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16.01.2013, 16:11 von Leo Himmelbauer
New York. 21,3 Milliarden Dollar sind Rekordgewinn für JPMorgan und fast drei Mal so viel, wie Goldman Sachs im Vorjahr verdient. Man könnte meinen, Anleger sehen das auch so. Doch honoriert werden die "Goldmänner", während JPMorgan an der Börse abgestraft wird. Aber der Reihe nach.
Mit JPMorgan hat Mittwoch Mittag zunächst ein erster Big Player an der Wall Street die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2012 vorgelegt. Das sollte eigentlich Schwung in die Finanzmärkte bringen. Europaweit leiden derzeit ja die Börsen ja an der vorübergehenden Schwäche der Bank-Aktien. Doch der erhoffte Impuls blieb zunächst aus, ja mehr noch: Die Tagesverluste im europäischen Bankensektor weiteten sich in einer ersten Reaktion sogar noch aus. Bei Erste Group und Raiffeisen etwa vergrösserte sich das Minus auf rund und zwei Prozent.
Dabei: JPMorgan (an der Börse mit 176,2 Milliarden Dollar bewertet) übertrifft mit 5,79 Milliarden Dollar Gewinn im Schlussquartal die Erwartungen der Analysten deutlich. Diese waren von "nur" 4,95 Milliarden Dollar Gewinin ausgegangen. Dass gleich zwei Milliarden Dollar mehr verdient wurden als im Schlussquartal 2011, bringt JPMorgan im Gegeamtjahr den Rekordgewinn von 21,3 Milliarden Dollar (5,20 Dollar je Aktie), das sind um 2,1 Milliarden Dollar mehr als 2011 und um eine Milliarde über den Analystenschätzungen.
Die Einnahmen bezifferte die Bank auf 24,4 Milliarden Dollar und lag damit im Rahmen der Analysten-Erwartungen. Bei Anlegern kam JPMorgan trotz der Milliarden-Einnahmen nicht gut weg. Die Aktie büsste anfangs rund 1,3 Prozent ein.
JPMorgan- Chef Jamie Dimon muss sich wegen eines milliardenschweren Handelsskandals bei der Bank eine drastische Kürzung seiner Bezüge gefallen lassen. Das Direktorium der größten US-Bank beschloss nach Angaben vom Mittwoch, Dimons Bonus für 2012 auf zehn Millionen Dollar zu halbieren. Zusammen mit einem zum Vorjahr unveränderten Gehalt von 1,5 Millionen Dollar bekommt er somit 11,5 Millionen Dollar. 2011 erhielt er insgesamt noch 23,1 Millionen Dollar - inklusive Bonus von 21,5 Millionen Dollar. "Als Vorstandschef trägt Herr Dimon letztlich die Verantwortung für die Verfehlungen, die zu den Verlusten geführt haben", erklärte die Bank.
JPMorgan hatte im vergangenen Jahr mit riskanten Absicherungsgeschäften eines Londoner Händlers 6,2 Milliarden Dollar verloren. Da der betroffene Händler ein riesiges Portfolio an Derivaten angehäuft hatte, wird er in den Medien "Londoner Wal" genannt.
Goldman Sachs glänzt
Goldman Sachs, mit 65,7 Milliarden Dollar Börsewert ein etwas kleiners Kaliber, präsentierte eine halbe Stunde nach JPMorgan neueste Zahlen. Auch sie sind um Häuser besser als angenommen. Erwartet worden war für das Schlussquartal ein Gewinnsprung auf 1,77 Milliarden Dollar. Verdient wurden aber 2,89 Milliarden Dollar oder 5,20 Dollar je Aktie. Für das Gesamtjahr 2012 bedeutet das einen Gewinnsprung um 68 Prozent von 4,44 auf 7,475 Milliarden Dollar.
Hierzu trug die Erholung an den Aktien- und Anleihemärkten ebenso bei wie höhere Einnahmen im Beratungsgeschäft sowie ein Rückgang der Personalkosten. Goldman sprach von "deutlich höheren" Einnahmen im Handel mit Kreditprodukten und Hypotheken.
Die Einnahmen legten in allen Geschäftssparten zu und erhöhten sich insgesamt um mehr als 50 Prozent auf 9,24 Milliarden Dollar. Analysten waren im Schnitt nur von 7,91 Milliarden ausgegangen. Die Goldman-Aktie startete schwungvoll in den Mittwoch. Sie legte anfangs gleich um mehr als 2,3 Prozent zu.
Anders als vor der Krise gab Goldman Sachs den Zuwachs nicht überwiegend an die Investmentbanker weiter. Die Löhne und Boni stiegen 2012 nur um sechs Prozent auf knapp 13 Milliarden Dollar. Goldman-Sachs-Chef Llyod C. Blankfein hatte der Bank 2011 nach einigen Quartalen mit Misserfolgen und teils roten Zahlen eine Rosskur aufgedrückt. Er will die Kosten insgesamt um knapp zwei Milliarden Dollar drücken.
Citigroup folgt
Mit US Bankcorp und Bank vor New York Mellon haben am Mittwoch zwei weitere grosse Geldhäuser ihre Zahlen vorgelegt. Mellon verdiente im Schlussquartal 646 Millionen Dollar, im Gesamtjahr 2,523 Milliarden Dollar. Die Zahlen sind mit jenen von 2011 nicht vergleichbar. Die Aktie büsste mehr als drei Prozent ein. Bankcrop erfüllte die Ewartungen der Analysten mit 1,42 Milliarden Dollar Gewinn im vierten Quartal (zuvor 1,35 Milliarden Dollar). Im Gesamtjahr 2012 stieg der Gewinn von 5,872 auf 5,645 Milliarden Dollar. Die Aktie eröffnete mit leichten Abschlägen.
Am Donnerstag ist die Citigroup (124,8 Milliarden Dollar Börsewert) an der Reihe. Sie soll Analysten zufolge im Schlussquartal den Gewinn von einer Milliarde auf 2,1 Milliarden Dollar gesteigert haben, im Geamtjahr 2012 ist ein Gewinnrückgang von elf auf 8,7 Milliarden Dollar zu erwarten.
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1 Kommentare
Gast: blank meint
verfasst am 15:50 16.01.2013