16.03.2016, 15:50  von APA/schu

"2016 wird zum Schicksalsjahr der Stahlindustrie"

Stahlarbeiter am Hochofen / Bild: APA/dpa/Roland Weihrauch

Billigstahl aus China, teurer Emissionshandel und hausgemachte Überkapazitäten: Die europäische Stahlbranche hat massive Probleme. Die Stahlkocher machen in Brüssel Druck, sehen ihre Industrie gefährdet.

Stahlkocher schlagen Alarm: Billigimporte aus China und ein dramatischer Preisverfall schüren massive Zukunftsängste. 2016 werde zum "Schicksalsjahr der Stahlindustrie", heißt es mittlerweile in der Branche. Arbeitnehmervertreter wie beispielsweise der Betriebsratschef der Dillinger Hütte, Michael Fischer, warnen sogar bereits vor einem "Ende der europäischen Stahlindustrie".

Der Chef des größten deutschen Stahlkonzerns ThyssenKrupp, Heinrich Hiesinger, hatte die Aktionäre zuletzt auf eine besorgniserregende Lage in der europäischen Stahlindustrie eingestimmt. Der rasante Verfall der Stahlpreise hat bereits tiefe Spuren in den Bilanzen hinterlassen: ThyssenKrupp rutschte in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2015/16 (per 30. September) wieder in die roten Zahlen. Mit einem dicken Minus schloss der deutsche Konkurrent Salzgitter das Jahr 2015 ab. Beim weltgrößten Stahlkocher ArcelorMittal stand unterm Strich ein Milliardenverlust.

Auch nach Einschätzung ihres deutschen Branchenverbands kann sich die deutsche Stahlindustrie der anhaltenden Krise auf dem Stahlmarkt derzeit nicht mehr entziehen. Selbst die wettbewerbsfähigen deutschen Hersteller litten mittlerweile unter der "dramatischen Entwicklung", beklagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff.

Jüngsten Ankündigungen aus China, wegen massiver Überkapazitäten in der Stahl- und Kohleindustrie rund 1,8 Millionen Jobs abbauen zu wollen, begegnete er mit Skepsis. "Die Stahlindustrie in Deutschland begrüßt grundsätzlich jede Initiative, die geeignet ist, die massiven Stahl-Überkapazitäten in China zu reduzieren", sagte Kerkhoff. Allerdings seien in den vergangenen Jahren immer wieder Pläne zum Kapazitätsabbau von der chinesischen Regierung angekündigt worden, die nie erfolgreich gewesen seien. "Auch diesmal befürchten wir, dass die Überkapazitäten infolge der anhaltenden Immobilienkrise weiter steigen werden", sagte er.

Angesichts der Krisenstimmung in der Stahlbranche bastelt die EU-Kommission unterdessen an einem Plan zur Stärkung der heimischen Industrie. Erwägt werde etwa ein Frühwarnsystem für Stahlimporte, hieß es. Die EU-Kommission steuert zudem mit Einfuhrzöllen gegen und führt Anti-Dumping-Untersuchungen durch. Zum anderen geht es jedoch auch um Pläne, die Emissionszertifikate auch zulasten der Branche erheblich zu verteuern, um die Klimaschutzziele zu erreichen.

Doch während die Branche die Schuldigen für die Misere bisher weitgehend in China sucht, weisen Kritiker auf massive Überkapazitäten auch vor der eigenen Haustüre hin. Nachdem in Europa noch in den "fetten Jahren" bis 2008 Kapazitäten aufgebaut worden seien, sei nun der Widerstand gegen einen Kapazitätsabbau auch in Europa ziemlich hoch, meinte der Stahlexperte der Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), Roland Döhrn. "Das sind ziemlich viele Arbeitsplätze auf einem Haufen", beschrieb er das Problem.

Auch der Chef des Linzer Stahlkonzerns voestalpine und Präsident des Weltstahlverbands, Wolfgang Eder, wies neben den Problemen mit den chinesischen Importen auf anhaltende Probleme in Europa hin. Es dürfe nicht übersehen werden, dass die Branche schon seit Jahren auch in Europa selbst erhebliche strukturelle Überkapazitäten ausweise und darüber hinaus immer stärker unter der industriefeindlichen Klima- und Energiepolitik der EU leide, sagte Eder.

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