02.03.2016, 10:53  von Patricia Uhlig/Reuters

Unternehmen schütten Füllhorn über Aktionären aus

Bild: APA/AFP/dpa/FRANK RUMPENHORST

Europäische Unternehmen werden heuer Dividenden in der Höhe von 315 Milliarden Euro ausschütten. Im Schnitt lässt sich mit den Dividendentiteln eine Rendite von drei bis 3,5 Prozent erzielen.

Niedrige Zinsen und Mini-Renditen bei Anleihen verderben Sparern schon seit langem die Laune. Auch wer Aktien im Depot hat, musste zu Beginn des Jahres angesichts fallender Kurse starke Nerven beweisen. Wohl dem, der die Papiere behalten hat: Allein Deutsche Unternehmen zahlen in diesem Jahr nach Einschätzung von Experten so hohe Dividenden an ihre Investoren wie noch nie. Die ersten Zahlen der Konzerne, die ihre Geschäftsergebnisse schon veröffentlicht haben, bestätigen den Trend.

Daimler, Bayer, Henkel, die Deutsche Telekom, selbst die vom Staat einst gerettete Commerzbank und auch zahlreiche Firmen aus der zweiten und dritten Börsenreihe wollen ihre Aktionäre stärker am Gewinn beteiligen. 38 Milliarden Euro werden die größten deutschen börsennotierten Unternehmen aus Dax, MDax und TecDax nach Berechnungen der DZ Bank in diesem Jahr ausschütten - drei Prozent mehr als 2015. Auch auf europäischer Ebene rechnet Allianz Global Investors mit einem Plus von drei Prozent auf über 315 Milliarden Euro. Ebenfalls ein Rekordwert. "Den Unternehmen geht es derzeit wirklich gut", sagt Fondsmanager Jörg de Vries-Hippen von Allianz Global Investors. Dabei helfe der schwache Euro, der den Export stütze, niedrige Zinskosten für Unternehmen sowie eine solide Nachfrage aus dem Binnenmarkt, fügt DZ-Bank-Anlagestratege Christian Kahler hinzu.

Die Spitzenreiter kommen de Vries-Hippen zufolge aus der Versicherungsbranche. Münchener Rück schüttet 8,25 Euro je Aktie aus - so viel wie noch nie - und auch die Allianz schraubte ihre Dividende auf 7,30 Euro nach oben. "Unternehmen haben verstanden, wie wichtig es für Anleger ist, dass eine stetige Ausschüttung gezahlt wird", sagt de Vries-Hippen. "Wer eine Dividende zahlt, zeigt, dass er auf einen stabilen Geschäftsbetrieb setzt."

Im Schnitt lässt sich mit den Dividendentiteln eine Rendite von drei bis 3,5 Prozent erzielen, wie die Experten von DZ Bank und Allianz Global Investors vorrechnen. Selten sei damit die Diskrepanz zu den europäischen Staats- und Unternehmensanleihen so groß gewesen. Für eine zehnjährige Bundesanleihe gibt es derzeit gerade noch rund 0,12 Prozent Zinsen.

Doch nicht alle deutschen Schwergewichte machen sich bei Anlegern beliebt. Die von der Energiewende gebeutelten Versorger kommen auf keinen grünen Zweig, schreiben Verluste und müssen sich neue Geschäftsmodelle suchen. Da bleibt kaum mehr etwas für Aktionäre übrig: RWE kappte für 2015 die Ausschüttung für Stammaktien komplett, für stimmrechtslose Vorzugspapiere soll es immerhin eine Mini-Dividende geben. Der Rivale E.ON bereitete seine Investoren auf niedrigere Dividenden in den kommenden Jahren vor. Auch bei der Deutschen Bank gehen Aktionäre erst einmal leer aus: Wegen hoher Rechtsrisiken und unverdauter Probleme aus der Finanzkrise schreibt das größte deutsche Geldhaus Milliardenverluste.

2017 dürfte weiteres Rekordjahr werden

Über alle Branchen hinweg könnten sich Anleger aber generell auf weiter steigende Ausschüttungen freuen, schenkt man den Analysten der DZ Bank Glauben. Sie erwarten für 2017 im Dax, MDax und TecDax Dividenden von insgesamt fast 42 Milliarden Euro. Die soliden Bilanzen der Unternehmen sprächen dafür, dass Spielraum für höhere Gewinnbeteiligungen vorhanden sei.

Experte de Vries-Hippen warnte allerdings davor, trotz dieser positiven Aussichten überstürzt Aktien zu kaufen. "Mindestens genauso ausschlaggebend ist für uns die Dividenden-Historie", sagt er. Nachhaltige Renditen von vier bis sechs Prozent seien ein Beleg für ein belastbares Geschäftsmodell.

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