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14.02.2013, 14:47
Wien/München. Der freiwillige Rückzug der Immofinanz aus dem Milliarden-Poker um die BayernLB-Immobilientochter GBW dürfte vorerst keine Nachahmer finden. Das Wiener Unternehmen habe sich unter anderem wegen der geforderten Mieterschutzklauseln aus dem Rennen verabschiedet, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen am Donnerstag zu Reuters. Zudem wäre es für die Immofinanz schwierig geworden, die GBW rasch mit ihrer eigenen Wohnungstochter Buwog zu fusionieren. Die BayernLB verkauft nämlich nur einen Anteil von 92 Prozent an der GBW - acht Prozent der Anteil befinden sich in Streubesitz. Da diese Rahmenbedingungen eigentlich schon zu Beginn des Verkaufsprozesses klar waren, werde der Rückzieher der Immofinanz vermutlich "ein Einzelfall" bleiben, sagte einer der Insider. Rund eine Handvoll Bieter sei weiter im Rennen.
Viele von ihnen - etwa die Augsburger Patrizia Immobilien, die bayerischen Kommunen und die Wiener Conwert - wollen die Wohnungen Insidern zufolge längerfristig behalten und können daher besser mit der sogenannten "Sozialcharta XXL" leben. Die bayerische Landesregierung hat durchgesetzt, dass beim Verkauf Schutzklauseln in jedem einzelnen Mietvertrag festgeschrieben werden. Sie sehen unter anderem ein lebenslanges Wohnrecht für alte Mieter vor, sagte ein Insider. Sollte ein Konzern die Wohnungen irgendwann weiterverkaufen wollen, habe der Mieter und anschließend auch noch die Kommune ein Vorkaufsrecht. Die BayernLB wollte sich zum Verkaufsprozess nicht äußern.
Die Immofinanz hatte am Mittwochabend überraschend erklärt, ihr Angebot für die 32.000 Wohnungen in München und Nürnberg zurückzuziehen. "In der gegebenen Konstellation ist die Bildung eines deutsch-österreichischen börsennotierten Wohnimmobilienkonzerns in einem für uns akzeptablen Zeitrahmen nicht machbar", erklärte Firmen-Chef Eduard Zehetner. Er wollte den Wert der Wohnungs-Tochter Buwog mit dem Zukauf steigern und das Portfolio anschließend in Deutschland an die Börse bringen.
Deutsche Wohnimmobilien sind derzeit bei Investoren begehrt, weil sie in unsicheren Zeiten durch die Schuldenkrise konstant hohe Renditen versprechen. Das treibt allerdings auch den Preis: Im GBW-Verkaufsprozess lagen die ersten unverbindlichen Angebote Kreisen zufolge bei mehr als zwei Milliarden Euro. Damit würde die BayernLB das Paket über dem Buchwert verkaufen.
Die Immofinanz will sich nun nach anderen Zukaufsmöglichkeiten in Deutschland umsehen. "Wir sind interessiert an Immobilien im Westen Deutschlands, je größer die Stadt, umso besser", hat Zehetner Mitte Dezember in einem Reuters-Interview betont. Damit soll das Immobilienportfolio der Tochter Buwog auf vier bis fünf Milliarden Euro von derzeit 2,6 Milliarden Euro wachsen. Mit der GBW-Übernahme hätte sie diese Größe auf einen Schlag erreicht. Die BayernLB-Immobilien sind auf absehbare Zeit das letzte große deutsche Wohnimmobilien-Portfolio, das auf den Markt kommt.
(Reuters)
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