18.02.2016, 11:08

Fresenius vor Lösung seines US-Problems

Fresenius planiert Klagen rund um Dialyselösungen in den USA. / Bild: (c) Fresenius/A3500 Fotoreport

Analysten sehen den angestrebten Deal des deutschen Dialysekonzerns Fresenius Medical Care (FMC) in den USA positiv.

Frankfurt. Der Dialysekonzern Fresenius Medical Care (FMC) will einen Streit mit Hunderten US-Klägern um zwei seiner Mittel durch eine Millionenzahlung aus der Welt schaffen. Das Unternehmen habe in einem Produkthaftungsverfahren, in dem es um seine Dialyselösungen GranuFlo und NaturaLyte geht, eine "grundsätzliche außergerichtliche Einigung" mit den Klägern erzielt, teilte FMC am späten Mittwochabend mit. Wenn mindestens 97 Prozent der Kläger dem von ihren Anwälten ausgehandelten Deal zustimmen, werde der Konzern aus dem hessischen Bad Homburg im August 250 Millionen Dollar ausbezahlen.

Der Streit um die Dialyselösungen GranuFlo und NaturaLyte schwelt schon viele Jahre. 2012 warf eine Gruppe von Anwälten FMC vor, unzureichend über die Nebenwirkungen der Mittel informiert zu haben, und reichte in Boston eine Sammelklage gegen das Unternehmen ein. FMC wies die Vorwürfe damals zurück. Ein falsche Dosierung von GranuFlo kann Studien zufolgen zu einem Herzstillstand bei Patienten führen. FMC betonte nun, beide Mittel seien "bei verschreibungsgemäßer Dosierung sicher und wirksam". Sie zählten in den USA weiterhin zu den meistverabreichten Dialyselösungen.

FMC wird die zu erwartende Vergleichszahlung noch im Jahresabschluss 2015 verarbeiten. Ein Großteil des Betrags, 220 Millionen Dollar, würde von Versicherungen übernommen, erklärte das Unternehmen. Da im Zusammenhang mit dem Abschluss des Verfahrens noch weitere Kosten anfallen, wird das Vorsteuerergebnis 2015 durch den Vergleich laut FMC mit 60 Millionen Dollar belastet.

FMC kommt mit der Einigung billiger weg als erwartet. "Wir glauben, das ist ein hervorragendes Ergebnis für die Firma und nimmt ein potenzielles Risiko aus dem Aktienkurs", urteilte Analyst Tom Jones von Berenberg. Die Berenberg-Experten hatten mit einer deutlich höheren Summe für den Vergleich gerechnet. Ein Händler betonte, es sei positiv, dass die Zahlung in der Bilanz von 2015 enthalten sein werde. Die im Dax notierte FMC-Aktie tendierte leicht im Minus bei 76,56 Euro.

Der Umsatz von FMC stieg nach vorläufigen Zahlen 2015 um rund sechs Prozent auf 16,7 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn, der sich 2014 auf 1,05 Milliarden Dollar belief, habe um etwa zwei Prozent zugelegt - jedoch nur, wenn die Vergleichszahlung herausgerechnet würde. Unter dem Strich könnte das Unternehmen, das seit Jahren unter Kürzungen im US-Gesundheitssystem leidet, also den dritten Gewinnrückgang in Folge verzeichnen. Angepeilt hatte FMC einen Anstieg zwischen null und fünf Prozent. FMC-Chef Rice Powell versucht unter anderem mit einem Sparprogramm das Ruder herumzureißen. "Und ich bin sicher, dass wir zeigen können, dass wir die Kurve gekriegt haben", sagte er im November im Reuters-Interview.

Die detaillierten Zahlen des Jahres 2015 wollen FMC und der Mutterkonzern Fresenius am kommenden Mittwoch (24. Februar) bekanntgeben.

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