12.02.2016, 18:06

Comeback der Finanzwerte hilft Börsen auf die Sprünge

Börse Frankfurt / Bild: (c) dpa/Marius Becker (Marius Becker)

Ein Milliardengewinn der Commerzbank und Gerüchte über mögliche Förderkürzungen, die dem lahmen Ölpreis auf die Beine halfen, inspirierten die Börsen zu einem versöhnlichen Wochenausklang.

Am Ende einer turbulenten Börsenwoche haben Aktienanleger in Europa ihre Wunden geleckt. Ein Milliardengewinn der Commerzbank sorgte am Freitag für eine kräftige Kurserholung der Bankaktien. Auch die Ölpreise schnellten bis zu zwölf Prozent nach oben. Der Dax gewann 2,5 Prozent auf 8967,51 Punkte - nach dem vorangegangenen Ausverkauf blieb auf Wochensicht aber noch ein Verlust von 3,4 Prozent. Der EuroStoxx50 legte am Freitag 2,8 Prozent auf 2756,16 Zähler zu.

Beruhigende Nachrichten kamen aus den USA: Die Einzelhändler sind mit leichten Umsatzgewinnen ins Jahr gestartet. "Rezessionssorgen lassen sich auf dieser Basis nicht herleiten", sagte Helaba-Ökonom Ralf Umlauf. Der Einzelhandel macht etwa 30 Prozent des privaten Konsums in den USA aus.

An der Wall Street gewannen die Indizes bis zum Handelsschluss in Europa rund anderthalb Prozent. Der Euro verbilligte sich um 0,9 Prozent auf 1,1222 Dollar.

Beruhigungspille für Bank-Anleger

Das Highlight im Dax war am Freitag ein Kursgewinn der Commerzbank -Aktien von achtzehn Prozent auf 7,53 Euro. So viel hatten sie innerhalb eines Tages seit mehr als sechseinhalb Jahren nicht mehr zugelegt.

Anleger fassten neuen Mut und griffen auch bei anderen Bankentiteln wieder zu: Der europäische Bankenindex stieg um mehr als fünf Prozent. Die Titel der Deutschen Bank legten 11,8 Prozent zu. Dabei half auch der milliardenschwere Rückkauf von Anleihen den Aktien auf die Sprünge. "Das ist eine Beruhigungspille für die Gläubiger", sagte ein Händler.

Finanztitel rund um den Globus waren zuletzt deutlich eingebrochen, weil Investoren einen Schwächeanfall der Weltwirtschaft und Kreditausfälle im Bankensektor fürchteten. Besonders die Deutsche Bank hatte mit einem Vertrauensverlust zu kämpfen.

Von der EU verhängte Strafzölle gegen importierten billigen Stahl aus China und Russland halfen den Stahlwerten auf die Sprünge. Salzgitter kletterten um 16,1 Prozent und lagen an der Spitze des Nebenwerteindex MDax. ArcelorMittal gewannen in Paris 8,4 Prozent, ThyssenKrupp 8,7 Prozent.

Spekulationen über Förderkürzungen treiben Ölpreis

Für einen weiteren Stimmungsaufheller sorgten Spekulationen auf baldige Öl-Förderkürzungen. US-Leichtöl WTI verteuerte sich um mehr als zwölf Prozent auf 29,41 Dollar je Fass, die Nordseesorte Brent kostete mit knapp 33 Dollar rund 9,6 Prozent mehr. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" ist die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) bereit, über eine abgestimmte Kürzung der Förderung zu reden.

Viele Händler blieben allerdings skeptisch, ob sich die Opec-Mitglieder und andere Öl-Exporteure tatsächlich auf eine gemeinsame Förderpolitik einigen werden. "Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass bislang nach solchen Aussagen keine Taten folgten", schrieben die Analysten der Essener National-Bank in einem Kommentar. "Daher bleibt abzuwarten, ob das dieses Mal anders ist." Der Ölpreis ist seit Mitte 2014 um fast 75 Prozent eingebrochen, weil der schwächelnden Öl-Nachfrage ein Überangebot gegenübersteht.

Das Nachsehen hatte zum Wochenschluss Gold, das in den vergangenen Tagen wie so oft in Krisenzeiten als sicherer Hafen gefragt gewesen war. Das Edelmetall verbilligte sich um ein Prozent auf 1234 Dollar je Feinunze - auf Wochensicht steuert Gold mit einem Plus von rund sechs Prozent allerdings auf den größten Gewinn seit Oktober 2011 zu.

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