04.01.2016, 09:57  von Martin Fellhuber

FinTechs: Die jungen Konkurrenten der Finanzbranche

Etablierte Banken sehen die FinTechs nicht nur als ernsthafte Konkurrenten, sondern kooperieren auch mit ihnen. / Bild: iStock

Ehrgeizige Start-ups entwickeln sich zur ernsthaften Konkurrenz für die etablierte Finanzbranche. Die Erwartungen in die sogenannten FinTechs sind groß. Auch wenn einige diese nicht erfüllen werden.

Wien. Banken schenken nicht unbedingt gern Geld her, sieht man von Spendenaktionen ab. Wäre auch irgendwie kontraproduktiv. Insofern ist es umso bemerkenswerter, wenn Bank-Austria-Chef Willibald Cernko einen Scheck über 10.000 € überreicht. Es ist keine Spende, dennoch ist man bei der Bank offensichtlich überzeugt, etwas Gutes zu tun. Es wurde der Gewinner des Appathon ausgezeichnet. Zum ersten Mal fand die von der Bank-Austria-Mutter Unicredit initiierte Veranstaltung auch in Wien statt. Dort können sich Start-ups aus der FinTech-Branche untereinander messen und ihre Lösungen realitätsnah testen. Dabei sind die FinTechs angetreten, der traditionellen Finanzbranche die Kunden abzujagen. Insofern ist das Bestreben der Bank Austria und ihrer Mitbewerber verständlich, sich mit der neuen Konkurrenz genauer auseinanderzusetzen.

Den Scheck erhielten die Web-Entwickler Florian Bauer und Stefan Fessler Anfang November für ihre App Schilling, mit der Kleinbeträge einfach überwiesen werden können. Es reicht, den Betrag bis 25 € einzutippen und das iPhone oder die iWatch zu schütteln. Der daneben stehende Empfänger schüttelt ebenfalls sein Gerät – und voilà, das Geld ist überwiesen. Im Hintergrund wird der gesamte Zahlungsverkehr korrekt abgewickelt.

Den zweiten Preis bekam die App SmartPay, mit der beworbene Produkte und Dienstleistungen einfach bezahlt werden können. Drittplatzierter ist die App Babo, eine Art Finanzplanung, wobei Unternehmen mit Sonderangeboten eingebunden werden können.

Innovationen

Die Banken sind aber auch sonst auf der Hut. Wenn es etwa um Baningo geht. Bei der Suchmaschine für Finanzberatungen sind bereits die Bank Austria, Hypo NÖ, Oberbank, Raiffeisen und WSK Partner der Plattform.

Ivo Radulovski von Segments Accelerater hat quasi als Business Angel für Versichern24.at einen passenden Käufer gefunden.

Auch wenn FinTech in Österreich ein Thema ist, mit der internationalen Entwicklung kann man nicht mithalten. Weltweit gibt es laut einer Studie von McKinsey 12.000 Start-ups dieser Branche, das Gros davon stammt aus Nordamerika und Asien. Rund zwölf Milliarden wurden im Vorjahr in FinTechs investiert, dreimal so viel wie ein Jahr zuvor. In Deutschland sind es mehr als 120 Start-ups. Laut einer Studie von Investors Marketing werden sie allein bei Konsumentenkrediten in Deutschland bis 2020 30 Milliarden € an Neugeschäft an sich gerissen haben. Daneben gibt es noch andere Bereiche, in denen sie der angestammten Finanzbranche Konkurrenz machen. Das niederländische Start-up Bux ist bereits in den Niederlanden, Großbritannien, Deutschland und seit Kurzem auch in Österreich aktiv und kommt auf knapp 300.000 Nutzer. Innerhalb von zwölf Monaten erreichte das Start-up bereits 200.000 Anwender. Das Konzept ist simpel: Die Anwender werden spielerisch mit dem Aktienhandel vertraut gemacht. Erst mit Spielgeld, dann mit echtem. Mittlerweile gibt es 12.000 Echtgeld-Kunden, über die Transaktionen in der Höhe von 1,65 Milliarden € abgewickelt wurden. Bux-CEO Nick Bortot hat auch selbst kein Problem mit dem echten Geld: Erst vor Kurzem hat er in einer weiteren Finanzierungsrunde 1,9 Millionen $ von Investoren eingesammelt.

Top und Flop an der Börse

Geld einzusammeln ist – so scheint es – für die FinTechs eine leichte Übung. Einige haben es schon an die Börse geschafft. Hohe Erwartungen rechtfertigen wohl hohe Bewertungen, zumindest was die German Startups Group betrifft, die allerdings noch kein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ausweisen kann. Aus einer geplanten Kapitalerhöhung um 60 Millionen € wurde eine Privatplatzierung von zehn Millionen € und eine Börsennotiz. Das Unternehmen beteiligt sich an FinTechs. Was theoretisch nicht so ungeschickt ist, als das Risiko gestreut wird.

Die FinTech-Group weist zwar aktuell ebenfalls kein KGV aus, sollte aber mit dem nächsten Jahresabschluss eines von 28,3 aufweisen, was für diese Branche durchaus in Ordnung ist. Sie hat Privatkunden mit dem Onlinebroker Flatex und der biw Bank im Visier und bedient den B2C-Bereich mit dem Technologiefinanzdienstleister Xcom. Wobei das Geschäftsmodell bei den Aktionären offensichtlich gut ankommt.

United Mobility Technology (UMT) ist auf Software für den Finanzbereich spezialisiert und hat eine Mobile-Payment-Plattform. UMT hat 75 Millionen Kunden. Die Bewertung ist mit einem KGV von 113 ambitioniert und war für die Aktionäre bislang kein Glücksgriff.

Besser fährt man mit anderen Anbietern von Bezahlsystemen wie etwa der deutschen Wirecard, der französischen Ingenico und dem US-Unternehmen Total System Services. Diese Aktien bescherten ihren Anlegern zweistellige Renditen. Kurssteigerungen von bis zu 90 Prozent waren damit möglich, wobei die Unternehmen noch immer halbwegs akzeptable Bewertungen in punkto KGV haben. Ingenico kommt auf 31, ein solides Gewinnplus wird prognostiziert. Total System Services wird mit um den 30-fachen Gewinn gehandelt, dafür sind auch die Gewinnprognosen deutlich höher. Und Wirecard, für die Aktionäre ebenfalls noch ein gutes Geschäft, ist immerhin um ein KGV von 42 zu haben.

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