12.02.2016, 15:25  von Reuters/schu

Comeback der Bank-Aktien hilft Börsen auf die Sprünge

Bild: dpa

Am Ende einer turbulenten Börsenwoche haben Aktienanleger in Europa ihre Wunden geleckt. Ein Milliardengewinn der Commerzbank sorgte am Freitag für eine kräftige Kurserholung der Bankaktien.

Auch die Ölpreise legten zu. Das verhalf den Leitindizes Dax und EuroStoxx50 zu einem Plus von jeweils mehr als zwei Prozent auf 8952 und 2739 Punkte. Auf Wochensicht bleibt ein Dax-Verlust von mehr als vier Prozent.

Beruhigende Nachrichten kamen aus den USA: Die Einzelhändler sind mit leichten Umsatzgewinnen ins Jahr gestartet. "Rezessionssorgen lassen sich auf dieser Basis nicht herleiten", sagte Helaba-Ökonom Ralf Umlauf. Der Einzelhandel macht etwa 30 Prozent des privaten Konsums in den USA aus. An der Wall Street zeichneten sich am Nachmittag ebenfalls Kursgewinne ab.

Beruhigungspille für Bank-Anleger

Das Highlight im Dax war am Freitag ein Kursgewinn der Commerzbank -Aktien von knapp achtzehn Prozent auf 7,52 Euro. So viel hatten sie innerhalb eines Tages seit mehr als sechseinhalb Jahren nicht mehr zugelegt.

Anleger fassten neuen Mut und griffen auch bei anderen Bankentiteln wieder zu: Der europäische Bankenindex stieg um mehr als vier Prozent. Die Titel der Deutschen Bank legten bis zu elf Prozent zu. Dabei half auch der Rückkauf bestimmter unbesicherter Anleihen den Aktien auf die Sprünge. "Das ist eine Beruhigungspille für die Gläubiger", sagte ein Händler.

Finanztitel rund um den Globus waren zuletzt deutlich eingebrochen, weil Investoren einen Schwächeanfall der Weltwirtschaft und Kreditausfälle im Bankensektor fürchteten. Besonders die Deutsche Bank hatte mit einem Vertrauensverlust zu kämpfen.

Spekulationen auf Förderkürzungen treiben Ölpreis

Für einen weiteren Stimmungsaufheller sorgten Spekulationen auf baldige Öl-Förderkürzungen. Die Nordseesorte Brent und US-Leichtöl WTI verteuerten sich daraufhin in der Spitze um fast sechs Prozent auf 31,85 und 27,76 Dollar je Fass. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" ist die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) bereit, über eine abgestimmte Kürzung der Förderung zu reden.

Viele Händler blieben allerdings skeptisch, ob sich die Opec-Mitglieder und andere Öl-Exporteure tatsächlich auf eine gemeinsame Förderpolitik einigen werden. "Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass bislang nach solchen Aussagen keine Taten folgten", schrieben die Analysten der Essener National-Bank in einem Kommentar. "Daher bleibt abzuwarten, ob das dieses Mal anders ist." Der Ölpreis ist seit Mitte 2014 um fast 75 Prozent eingebrochen, weil der schwächelnden Öl-Nachfrage ein Überangebot gegenübersteht.

Flucht in sichere Anlage-Häfen lässt nach

Das Nachsehen hatte zum Wochenschluss Gold, das in den vergangenen Tagen wie so oft in Krisenzeiten als sicherer Hafen gefragt war. Das Edelmetall verbilligte sich um ein Prozent auf 1234 Dollar je Feinunze - auf Wochensicht steuert Gold mit einem Plus von rund sechs Prozent allerdings auf den größten Gewinn seit Oktober 2011 zu. Auch die Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen ließ spürbar nach: Die Kurse fielen, im Gegenzug stieg die Rendite der zehnjährigen Bonds auf 0,220 Prozent. Am Donnerstag war sie auf ein Zehn-Monats-Tief von 0,133 Prozent gefallen.

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