09.02.2016, 15:13  von Reuters

UniCredit spürt weiter Gegenwind - Gewinn schrumpft

Bild: APA/ROBERT JAEGER

Die Bank Austria-Mutter UniCredit hat das Jahr 2015 mit einem auf 1,7 Milliarden Euro gesunkenen Nettogewinn abgeschlossen. "In wenigen Monaten sind wichtige Bereiche wie Österreich und die Ukraine gelöst worden. Wir arbeiten schnell und entschlossen an der Kostenreduzierung", sagt CEO Federico Ghizzoni.

Die Bank Austria-Mutter UniCredit hat im vergangenen Jahr deutlich weniger verdient. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 1,7 Milliarden Euro, wie die italienische Großbank am Dienstag mitteilte. Das sind 15,6 Prozent weniger als 2014. Während die Einnahmen fielen, gingen die Kosten nach oben. Die Analystenerwartungen wurden aber zumindest klar übertroffen.

An der Börse standen die Aktien italienischer Geldhäuser zuletzt massiv unter Druck, weil sie nach der jahrelangen Rezession im Land zusammen faule Kredite in Höhe von gut 200 Milliarden Euro angehäuft haben. UniCredit-Papiere fielen am Dienstag um fast fünf Prozent.

Im vierten Quartal lief es allerdings deutlich besser als von Analysten erwartet. UniCredit kam auf einen Überschuss von 153 Millionen Euro. Das waren zwar zehn Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Branchenexperten hatten aber mit einem Verlust von 140 Millionen Euro gerechnet.

Verantwortlich für den Gewinnrückgang waren Kosten für den Konzernumbau, Abschreibungen auf Beteiligungen sowie höhere Kosten für regulatorische Auflagen.

Die Erträge der Bank betrugen im Vorjahr 22,4 Milliarden Euro, was einem Minus von 0,7 Prozent gegenüber 2014  entsprach. Die Ausgaben beliefen sich auf 13,6 Milliarden Euro, das sind 0,8 Prozent mehr als 2014. Die Bank will eine Dividende in Höhe von 12 Cent per Aktie - in bar oder in eigenen Aktien - ausschütten.

"Sind fähig, Kapital zu generieren"

"Die Resultate bestätigen unsere Fähigkeit, Kapital zu generieren", kommentierte UniCredit-CEO Federico Ghizzoni. Angesichts des schwierigen makroökonomischen Umfelds vor allem für den Bankensektor sei das Resultat beachtenswert.

Die Umsetzung des Entwicklungsplans schreite zügig voran. "In wenigen Monaten sind wichtige Bereiche wie Österreich und die Ukraine gelöst worden. Wir arbeiten schnell und entschlossen an der Kostenreduzierung. Die Qualität unserer Kredite bessert sich laufend. Die notleidenden Kredite sind unter Kontrolle. Eine Gruppe von internationaler Dimension kann damit umgehen", kommentierte Ghizzoni die Zahlen.

Der Stellenabbau und die Filialschließungen bei der italienischen Großbank UniCredit haben sich im Jahr 2015 weiter fortgesetzt. Das Geldhaus hat 3.511 Jobs abgebaut. Damit schrumpfte die Zahl der Mitarbeiter von 129.021 auf 125.510 Ende 2015, teilte die Bank am Dienstag mit. 582 Filialen wurden zugesperrt. Ende 2015 betrug die Zahl der Filialen 6.934.

Alleine im vierten Quartal seien 1.300 Vollzeitjobs weggefallen und 121 Filialen geschlossen worden, heißt es in der Pressemitteilung der Bank.

Der Jobabbau wird auch im laufenden Geschäftsjahr 2016 weitergehen: Am 5. Februar habe man mit den italienischen Gewerkschaften den Abschied von 2.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern "auf freiwilliger Basis" vereinbart.

Die Aktie stand auch nach Bekanntgabe der Zahlen weiter unter Druck. An der Mailänder Börse kamen die Jahresergebnisse der Bank Austria-Mutter nicht gut an. Wegen starker Kursverlusten musste die UniCredit-Aktie vorübergehend vom Handel ausgesetzt werden.

Seit Ende 2015 verlor die Aktie wegen der Sorgen über den Zustand der italienischen Banken fast 45 Prozent und liegt auf dem tiefsten Stand seit Mitte 2012, berichtete die Nachrichtenagentur dpa-AFX. Das Papier ist damit einer der schwächsten Titel unter den europäischen Banken.

"Notleidende Kredite in Italien unter Kontrolle"

UniCredit-Chef Federico Ghizzoni hält die Reaktionen der Finanzmärkte auf das Problem der notleidenden Kredite im italienischen Bankensektor für "übertrieben". "Die italienischen Banken wachsen alle, mehr oder weniger. Man muss der Frage der notleidenden Kredite in Italien Aufmerksamkeit schenken, doch der Höhepunkt ist erreicht worden. Man kann mit der Situation umgehen", sagte Ghizzoni.

Das Problem könne zwar nicht in wenigen Tagen gelöst werden. "Wenn man den Banken jedoch die Möglichkeit gibt, auf richtige Weise mit den notleidenden Krediten umzugehen, kann man die Lage in wenigen Jahren handhaben", versicherte Ghizzoni im Gespräch mit Analysten nach der Vorstellung der Jahresergebnisse 2015 der Bank Austria-Mutter am Dienstag.

Laut dem CEO werden die notleidenden Kredite in diesem Jahr weiterhin sinken. "Wir suchen nach allen Möglichkeiten, die notleidenden Kredite zu drücken, weil diese die Bilanzen belasten", so Ghizzoni. Man müsse jedoch die richtigen Bedingungen für die Auslagerung der notleidenden Kredite schaffen.

Dank des besseren Cash Flow könnte die Bank Austria-Mutter 2016 die Dividende wieder bar ausschütten. Die Dividende wird 12 Cents pro Aktie betragen, berichtete Ghizzoni. In den vergangenen zwei Jahren hatte UniCredit die Dividende in Aktien gezahlt.

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