24.02.2013, 13:12

Hedgefonds verbucht Teilerfolg im Streit gegen Apple

Bild: EPA (Andrew Gombert)

Rechtsstreit. Der US-Hedgefonds will erreichen, dass die Aktionäre stärker von den Milliarden-Reserven des US-Konzerns profitieren. Apple will das durch eine Abstimmung in der Hauptversammlung verhindern. Ein Richter blockiert nun diese Satzungsänderung. (aktualisiert)

New York. Der US-Hedgefonds-Manager David Einhorn hat im Streit um das immense Bargeld-Vermögen von Apple einen Etappensieg errungen. US-Bezirksrichter Richard Sullivan untersagte dem iPhone-Hersteller am Freitag in Manhattan, wie geplant per Aktionärsabstimmung die eigene Fähigkeit zur Ausgabe von Vorzugsaktien zu beschneiden.

Einhorns Hedgefonds Greenlight Capital will vor Gericht durchsetzen, dass der Technologieriese die Aktionäre durch die Ausgabe von Vorzugsaktien stärker an seinen Geldreserven teilhaben lässt. Die Abstimmung sollte bei der Hauptversammlung am kommenden Mittwoch stattfinden.

Die Apple-Reserven hatten zum Jahreswechsel die Marke von 137 Milliarden Dollar (103,90 Mrd. Euro) überschritten. Das weckte bei vielen Anteilseignern Begehrlichkeiten. Sie wollen, dass Apple einen größeren Anteil des Geldes an sie ausschüttet. Mit dem aktuellen Chef Tim Cook gibt es zwar erstmals seit rund 17 Jahren wieder eine Dividende und einen Aktienrückkauf im Gesamtvolumen von 45 Milliarden Dollar. Doch das reicht einigen Investoren nicht.

Einhorn hatte neue Vorzugsaktien ins Gespräch gebracht und sie medienwirksam "iPrefs" getauft - ein Wortspiel aus dem bekannten "i"-Vorsatz für Apple-Produkte und dem englischen Wort "preferred shares" für Vorzugsaktien.

Forderung: Auszehlung von 50 Milliarden

Der Hedgefonds-Manager verlangte konkret, dass Apple Vorzugsaktien im Wert von 50 Milliarden Dollar ausgibt und diese dann auch noch mit einer Dividende von vier Prozent jährlich ausstattet. Um die für seinen Plan hinderliche Satzungsänderung zu stoppen, reichte er die Klage in New York ein. Ein Richter stellte sich am Freitag auf Einhorns Seite und blockierte das Apple-Vorhaben.

Apples Eingeständnis

Apple zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung des Richters. Sie sei nicht im Interesse der Anteilseigner. Konzernchef Cook hatte die Klage bereits zuvor scharf verurteilt. Es sei ein "dümmlicher Nebenkriegsschauplatz", der nur Zeit und Geld verschlinge. Die Apple-Führung hatte sich mit Einhorn getroffen, konnte ihn aber nicht überzeugen, die Klage zurückzunehmen. Zugleich gestand Cook ein, dass Apple derzeit mehr Geld als nötig auf der hohen Kante habe. Man denke weiter darüber nach, wie die Aktionäre daran teilhaben könnten, versprach er vor einigen Wochen.

Nach aktueller Satzung muss sich der Aufsichtsrat direkt mit den Forderungen Einhorns auseinandersetzen. Das bedeutet jedoch noch lange nicht, dass Einhorn mit seiner Forderung nach Vorzugsaktien durchkommt. Er habe einen Etappensieg vor Gericht errungen, stellte das "Wall Street Journal" fest. Aber er habe noch einen "langen Krieg" vor sich.

Einhorn braucht die Öffentlichkeit, um Druck auf Apple aufzubauen. "Es ist euer Geld", hatte er an die Adresse der anderen Aktionäre geschrieben. Sein Hedgefonds Greenlight Capital hält nach jüngsten Informationen rund 1,3 Millionen Apple-Aktien, die derzeit knapp 600 Millionen Dollar wert sind. Damit kommt der Investor auf einen Anteil von lediglich gut 0,1 Prozent an dem Unternehmen.

Spannung vor der Hauptversammlung

Eigentlich hatte Apple seine Aktionäre an diesem Mittwoch auf seiner Hauptversammlung über die erschwerte Ausgabe von Vorzugaktien abstimmen lassen wollen. Apple wurde nun eine Formalie vor Gericht zum Verhängnis: Das Unternehmen hatte den Vorschlag mit einer neuen Regelung zur vereinfachten Wahl von Verwaltungsrats-Mitgliedern sowie Änderungen bei der Berechnung des Aktienwerts gebündelt. Nach Ansicht Einhorns verstieß diese Koppelung gegen Regeln der US-Börsenaufsicht SEC - denn die Aktionäre hätten nur alle drei Punkte gemeinsam annehmen oder ablehnen können. Richter Richard Sullivan schloss sich dieser Ansicht an.

Der Konzern konterte, dass es bei der Neuordnung nur darum gehe, dem Verwaltungsrat das Recht zu nehmen, auf eigene Faust Vorzugsaktien zu verteilen. Mit Zustimmung der Aktionäre könnten die Vorzugsaktien weiter ausgegeben werden. Allerdings wäre das Verfahren damit komplizierter.

 

 

 

(APA/Reuters/dpa)

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

06:01

Ford erwartet 2014 weniger Gewinn – Aktie auf Talfahrt

29.09.2014, 22:26

Konjunktursorgen und Immobilienwerte belasten Wall Street

29.09.2014, 18:38

ExxonMobil steigt wegen Sanktionen aus Arktis-Projekt mit Rosneft aus

Mehr auf wirtschaftsblatt.at

    Mehr aus dem Web

    WERBUNG

    Kommentare

    0 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    29.09.2014, 18:07

    Supermarkt-Riese Wal-Mart holt Instagram-Mitgründer in Verwaltungsrat

    Der amerikanische Supermarkt-Gigant Wal-Mart sucht die Hilfe eines Mitgründers der Foto-Plattform Instagram für den Wandel im Online-Zeitalter.

    29.09.2014, 09:30

    Australischer Winzer-Riese lehnt 2,3 Milliarden Euro ab

    Der australische Winzer Treasury Wine Estates hat milliardenschwere Übernahmeofferten von Finanzinvestoren ausgeschlagen.

    26.09.2014, 22:12

    Konjunkturoptimismus beflügelt die Wall Street

    Das US-Wirtschaftswachstum war nach neuen Schätzungen im zweiten Quartal deutlich höher als angenommen, die Verbraucherstimmung steigt. Die Kurse in New York auch.

    26.09.2014, 21:29

    Investor fordert von Yahoo Fusion mit AOL

    Das konnte nicht lange auf sich warten lassen: Weil der Yahoo-Konzern weniger wert ist als seine Beteiligungen, fordern Aktionäre jetzt Maßnahmen zurWertsteigerung.

    26.09.2014, 16:36

    BlackBerry dämmt Verluste ein – Marktanteile schmelzen trotzdem weg

    Der jahrelange drastische Sparkurs macht sich für den angeschlagenen Smartphone-Pionier BlackBerry allmählich bezahlt. Das Unternehmen reduzierte seinen Verlust im abgelaufenen Geschäftsquartal (per Ende August) deutlich auf 207 Millionen von 965 Millionen Dollar vor einem Jahr, wie das Management am Freitag im kanadischen Waterloo mitteilte.

    Aktiensuche


    CA Immo Logo
    AT&S Logo
    Immofinanz Group Logo
    Vontobel in Kooperation mit dem WirtschaftsBlatt
    • BANK VONTOBEL Videos:
      Financial Products (Investment Banking)

    Weltbörsen

    DAX
    Mehr

    Börse Frankfurt

    Borsenkurse

    Top 5

    FRESENIUS SE.38,880,67%chart

    FRESENIUS ME.54,230,26%chart

    ALLIANZ SE V.128,500,23%chart

    LINDE AG INH.150,900,03%chart

    MUENCHENER R.155,55-0,06%chart

    Flop 5

    RWE AG INHAB.30,30-3,70%chart

    ADIDAS AG NA.59,41-1,87%chart

    LANXESS AG I.43,94-1,47%chart

    E.ON SE NAME.14,25-1,45%chart

    MERCK KGAA I.72,30-1,36%chart

    Mehr
    Borsenkurse

    Top 5

    NORMA GROUP .33,774,07%chart

    KUKA AG INHA.48,201,78%chart

    RHOEN-KLINIK.23,461,23%chart

    EVONIK INDUS.27,441,11%chart

    AXEL SPRINGE.43,540,99%chart

    Flop 5

    KION GROUP A.29,03-2,44%chart

    LEG IMMOBILI.54,60-2,12%chart

    SALZGITTER A.27,05-1,83%chart

    GERRY WEBER .31,60-1,73%chart

    GAGFAH S.A. .14,74-1,70%chart

    Mehr
    Borsenkurse

    Top 5

    VOSSLOH AG I.53,329,51%chart

    BERTRANDT AG.102,303,98%chart

    SAF HOLLAND .9,893,25%chart

    GFK SE INHAB.35,072,83%chart

    BRAAS MONIER.16,402,44%chart

    Flop 5

    SGL CARBON S.16,30-12,15%chart

    DELTICOM AG .16,97-7,14%chart

    BORUSSIA DOR.4,51-3,67%chart

    TAKKT AG INH.13,36-3,01%chart

    BAUER AG (SC.13,68-2,81%chart

    Mehr
    Borsenkurse

    Top 5

    SARTORIUS AG.91,635,16%chart

    LPKF LASER &.14,032,86%chart

    SOFTWARE AG .19,462,23%chart

    BB BIOTECH A.150,901,58%chart

    NORDEX SE IN.14,521,18%chart

    Flop 5

    NEMETSCHEK A.75,47-3,71%chart

    RIB SOFTWARE.11,02-1,78%chart

    SMA SOLAR TE.21,00-0,94%chart

    CARL ZEISS M.23,02-0,88%chart

    DRAEGERWERK .69,59-0,81%chart

    Mehr

    Börsenkurse

    Borsenkurse

    Top 5

    ZUMTOBEL GRO.15,102,58%chart

    SCHOELLER-BL.77,801,75%chart

    OESTERREICHI.37,921,23%chart

    BUWOG AG15,191,13%chart

    FLUGHAFEN WI.65,000,84%chart

    Flop 5

    RAIFFEISEN B.17,34-2,75%chart

    VOESTALPINE .31,40-1,41%chart

    IMMOFINANZ AG2,26-1,35%chart

    ERSTE GROUP .18,00-1,29%chart

    CA IMMOBILIE.15,70-0,63%chart

    Mehr
    Borsenkurse

    Top 5

    ZUMTOBEL GRO.15,102,58%chart

    S IMMO AG6,171,98%chart

    SCHOELLER-BL.77,801,75%chart

    DO & CO AG52,151,56%chart

    KAPSCH TRAFF.23,731,43%chart

    Flop 5

    FRAUENTHAL H.9,81-4,25%chart

    POLYTEC HOLD.6,32-2,75%chart

    RAIFFEISEN B.17,34-2,75%chart

    STRABAG SE18,88-2,60%chart

    ROSENBAUER I.66,80-1,76%chart

    Mehr
    Borsenkurse

    Top 5

    FRESENIUS SE.38,880,67%chart

    FRESENIUS ME.54,230,26%chart

    ALLIANZ SE V.128,500,23%chart

    LINDE AG INH.150,900,03%chart

    MUENCHENER R.155,55-0,06%chart

    Flop 5

    RWE AG INHAB.30,30-3,70%chart

    ADIDAS AG NA.59,41-1,87%chart

    LANXESS AG I.43,94-1,47%chart

    E.ON SE NAME.14,25-1,45%chart

    MERCK KGAA I.72,30-1,36%chart

    Mehr
    Borsenkurse

    Top 5

    INTEL CORP34,901,87%chart

    MCDONALDS CO.96,221,61%chart

    CISCO SYSTEM.25,120,48%chart

    PFIZER Inc29,770,17%chart

    COCA-COLA CO.42,250,12%chart

    Flop 5

    EXXON MOBIL .94,43-1,05%chart

    GENERAL ELEC.25,42-0,82%chart

    CHEVRON CORP.120,55-0,76%chart

    GOLDMAN SACH.183,83-0,70%chart

    THE TRAVELER.93,77-0,67%chart

    Mehr

    Weltwährungen

    USD
    Mehr

    Umfrage

    • Bulle oder Bär - wer gibt in der Woche vom 6.10.2014 bis 10.10.2014. das Tempo vor? Wird der ATX ...
    • ... mehr als 2 Prozent zulegen?
    • ... zwischen 0,5 und 2 Prozent zulegen?
    • ... das Niveau halten? Also zwischen + 0,5 und - 0,5 Prozent zu liegen kommen.
    • ... zwischen 0,5 und 2 Prozent verlieren?
    • ... mehr als 2 Prozent verlieren?