligen deutschen Fußballnationaltrainer Berti Vogts: "Die Breite an der Spitze ist dichter geworden." Der angekündigte Kauf der New York Stock Exchange (Nyse) durch den US-Konkurrenten ICE habe Deutschlands größter Börsenbetreiber erwartet und sich darauf vorbereitet, erklärte Francioni. "Er bereitet uns keine schlaflosen Nächte, aber er zeigt deutlich: Wir dürfen und wir werden uns keine Minute ausruhen."

Die Deutsche Börse wolle in den kommenden Jahren vor allem auf neue Märkte setzen, betonte Francioni beim Neujahrempfang des Konzerns in Eschborn bei Frankfurt. "Das entscheidende Wachstum in unseren Märkten wird zukünftig nicht in Europa oder Nordamerika stattfinden, sondern in Asien und Lateinamerika." Die Deutsche Börse habe sich dort in den vergangenen zwölf Monaten massiv verstärkt und werde es weiter tun.

Francioni geht davon aus, dass die Konsolidierung der Branche auch in Asien weiter voranschreiten wird - "und wir täten gut daran, diese Entwicklung scharf im Auge zu behalten". Die Börsen in Tokio und Osaka haben fusioniert, die Handelsbetreiber in Hongkong, Shenzhen und Shanghai arbeiten enger zusammen. Francioni selbst strebt - nach diversen gescheiterten Versuchen - keine Fusionen oder große Übernahmen mehr an. Nach der europäische Mehrländerbörse Euronext, die 2014 auf den Markt kommen könnte, will die Deutsche Börse ihre Fühler nicht ausstrecken, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

(Reuters)

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