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23.12.2012, 18:12
Washington. Die Aktie des Blackberry-Anbieters RIM fiel in New York bis Handelsschluss am Freitag um 22,73 Prozent auf 10,91 Dollar. Damit war ein Teil der Kurserholung der vergangenen Wochen auf einen Schlag weg. Die Investoren befürchten, dass mit dem neuen Preismodell die Umsätze von RIM drastisch sinken könnten. Die Service-Erlöse vor allem von großen Kunden wie Unternehmen und Behörden machen rund ein Drittel des RIM-Geschäfts aus.
RIM will die Service-Gebühren stärker staffeln, wie der aus Deutschland stammende Konzernchef Thorsten Heins ankündigte. Kunden, die zusätzliche Dienste etwa für mehr Sicherheit nutzen, sollen sie weiter bezahlen. Von anderen dürfte weniger Geld kommen. Konkrete Beträge blieben bisher offen, ebenso wie die Frage, ob alle Kundengruppen von der Änderung betroffen sein werden. Bei den Anlegern schrillten dennoch die Alarmglocken. Im vergangenen Quartal brachten die Service-Erlöse 982 Millionen Dollar der gesamten Umsätze von 2,73 Milliarden Dollar. Heins betonte, dass er nicht mit einem Absacken des Service-Geschäfts rechne.
Durch das am 1. Dezember abgeschlossene dritte Geschäftsquartal kam RIM noch mit einem blauen Auge. Der Kunden-Abfluss war nicht so stark wie von einigen Marktbeobachtern befürchtet. Die Zahl der Blackberry-Kunden sank um eine Million auf 79 Millionen. Es war allerdings das erste Mal überhaupt, dass die Blackberry-Kundenbasis zurückging. RIM verkaufte im vergangenen Quartal rund 6,9 Millionen Blackberry-Smartphones und 255 000 Playbook-Tablets, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.
Der Kurs-Schock kommt für RIM zur Unzeit: Heins will im Februar das nächste Betriebssystem Blackberry 10 mit neuen Geräten auf den Markt bringen. Mit der mehrfach verzögerten Software verbindet RIM die Hoffnung, Anschluss an die erfolgreicheren Rivalen Samsung und Apple zu finden.
Die neuen Smartphones würden derzeit von rund 150 Mobilfunk-Betreibern getestet, sagte Heins. RIM hofft, mit dem neuen System auch Unternehmen und Behörden als Kunden zu behalten, die zuletzt immer häufiger unter anderem zu Apples iPhones wechselten.
(APA/dpa)
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