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21.01.2013, 15:23 von Stefan Ludwig
Cupertino. Es geht bergab für Apple, das hatten wir ja schon mehrfach. Am Mittwoch, am späten Abend, hätte CEO Tim Cook allerdings die Möglichkeit, das Blatt zu wenden. Er müsste nur Zahlen liefern, die unheimlich gut sind. Ob das gelingt, sei dahingestellt.
Blicken wir zunächst einmal in die Vergangenheit - aus der lässt sich bekanntlich lernen. Am Montag kostete die Apple-Aktie exakt 500 $. Ein paar Monate zuvor waren es noch knapp über 200 $ mehr, ein Abstieg um 30 Prozent. Es fing mit dem iPhone 5 an, von dem sich selbst eingefleischte Fans mehr erwarteten. Ja, es ist größer. Ja, es ist leichter und dünner. Ja, es ist schneller. Und gerade deswegen so langweilig.
Und erwartbare Produkte verkaufen sich inzwischen ziemlich schlecht. Angeblich hat Apple die Bestellungen für iPhone-Bauteile zurückgefahren. Ob das darauf hindeutet, dass schon bald neue Modelle auf den Markt kommen oder tatsächlich eine Schwächephase ist, sei mal dahingestellt.
Abstand zu Exxon Mobil schwindet
In jedem Fall ist Apple nicht mehr das, was die Börse vom wertvollsten Unternehmen der Welt erwartet. Trotz dem Kursverfall beträgt die Marktkapitalisierung immer noch 469 Milliarden Dollar. Der Ölkonzern Exxon Mobil bringt es zum Beispiel auf 413 Milliarden Dollar.
Wenn Tim Cook am Mittwoch um 22:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit die Quartalszahlen verkündet, müssen diese gut sein, damit sich das Verhältnis nicht ändert. Erwartet werden für das Geschäftsquartal 1/2013 laut Analysten fast 55 Milliarden Dollar Umsatz.ätte der Konzern das Ergebnis von vor zwei Jahren verdoppelt, es wäre umgerechnet ein Gewinn je Aktie von rund 13,5 Dollar.
Im vierten Quartal 2012 waren es noch 8,7 Dollar beziehungsweise 36 Milliarden gewesen. Fällt die Weihnachtszeit jedoch deutlich besser aus, dürfte das Papier zumindest zeitweise teurer werden.
Eine der renommiertesten Investmentgesellschaften der Welt, Franklin Templeton, glaubt nicht daran. Sie trennte sich von einem größeren Teil ihrer Apple-Aktien. Es fehle an einer Strategie für günstigere Geräte. Gerade in Schwellenländern würden billigere Varianten nötig, damit sich die Masse ein Mobiltelefon von Apple überhaupt leisten kann.
Strategie fragwürdig
Doch günstigere Geräte würden auch die Strategie des kalifornischen Konzerns schwächen. Der wollte ursprünglich nur im oberen Preissegment die Margen abstauben. Doch genau wie beim iPod ist inzwischen der Punkt erreicht, an dem dieses Vorhaben weichen muss. Denn längst gibt es Geräte, die besser oder gleich gut sind wie das iPhone.
Und warum mehr bezahlen, wenn es auch günstiger geht. Im Tabletmarkt ging es sogar noch schneller: Google und Amazon bieten beide Geräte an, die es mit iPad aufnehmen können - und wesentlich preiswerter sind. Hätte Apple nicht mit dem iPad mini reagiert, wäre das Unternehmen schließlich von der Konkurrenz eingeholt worden.
Damit es nächstes Mal wieder Apple ist, der den Ton angibt, muss mittlerweile viel passieren. Zumindest müsste der iPhone-Nachfolge ein paar wirklich revolutionäre Fähigkeiten haben. Sagen wir mal ein Touchscreen, der sich zur Tastatur umformt. Oder eine Kamera, die es mit guten Kompaktmodellen aufnehmen kann.
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