08.03.2016, 12:51  von Reuters/schu

Britische Banker wollen keine Chefs mehr sein

Bankenviertel in London / Bild: (c) LEON NEAL / AFP / picturedesk.com

In der Londoner "City", in der Banker jahrelang mit großen Summen jongliert haben, zieht eine neue Bescheidenheit ein. Den Geldhäusern an Europas größtem Finanzhandelsplatz fällt es immer schwerer, Führungspositionen zu besetzen.

Manche Manager spielten ihre Verantwortung neuerdings auch gerne herunter. Das hat man so noch nicht erlebt. Der Grund: Großbritannien verschärft die Regeln für eine Branche, deren Eitelkeit und Übermut den Steuerzahler in der Finanzkrise Milliarden kostete. Seit dieser Woche können Manager leichter persönlich haftbar gemacht werden, wenn in ihrer Bank etwas grundlegend schiefgeht. Geldstrafen und Arbeitsverbote sind dabei im Ernstfall noch das geringste Übel. Steht ein Institut wegen individueller Fehlentscheidungen vor dem Abgrund, drohen sogar bis zu sieben Jahre Gefängnis.

Mit ihrem Senior Managers Regime (SMR) gehen die Briten weiter als andere europäische Staaten und die USA. Am wichtigen Finanzplatz London bleibt das nicht ohne Konsequenzen. "Ich weiß von Kunden, bei denen die Angestellten partout keine Senior-Positionen haben wollen", erklärt Sarah Henchoz von der Kanzlei Allen & Overy, die Banken berät. "Die Leute machen sich Sorgen, dass sie nachts wach liegen und sich fragen, was ihr Team so treibt und ob sie zum Sündenbock gemacht werden, wenn etwas schiefläuft."

Die neuen Regeln, die von der britischen Notenbank und der Finanzaufsicht FCA kontrolliert werden, gelten zunächst für Vorstandschefs, Finanzchefs, Spartenchefs und Vorsitzende wichtiger Ausschüsse in den Verwaltungsräten. Sie alle werden von den Aufsehern genau durchleuchtet. Schätzungen zufolge dürfte das etwa 10.000 Manager und Mitarbeiter in 900 Banken betreffen. Das sind noch nicht so viele - im Schnitt zwölf Personen pro Institut. Der Kreis wird in den nächsten Jahren aber deutlich ausgeweitet. Ab März 2017 müssen die Banken jährlich die "Eignung und Anständigkeit" von etwa 65.000 Mitarbeitern nachweisen, die zwar nicht zum Senior-Management gehören, aber dank ihrer sonstigen Leitungsfunktionen zu "wichtigen Risikoträgern" im Unternehmen zählen. 2018 dann soll das Regelwerk nicht mehr nur für klassische Banken gelten, sondern beispielsweise auch für Vermögensverwalter.

Eine Lehre aus dem Libor-Skandal

Persönliche Haftung heißt in der Praxis: Die Banker müssen en detail dokumentieren, wie sie Entscheidungsprozesse gesteuert und dabei sichergestellt haben, dass es keine Regelverstöße gibt. Sie müssen auch Jahre später noch genau nachweisen können, wann sie was entschieden und gegebenenfalls an wen delegiert haben. In einigen Fällen führe das dazu, dass Manager bei den Aufsichtsbehörden behaupteten, ihr Einfluss auf die Untergebenen sei gar nicht so groß wie gedacht, berichtet Ron Gould, der früher auf Aufsichtsseite tätig war und heute Finanzinstitute bei der Umsetzung neuer regulatorischer Vorgaben berät. "Aber das ist wahrscheinlich mehr Wunschdenken als alles andere." Denn die individuellen Prüfungen verlaufen streng. Von einem sogenannten "Schnüffeltest" der Aufseher ist die Rede.

Nach Einschätzung von Adrian Crawford von der Kanzlei Kingsley Napley hätten viel mehr Banker für die Tricksereien bei wichtigen Zinssätzen wie dem Interbankenzins Libor zur Rechenschaft gezogen werden können, wenn es die strengeren Dokumentationspflichten schon früher gegeben hätte. Der britische Bankenverband BBA versucht derweil dem Eindruck entgegenzutreten, die neuen Regeln aushöhlen zu wollen. Vielmehr biete sich jetzt die Chance, zu überprüfen, ob man die richtigen Leute in den richtigen Positionen habe und ob die Job-Beschreibungen klar genug seien, heißt es bei der Lobby-Organisation. Branchenkenner sagen, wenn zumindest das gelinge, wäre ein großer Schritt getan, um das Vertrauen in die Londoner "City" wiederherzustellen.

31.08.2016, 15:32

BMW: Aus Freude an der Überholspur

31.08.2016, 11:52

Kika-Leiner-Mutter Steinhoff steigert Gewinn kräftig

31.08.2016, 11:51

"Es gibt zu viele Banken"

Kommentare

0 Kommentare

30.08.2016, 18:23

Europas Leitbörsen schließen überwiegend im Plus

Börseschluss. Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 stieg um 32,25 Einheiten oder 1,08 Prozent auf 3.030,75 Punkte.

30.08.2016, 11:19

Volkswagen will beim E-Scooter der Post mitmachen

Volkswagen hat verärgert auf die Pläne der Deutschen Post reagiert, auf eigene Rechnung einen Elektro-Transporter zu bauen.

30.08.2016, 10:37

VW nimmt nach Lieferstreit Einkauf unter die Lupe

Nach dem Ende des Streits mit einem Lieferanten stellt Volkswagen seine Beschaffungspolitik auf den Prüfstand.

30.08.2016, 06:12

Volkswagen klagt nicht gegen Verkaufsstopp in Südkorea

Volkswagen verzichtet auf juristische Schritte wegen des Verkaufsstopps fast all seiner Modelle in Südkorea.

29.08.2016, 15:01

Adidas: Schlechteste Aktie 2014 - Beste 2015 - Beste 2016 - Schlechteste 2017?

Die Aktie haben wir am 14.07.2015 bereits einmal analysiert. Wir schrieben: „Die Adidas-Aktie ist […] nicht zu teuer. Ein Einstieg mit einem mehrjährigen Anlagehorizont an der 200-Tagelinie (rund 65 €) ist attraktiv. Auf Sicht von wenigen Jahren könnte die Aktie auf ein neues Allzeithoch steigen.“

CA Immo Logo
Immofinanz Group Logo

Börsenkurse

Borsenkurse

Top 5

UNIQA INSURA.5,744,99%chart

VIENNA INSUR.17,644,07%chart

RAIFFEISEN B.12,742,33%chart

CONWERT IMMO.15,741,03%chart

BUWOG AG23,310,78%chart

Flop 5

WIENERBERGER.14,25-3,06%chart

SCHOELLER-BL.52,00-2,64%chart

ERSTE GROUP .25,18-2,06%chart

VOESTALPINE .29,67-1,82%chart

ANDRITZ AG45,74-1,62%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

WARIMPEX FIN.0,6513,39%chart

UNIQA INSURA.5,744,99%chart

VIENNA INSUR.17,644,07%chart

WOLFORD AG26,012,40%chart

RAIFFEISEN B.12,742,33%chart

Flop 5

WIENERBERGER.14,25-3,06%chart

SCHOELLER-BL.52,00-2,64%chart

ERSTE GROUP .25,18-2,06%chart

FACC AG5,25-1,89%chart

VOESTALPINE .29,67-1,82%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

COMMERZBANK .6,263,33%chart

DT.T BANK AG.13,202,51%chart

MUENCHENER R.161,550,73%chart

ALLIANZ SE V.133,160,54%chart

HEIDELBERGCE.83,140,26%chart

Flop 5

ADIDAS AG NA.148,56-2,29%chart

PROSIEBENSAT.38,82-2,28%chart

BEIERSDORF A.82,13-1,81%chart

THYSSENKRUPP.20,77-1,47%chart

MERCK KGAA I.94,16-1,31%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

Intel Corpor.35,890,53%chart

Coca-Cola Co.43,430,44%chart

McDonald's C.115,660,26%chart

The Traveler.118,710,20%chart

American Exp.65,580,20%chart

Flop 5

Chevron Corp.100,58-1,10%chart

Boeing Compa.129,45-1,04%chart

E.I. du Pont.69,60-0,91%chart

United Techn.106,43-0,86%chart

Microsoft Co.57,46-0,74%chart

Mehr

Börse Frankfurt

Borsenkurse

Top 5

COMMERZBANK .6,263,33%chart

DT.T BANK AG.13,202,51%chart

MUENCHENER R.161,550,73%chart

ALLIANZ SE V.133,160,54%chart

HEIDELBERGCE.83,140,26%chart

Flop 5

ADIDAS AG NA.148,56-2,29%chart

PROSIEBENSAT.38,82-2,28%chart

BEIERSDORF A.82,13-1,81%chart

THYSSENKRUPP.20,77-1,47%chart

MERCK KGAA I.94,16-1,31%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

DT.T PFANDBR.8,681,99%chart

SCHAEFFLER A.13,931,71%chart

AAREAL BANK .30,200,93%chart

AIRBUS GROUP.51,940,64%chart

SUEDZUCKER A.23,350,61%chart

Flop 5

STEINHOFF IN.5,38-7,03%chart

WACKER CHEMI.83,90-2,98%chart

SALZGITTER A.27,25-2,78%chart

STADA ARZNEI.48,27-2,26%chart

ZALANDO SE I.34,20-2,23%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

GERRY WEBER .11,393,31%chart

WUESTENROT& .17,812,53%chart

GRENKE AG NA.173,201,94%chart

CAPITAL STAG.6,361,29%chart

GRAMMER AG I.52,061,24%chart

Flop 5

HYPOPORT AG .79,20-3,63%chart

KOENIG & BAU.44,06-2,39%chart

FERRATUM OYJ.21,06-1,56%chart

TAKKT AG INH.20,11-1,44%chart

CEWE STIFTUN.74,47-1,42%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

DRAEGERWERK .62,731,78%chart

DIALOG SEMIC.31,601,69%chart

TELEFONICA D.3,710,95%chart

SILTRONIC AG.18,500,92%chart

EVOTEC AG IN.4,510,51%chart

Flop 5

NEMETSCHEK S.52,25-4,13%chart

SLM SOLUTION.27,11-2,93%chart

SMA SOLAR TE.31,52-2,69%chart

XING AG NAME.180,40-2,12%chart

MORPHOSYS AG.38,11-1,87%chart

Mehr

Weltwährungen

USD
Mehr