01.02.2013, 10:27  von Hans-Jörg Bruckberger

Bester Jänner seit 1997 verspricht gutes Jahr

Marktanalyse. „As goes January, so goes the Year“, sagt man an der Wall Street. Eine alte Börseweisheit, deren statistische Trefferquote überzeugt. Heuer kann uns das nur recht sein.

„Jetzt ist es fix: Das Börsejahr wird ausgezeichnet." So haben wir vor einem Jahr an dieser Stelle getitelt und uns auf das sogenannte Jänner-Barometer berufen. Laut dieser Börseweisheit kann man von der Jänner-Performance gleich aufs ganze Jahr schließen: „As goes January, so goes the Year" - wie der Jänner läuft, so wird das ganze Jahr. Anfang 2012 war das eine gewagte Prognose, bereitete doch die Eurokrise noch vielen Kommentatoren und selbst ernannten Experten Sorgen. Tatsächlich aber sollten wir Recht behalten: 2012 wurde sogar ein ausgezeichnetes Börsejahr. In dieser Tonart könnte es heuer weitergehen, schließlich indiziert auch der Jänner 2013 weitere Kursaufschläge.

Der amerikanische Leitindex S&P 500 liegt seit Jahresbeginn mehr als fünf Prozent im Plus. Das ist die beste Jänner-Performance seit 1997, wie eine Recherche in unserer Datenbank ergab. Nach vermehrt positiv überraschenden Konjunktur-Frühindikatoren und ebensolchen Unternehmenszahlen sowie der Tatsache, dass die Märkte charttechnisch gut aussehen, ist das ein weiterer Puzzleteil in einem immer deutlicher werdenden Gesamtbild. Dieses zeichnet ein bullisches Szenario.

Doch zurück zum Jänner-Indikator. Dessen statistische Aussagekraft ist bemerkenswert: Seit dem Jahr 1950 lag das Barometer lediglich sieben Mal falsch - was bei insgesamt 63 Jahren eine Trefferquote von 88,8 Prozent ergibt. Und diese sieben „Ausreißer-Jahre" waren meist durch besondere Ereignisse geprägt - wie etwa die Eskalation in Vietnam (1968) oder 9/11 (2001).

Die statistische Relevanz lässt sich jedenfalls nicht leugnen, wiewohl Skeptiker zu Recht ein relativierendes Argument ins Treffen führen: Dass nämlich der Jänner traditionell ein guter Börsenmonat ist, die Märkte insgesamt wiederum in der Regel steigen. Beides zusammen ergibt dann zwangsläufig eine starke Korrelation.

Prompt sieht die Sache im Fall von schlechten Jahresstarts auch weniger überzeugend aus. Von den 24 Jahren mit negativer Jänner-Performance waren nur 13 auch im Dezember noch rot, also gerade mal 54 Prozent. Andererseits waren die meisten ­dieser Jahre aber unterdurchschnittliche Börsejahre mit, wenn schon nicht negativer, so zumeist flacher Seitwärtstendenz.

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