15.11.2013, 19:20

Bilanzen in Deutschland besser als im Rest Europas

Bild: dpa (Boris Roessler)

Immer noch müssen die Unternehmen Währungsverlusten, einer nur zögerlichen Konjunkturerholung und Wachstumssorgen in den Schwellenländern Tribut zollen. Deutschen Firmen geht es dabei vergleichsweise gut.

Frankfurt. Solide, aber nicht berauschend. So urteilen Börsianer über eine Berichtssaison in Deutschland, an die sie ohnehin keine hohen Erwartungen hatten. Im europäischen Vergleich stachen die deutschen Dax-Firmen mit ihrem Zahlenwerk aber immerhin positiv hervor. Das macht Aktienstrategen zuversichtlich, dass der deutsche Leitindex seine Rekordjagd bis zum Jahresende fortsetzen wird.

Immer noch müssen die Unternehmen Währungsverlusten, einer nur zögerlichen Konjunkturerholung und Wachstumssorgen in den Schwellenländern Tribut zollen. Im dritten Quartal lagen dennoch immerhin 59 Prozent der Dax-Firmen nach Daten von Thomson Reuters Starmine im Rahmen der Prognosen und darüber. "Es konnten einige Unternehmen positiv überraschen. Zum einen hat sich die wirtschaftliche Lage aufgehellt, zum anderen haben die Unternehmen tief gestapelt", erläutert Commerzbank-Stratege Markus Wallner. Die Fondsgesellschaft Threadneedle bezeichnete die Unternehmensgewinne als ermutigend. "Nach einer Stagnationsphase dürften die Unternehmensgewinne dank der besseren globalen Wachstumsaussichten wieder steigen", erklärt Mark Burgess, Chief Investment Officer bei Threadneedle.

Ausblicke fallen trüb aus

Lichtblicke gab es unter anderem im deutschen Autosektor: Der Stuttgarter Konzern Daimler glänzte mit einem kräftigen Plus beim Betriebsgewinn, ebenfalls positiv fiel die Bewertung der Bilanz von Volkswagen und Continental aus. "Dank Modelloffensiven stehen die deutschen Autobauer fundamental gut da", meint LBBW-Analyst Ralph Herre. Auch die sich wieder aufhellenden chinesischen Konjunkturaussichten spielen seiner Meinung nach den Autobauern in die Karten. "Viele produzieren außerhalb Europas und hatten damit zuletzt weniger Währungsverluste als Konzerne in anderen Branchen." Der rasante Kursanstieg der Gemeinschaftswährung Euro bringt derzeit viele exportorientierte Konzerne ins Schwitzen. Denn er schmälert die in Schlüsselmärkten erzielten Einnahmen nach Umrechnung in Euro.

Doch es gab auch genug negative Beispiele: Immerhin 41 Prozent der Dax-Unternehmen verfehlten die Erwartungen der Finanzmärkte. Zudem fielen die Ausblicke zumeist zurückhaltend aus. Unter anderem vergraulten die Versorger die Anleger mit ihrem Zahlenwerk. Besonders Federn lassen mussten die Aktien von RWE, nachdem das Management für 2014 einen deutlichen Ergebnisrückgang in Aussicht stellte. "Bei den Versorgern ist allerdings nun bereits viel Negatives vorweggenommen und dadurch Raum für positive Überraschungen. Dies könnte dann der Fall sein, wenn der laufende Kapazitätsabbau abgeschlossen ist", sagt Herre.

Im europäischen Vergleich schnitten die deutschen Firmen mit ihren Ergebnissen insgesamt deutlich besser ab. In Ländern wie Frankreich, Italien oder Spanien haben mehr als die Hälfte der Unternehmen aus Sicht der Analysten nicht abgeliefert und die Prognosen verfehlt. Vor allem die starke Konjunkturabhängigkeit und Exportstärke hilft den deutschen Firmen. Da die meisten Experten von einer sich weiter aufhellenden Wirtschaftslage in Europa ausgehen, setzen Investoren deshalb gerne auf deutsche Werte.

Die meisten Strategen sehen den Dax unter anderem deshalb weiter im Aufwind. Aktuell steht das Börsenbarometer nahe seines Rekordhochs von 9193 Zählern und hat seit Jahresbeginn rund 20 Prozent zugelegt. "Im Schlussquartal sollte nicht mehr viel anbrennen. Das Umfeld für Aktien bleibt weiter positiv, solange das Geld billig bleibt", sagt Wallner. Die niedrigen Zinsen und konjunkturstützenden Maßnahmen der Zentralbanken sind maßgeblich für die Rally an den Aktienmärkten verantwortlich. "Der Dax dürfte in diesem Jahr noch nicht seine Höchststände gesehen haben", fasst Herre zusammen. Noch ist das billige Geld der Zentralbanken der Motor der Börsen - bis die Unternehmen mit ihren Bilanzen dem Gesamtmarkt zusätzlichen Schub verleihen können, dürfte es dauern.

(Reuters)

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