18.02.2016, 10:41  von Manfred Haider

Anleihen: "Es müssen nationale Champions sein"

Bei Anleihen ist immer mehr Fingerspitzegefühl gefragt. / Bild: (c) REUTERS/KAI PFAFFENBACH

Österreich zahlt für neue Anleihen so tiefe Coupons wie noch nie. Experte Markus Peters spricht über die Gefahren auf dem Anleihenmarkt und darüber, wo das Chancen-Risiko-Verhältnis am besten ist.

Wien. Für Patrioten ist dies zwar ein Grund zur Freude, für Anleger aber nicht. Österreich hat sich fünf Milliarden € vom Kapitalmarkt geholt und den Anlegern für 10,5 Jahre laufende Staatsanleihen nur einen Coupon von 0,75 Prozent bieten müssen. Zwar konnte die Republik aufgestockte Anleihen im Vorjahr mit tieferen Renditen platzieren, aber es war diesmal der niedrigste Coupon für eine neu emittierte Anleihe mit dieser Laufzeit.

Bei einem 31 Jahre laufenden Papier, das ebenfalls begeben wurde, muss Österreich nur einen Coupon von 1,5 Prozent zahlen. In Deutschland liegt die Sekundärmarktrendite für 30-jährige Staatspapiere bereits unter einem Prozent. Doch wer kauft diese Papiere noch? Markus Peters, Anleihenexperte bei der US-Investmentfirma Alliance Bernstein (AB),hält diese Anleihen für ein probates Mittel, um ein Fondsportfolio auszubalancieren. Für Kleinanleger, die diese Anleihen 30 Jahre lang halten wollen, könne man diese Rendite aber kaum als attraktiv bezeichnen.

Systemrelevante Banken

Auch die in den vergangenen Wochen teilweise stark unter Druck geratenen Coco-Bonds (nachrangige Bankanleihen) hat AB in der Vergangenheit nur in geringem Maß für die Beimischung in High-Yield-Fonds eingesetzt. "Wenn wir diese Anleihen kaufen, dann ist es für uns ganz wichtig, dass es Anleihen von systemrelevanten Banken sind. Es müssen nationale Champions sein", sagt Peters. Zudem setze man auf Banken, die eher im Privatkundengeschäft tätig seien und weniger im Investmentbanking. Weiters hat AB eine starke Präferenz für nordeuropäische Emittenten.

Dass auch andere Anleger bei Coco-Bonds differenzieren, zeigte sich zuletzt an der Börse. Gab es im Dezember noch geringe Unterschiede bei den Risikoprämien der Bankanleihen, so entwickelte sich in den letzten zwei Wochen ein Gefälle. Die Risikoprämien der als negativ wahrgenommenen Titel wie die der Deutschen Bank oder von italienischen Banken schossen nach oben, während die Nachranganleihen anderer Banken sich relativ konsistent zum breiten Anleihenmarkt verhielten.

"Wir sehen aber keine imminente Bankenkrise in Europa", wie Peters betont. Die fundamentale Lage hat in den letzten Wochen nicht rapide abgenommen, weshalb keine Neubewertung hätte stattfinden müssen. Dennoch hätten einige Banken noch einen längeren Weg der Umstrukturierung vor sich.

"Wir vermeiden es derzeit auch, in rohstoffbezogene Anleihen zu investieren, besonders in den USA, weil wir für die nächsten zwölf bis 24 Monate sehr hohe Ausfallsraten erwarten", sagt Peters. Ebenso meidet der Experte Anleihen von Staaten, deren fiskale und politische Strukturen schwer durchschaubar sind, wie etwa die Ukraine, Russland, Venezuela und Argentinien.

"Dennoch bietet der Hochzinsanleihenmarkt eine Alternative zum Aktienmarkt, wenn man die Volatilität begrenzen und nicht zu viel Renditepotenzial einbüßen will", sagt Peters. Aktuell bevorzugt er mit "BB" und "B" geratete Unternehmensanleihen aus den defensiven Sektoren Telekom, Pharma und dem nicht zyklischen Konsum.

(WirtschaftsBlatt, Print-Ausgabe, 2016-02-18)

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