02.02.2013, 11:50

Toyota greift GM in den USA an

Bild: (c) EPA/Tannen Maury

Absatzzahlen. Während die japanischen Hersteller in den USA einen fulminanten Jahresauftakt melden, fuhren deutsche Marken im Jänner hinterher.

Detroit/Frankfurt. Guter Jahresstart für die Autobauer in den USA: Im Januar wurden in den USA rund 14 Prozent mehr Autos verkauft und auch für das Gesamtjahr rechnen die Hersteller mit Zuwächsen. In Europa setzt sich die Talfahrt hingegen fort. In Frankreich, Italien und Spanien sanken die Verkäufe im Januar kräftig.
In Europa können sich viele Autofahrer in Zeiten der Schuldenkrise kein neues Auto leisten. In den USA können viele Verbraucher eine Neuanschaffung hingegen nicht länger aufschieben. Im Durchschnitt sind die US-Autos inzwischen mehr als elf Jahre alt. Neben der Überalterung der Fahrzeugflotte stützen auch der leichtere Zugang zu Krediten sowie die Erholung des US-Immobiliensektors den Automarkt.

General Motors gut ...

General Motors verkaufte auch dank der starken Nachfrage nach dem Silverado Pick-up Truck im Januar knapp 194.700 Fahrzeuge, 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Ford konnte noch stärker zulegen. Angetrieben von dem im vergangenen Jahr neu aufgelegten Mittelklassewagen Fusion und der Beliebtheit seiner Pick-up Trucks steigerte der zweitgrößte US-Autobauer den Absatz um 22 Prozent auf rund 166.500 Wagen. Chrysler verkaufte 16 Prozent mehr. Bei dem zu Fiat gehörenden Autobauer fuhren 117.700 Wagen vom Hof.

... Toyota noch besser

Noch besser schlug sich der weltgrößte Autobauer Toyota: Er steigerte den US-Absatz um 26,6 Prozent auf knapp 158.000 Fahrzeuge. Damit machen sich die Japaner langsam daran, den US-Konzern auch auf dessen Heimmarkt zu fordern. Honda kam auf ein Plus von 12,8 Prozent, Nissan verkaufte lediglich zwei Prozent mehr.

Nach den kräftigen Zuwächsen im vergangenen Jahr fuhren die deutschen Hersteller im Januar hinterher. Am besten Schlug sich noch Mercedes. Die Stuttgarter konnten ihren Absatz um 10,7 Prozent auf gut 24.000 Fahrzeuge steigern. Volkswagen kam auf ein Plus von 6,7 Prozent auf gut 29.000 Wagen. Die Tochter Audi schlug sich etwas besser. Sie konnte mit gut 10.000 Wagen 7,5 Prozent mehr Autos an die Kunden übergeben. Bei BMW betrug das Plus magere 2,3 Prozent. Die Münchener verkauften knapp 20.200 BMW und Minis.
Nachdem der US-Automarkt 2012 um mehr als 13 Prozent auf rund 14,5 Millionen Fahrzeuge gewachsen ist, sind die Autobauer auch für dieses Jahr zuversichtlich. GM zufolge könnte der Markt 2013 um sieben Prozent wachsen, Ford rechnet mit einem Plus von bis zu acht Prozent.

Europa bleibt das Sorgenkind

Von solchen Zuwachsraten können die Autobauer in Europa derzeit nur träumen. In Frankreich fielen die Neuzulassungen im Januar um 15 Prozent und sanken damit auf den niedrigsten Januar-Stand seit 1997. Dabei musste auch Volkswagen Federn lassen. Die erfolgsverwöhnten Wolfsburger verkauften im Nachbarland 23,9 Prozent weniger. In Italien gingen die Verkäufe um 17,6 Prozent zurück. In Spanien schrumpfte der Markt trotz neuer Subventionen um 9,6 Prozent.

 

(Reuters)

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