16.03.2016, 15:56  von Reuters/schu

Luxusmodelle sollen bei BMW digitalen Umbruch finanzieren

Bild: Reuters

Mit neuen Luxusmodellen will BMW den milliardenteuren Wandel vom reinen Autobauer hin zum Anbieter von vernetzten Fahrzeugen und digitalen Diensten finanzieren.

"Unsere Branche steht vor großen Veränderungen", sagte Finanzchef Friedrich Eichiner mit am Mittwoch bei der Vorstellung der neuen Strategie des Autobauers. Immer wichtiger würden automatisiertes Fahren, Digitalisierung und emissionsfreie Autos mit Batterie oder Brennstoffzelle. "Wir führen die BMW Group in eine neue Ära", sagte Vorstandschef Harald Krüger. Weil der Weg dorthin viel Geld verschlingt und neue, aggressive Wettbewerber aus der IT-Branche auf den Plan treten, setzt BMW auf Bewährtes: Große, teure Automodelle wie das Flaggschiff 7er, die eine hohe Marge abwerfen.

"Wir wollen die oberen Segmente stärker attackieren, weil dies die renditestarken sind", sagte Krüger. Ein Riesen-Geländewagen namens X7 ist geplant, über einen Ableger der Luxuslimousine 7er denkt BMW laut nach. Konkurrent Daimler verkauft dank all seiner Varianten der S-Klasse deutlich mehr Fahrzeuge in diesem Segment und verdient dort mehr. BMW will zudem die PS-starke M-Reihe ausbauen, aber auch die elektrische i-Familie. 2018 soll ein i8 Roadster kommen, der preislich ebenfalls in der Luxusliga angesiedelt ist. Ein weiteres neues Modell der i-Reihe kündigte Krüger für den Beginn der 2020er-Jahre an, nannte aber keine Details. Um Kosten zu sparen und um sich in der Produktion nicht zu verzetteln, sollen wenig gefragte Modelle auf den Prüfstand kommen. Bei Mini ist bereits eine Begrenzung angekündigt. 

Wohlfühltemperatur für Passagiere

Neben dem klassischen Fahrzeugverkauf wollen die Münchner künftig mehr Geld mit der Vernetzung verdienen. Das Auto als eine Art digitaler Diener soll das mobile Leben einfacher, komfortabler und sicherer machen, etwa indem es schon vor dem Start die ideale Route berechnet, die Wohlfühltemperatur der Passagiere einstellt oder unterwegs vor Gefahren warnt. "Die Wertschöpfung verschiebt sich von der Hardware in Richtung Software und Service", sagte Krüger. Dort stoßen die Autobauer auf Wettbewerber wie Apple oder Google, die schnell und aggressiv vorgehen und viel Geld in der Hinterhand haben. BMW will künftig alle Fahrzeuge vernetzen und Services über den gemeinsam mit Daimler und Audi gekauften Kartendienst Here an den Start bringen.

Weil unklar ist, wann die hohen Investitionen in neue Geschäfte wieder eingespielt werden, tritt BMW an anderen Stellen auf die Kostenbremse. Über die üblichen jährlichen Effizienzsteigerungen hinaus solle Geld gespart werden, sagte Eichiner und nannte als Beispiele standardisierte Baukästen und die Vernetzung von Einkauf, Produktion und Vertrieb. Die Straffung des Modellprogramms solle das Ergebnis ebenso verbessern.

Da neue Geschäftsfelder dazukommen, die sich nicht in die bisherigen Sparten Auto, Motorrad und Finanzdienstleistungen einsortieren lassen, setzen sich die Münchner ein neues Margenziel: Ab 2017 wird konzernweit eine Umsatzrendite vor Steuern (EBT-Marge) von mindestens zehn Prozent angestrebt. 2015, im sechsten Rekordjahr in Folge, wurde dieser Wert bereits erreicht. Das Pkw-Geschäft soll nach wie vor zwischen acht und zehn Prozent Rendite (Ebit-Marge) einfahren, dasselbe gilt ab nächstem Jahr auch für die Motorrad-Sparte. Für 2016 äußerte sich der BMW-Vorstand wegen der vielen Krisen und Konflikte rund um die Welt und wegen der hohen Kosten vorsichtiger: Gewinn vor Steuern, Umsatz und Absatz sollen leicht steigen.

Mehr zum Thema. Europäischer Automarkt wächst weiter stark - VW fährt hinterher

06:12

Volkswagen klagt nicht gegen Verkaufsstopp in Südkorea

29.08.2016, 18:13

Europas Aktienbörsen fallen wieder ins Sommerloch

29.08.2016, 15:01

Adidas: Schlechteste Aktie 2014 - Beste 2015 - Beste 2016 - Schlechteste 2017?

Kommentare

1 Kommentare

csag8074 meint

Auch wenn man BMW eher mit Luxus in Verbindung bringt als andere Marken, so muss man sich doch vor Augen halten dass der Fokus auf das Luxussegment anderen Autoherstellern schon gerne Verluste brachte. Es ist halt immer die Frage auf wieviele Stück man die Startkosten aufteilen will und in der Preisaufschlag bei geringen Stückzahlen beim Kunden durchsetzbar ist. Auch Kunden bei denen Geld keine Rolle spielt zahlen nichts extra wofür es keinen Nutzen bzw. ein Bedürfnis gibt.

verfasst am 17.03.2016, 13:18

29.08.2016, 06:34

Banken vor Investitionen in Fintechs: „Um Summen geht es gar nicht“

Fintechs werden Banken Teile ihres Geschäfts abgraben. International investieren Geldinstitute daher hohe Summen in Finanz-Startups um – im Erfolgsfall – zu profitieren. Bald dürften auch Austro-Banken Risikokapital begeben.

29.08.2016, 06:34

VW: 22.000 Autos wegen Zuliefererstreit nicht gebaut

Der Zuliefererstreik wird einem Zeitungsbericht zufolge für Volkswagen teuer.

28.08.2016, 14:18

Stada: Neuer Aufsichtsratschef will Umbau vorantreiben

Nach dem Sturz von Stada -Aufsichtsratschef Martin Abend will sein Nachfolger bei dem hessischen Arzneimittel-Hersteller den Umbau vorantreiben.

27.08.2016, 09:14

Deutsche Bank verkauft argentinische Tochter an lokalen Rivalen

Die Deutsche Bank verkauft im Zuge ihres Umbaus ihre Tochter in Argentinien.

27.08.2016, 08:36

Stada-Aktionäre stürzen Aufsichtsratschef

Abend-Dämmerung bei Stada: Die Aktionäre des hessischen Arzneimittel-Herstellers haben Aufsichtsratschef Martin Abend gestürzt.

CA Immo Logo
Immofinanz Group Logo

Börsenkurse

Borsenkurse

Top 5

BUWOG AG23,002,40%chart

IMMOFINANZ AG2,072,32%chart

RAIFFEISEN B.12,251,58%chart

CA IMMOBILIE.16,651,31%chart

LENZING AG105,151,11%chart

Flop 5

OMV AG24,94-1,07%chart

VERBUND AG13,99-0,82%chart

UNIQA INSURA.5,40-0,64%chart

VIENNA INSUR.16,76-0,53%chart

SCHOELLER-BL.54,06-0,53%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

ROSENBAUER I.52,492,90%chart

PORR AG27,722,67%chart

BUWOG AG23,002,40%chart

IMMOFINANZ AG2,072,32%chart

VALNEVA SE2,902,30%chart

Flop 5

KTM INDUSTRI.3,80-2,44%chart

POLYTEC HOLD.7,80-2,10%chart

OMV AG24,94-1,07%chart

VERBUND AG13,99-0,82%chart

STRABAG SE28,30-0,74%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

VONOVIA SE N.35,592,19%chart

DT.T BOTRT A.77,181,87%chart

DT.T L.FANA .10,440,90%chart

INFINEON TEC.15,100,77%chart

BAYER AG NAM.96,750,76%chart

Flop 5

DT.T BANK AG.12,43-0,45%chart

COMMERZBANK .5,96-0,43%chart

THYSSENKRUPP.21,04-0,31%chart

E.ON SE NAME.8,21-0,26%chart

LINDE AG INH.154,25-0,17%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

E.I. du Pont.70,451,15%chart

The Traveler.118,481,14%chart

American Exp.65,521,13%chart

J P Morgan C.66,951,10%chart

Internationa.159,720,88%chart

Flop 5

Nike58,63-0,63%chart

Walt Disney .94,87-0,36%chart

Apple Inc106,82-0,11%chart

Microsoft Co.58,100,12%chart

Merck & Comp.63,010,25%chart

Mehr

Börse Frankfurt

Borsenkurse

Top 5

VONOVIA SE N.35,592,19%chart

DT.T BOTRT A.77,181,87%chart

DT.T L.FANA .10,440,90%chart

INFINEON TEC.15,100,77%chart

BAYER AG NAM.96,750,76%chart

Flop 5

DT.T BANK AG.12,43-0,45%chart

COMMERZBANK .5,96-0,43%chart

THYSSENKRUPP.21,04-0,31%chart

E.ON SE NAME.8,21-0,26%chart

LINDE AG INH.154,25-0,17%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

FIELMANN AG .71,152,77%chart

SUEDZUCKER A.23,332,39%chart

AIRBUS GROUP.51,352,26%chart

LEG IMMOBILI.89,261,59%chart

ALSTRIA OFFI.12,681,53%chart

Flop 5

HUGO BOSS AG.54,19-1,99%chart

STEINHOFF IN.5,75-1,74%chart

SCHAEFFLER A.13,62-1,35%chart

DT.T PFANDBR.8,40-1,22%chart

ZALANDO SE I.34,10-1,17%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

GFK SE INHAB.29,412,29%chart

HAMBORNER RE.10,582,16%chart

KLOECKNER & .12,661,98%chart

VTG AG INHAB.27,131,72%chart

CAPITAL STAG.6,241,48%chart

Flop 5

PATRIZIA IMM.21,79-5,72%chart

TAKKT AG INH.20,30-3,10%chart

WACKER NEUSO.12,98-3,08%chart

WASHTEC AG I.38,72-2,25%chart

BORUSSIA DOR.4,16-2,12%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

SMA SOLAR TE.32,381,92%chart

DRILLISCH AG.41,001,89%chart

EVOTEC AG IN.4,471,78%chart

JENOPTIK AG .16,421,68%chart

RIB SOFTWARE.9,411,42%chart

Flop 5

SUESS MICROT.6,18-1,18%chart

CANCOM SE IN.42,48-1,06%chart

AIXTRON SE N.5,45-1,00%chart

DIALOG SEMIC.30,70-0,91%chart

ADVA OPTICAL.7,75-0,73%chart

Mehr

Weltwährungen

USD
Mehr