04.02.2016, 12:23  von Reuters/schu

"Ohne die EZB wäre die Eurozone in eine Deflation gerutscht"

Mario Draghi / Bild: (c) REUTERS (VINCENT KESSLER)

EZB-Präsident Mario Draghi will die Mini-Inflation in der Euro-Zone rasch und entschlossen bekämpfen. Eine abwartende Haltung in der Geldpolitik berge die Gefahr, dass die Teuerungsrate auf Dauer niedrig bleibe, sagte der Italiener am Donnerstag bei einer Bundesbank-Konferenz in Frankfurt.

"Und falls das geschieht, bräuchten wir eine viel stärker konjunkturfördernde Politik, um das zu ändern. Aus dieser Perspektive betrachtet ist das Risiko, zu spät zu handeln, größer als die Gefahr eines zu frühen Handelns."

Während die Europäische Zentralbank (EZB) als idealen Wert für die Wirtschaft mittelfristig knapp zwei Prozent Inflation anpeilt, waren im Januar die Preise im Zuge des Ölpreis-Verfalls lediglich um 0,4 Prozent gestiegen. Für das Gesamtjahr 2016 hat die Notenbank noch im Dezember eine Inflationsrate von 1,0 Prozent veranschlagt. Diese Prognose wackelt inzwischen aber erheblich. Wird sie im März kassiert, wenn zur EZB-Zinssitzung neue Inflationsprognosen der Notenbank-Experten vorliegen, würde dies Befürwortern einer noch lockereren Geldpolitik weitere Argumente liefern.

Draghi hatte erst Montag vor dem Europäischen Parlament in Straßburg gesagt, ohne die EZB-Politik mit ihren milliardenschweren Anleihenkäufen wäre die Euro-Zone 2015 in eine Deflation gerutscht - eine gefährliche Spirale aus fallenden Preisen, rückläufigen Löhnen und stockenden Investitionen.

Zentralbanken haben dem EZB-Präsidenten zufolge trotz aller Probleme die nötigen geldpolitischen Instrumente an der Hand. So sei inzwischen auch klar, dass es für die Währungshüter bei den Schlüsselzinsen keine Untergrenze bei null Prozent gebe. Im Euro-Raum liegt der Leitzins schon seit September 2014 auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent, der sogenannte Einlagensatz aber bei minus 0,3 Prozent. Geschäftsbanken müssen also Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken. Es wird damit gerechnet, dass die EZB im März den Einlagensatz weiter senkt.

Unterdessen geht die EZB in ihrem jüngsten Wirtschaftsbericht davon aus, dass die Inflationsrate in den 19 Euro-Ländern niedrig bleiben wird. Sie könne sogar in den nächsten Monaten unter die Nulllinie fallen. Erst im späteren Jahresverlauf 2016 werde die Teuerungsrate wieder anziehen.

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Kommentare

2 Kommentare

Marcelus meint

Der Schwachsinn ist nicht einmal "Österreich"-Lesern zuzumuten. Deflation haben wir schon die längste Zeit (nur die Gebührenerhöhungen im öffentlichen Sektor verhindern ein anderes Bild). Bei der Verlustverteilung der wertlosen Staats- und Unternehmensanleihen aus dem Bankensektor von der EZB an die Euro-Länder (= Gesamtheit der europäischen Steuerzahler) bin ich dann gespannt, welche dumm-dreiste Begründung dann medial von diesem Goldman Sachs-Gaukler nachgeschoben wird...

verfasst am 04.02.2016, 17:43

phoebe05 meint

A bisserl engstirnig gedacht, der Ölpreis ist ja nur manipuliert niedrig um Konkurrenz und einzelnen ölfördernden Staaten zu schaden, wenn der Ölpreis steigt rasseln wir in eine Hyperinflation, aber wie soll das ein EU Beamter mit Millionensalär behirnen?

verfasst am 04.02.2016, 14:45

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