19.01.2016, 17:11  von Reuters/ekh

US-Großbanken Morgan Stanley und Bank of America polieren Erträge auf

Morgan Stanley dreht im Jahresabstand das Quartalsergebnis, Bank of America legt nach. / Bild: (c) REUTERS/MIKE SEGAR

Die US-Investmentbank Morgan Stanley kehrte im letzten Quartal 2015 zurück in der Gewinnzone, die Bank of America steigert ihren Nettoertrag knapp zweistellig.

Bangalore/New York. Auch bei den beiden US-Geldhäusern Bank of America und Morgan Stanley haben sich die Sparbemühungen zum Jahresende ausgezahlt. Für die Institute ist es im aktuellen Niedrigzinsumfeld der einzige Weg, die stagnierenden Einnahmen abzufedern. Außerdem gehen die Belastungen aus Rechtsstreitigkeiten stetig zurück. Bank of America, die Nummer zwei in den USA, konnte den Nettogewinn im vierten Quartal um zehn Prozent auf gut drei Milliarden Dollar steigern. Die Investmentbank Morgan Stanley schaffte die Rückkehr in die schwarzen Zahlen, wie sie am Dienstag mitteilte. Hier stand ein Gewinn von 753 Millionen Dollar zu Buche, nach einem Verlust von 1,75 Milliarden vor einem Jahr.

Gerade die Bank of America galt unter den Wall-Street-Adressen jahrelang als Sorgenkind. Sie hatte ein besonders großes Rad auf dem amerikanischen Immobilienmarkt gedreht - und wurde in der Finanzkrise 2007/08 entsprechend kalt erwischt. Die Aufarbeitung der juristischen Altlasten verschlang extrem viel Geld. Nun scheint das Institut aber aus dem Gröbsten heraus zu sein. Im Gesamtjahr 2015 lag der Gewinn bei fast 16 Milliarden Dollar. "Das ist unser bestes Ergebnis seit fast zehn Jahren", erklärte Vorstandschef Brian Moynihan.

Schon bei JP Morgan, Citigroup und Wells Fargo hatte sich in den vergangenen Tagen abgezeichnet, dass die US-Banken wieder solide dastehen - während viele europäische Rivalen von zweistelligen Milliardengewinnen im Jahr nur träumen können. Wenn die Deutsche Bank am 28. Januar ihre Bilanz präsentiert, dürfte wegen der abermaligen Umbauarbeiten sogar ein Verlust zu Buche stehen, wie der neue Konzernchef John Cryan bereits gewarnt hat. Der schwache Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Devisen und Rohstoffen setzt zwar alle Institute gleichermaßen unter Druck. Doch zumindest bei den US-Banken gibt es nun seit der Zinswende der Fed im Dezember die Hoffnung, im klassischen Kreditgeschäft bald wieder mehr zu verdienen.

Einzig der Ölpreis-Verfall auf unter 30 Dollar pro Fass macht Sorgen. Die US-Banken befürchten, etliche Unternehmen aus dem Energiesektor könnten in Schieflage geraten - und stocken deshalb ihre Rückstellungen für faule Kredite wieder auf.

Wetterfest für 2016

Bei den Anlegern kamen die jüngsten Zwischenberichte gut an. Die Aktie der Bank of America verteuerte sich im frühen New Yorker Handel um zwei Prozent, die von Morgan Stanley sogar um mehr als drei Prozent.

Der Erzrivale von Goldman Sachs, dessen Zahlen an diesem Mittwoch erwartet werden, hatte zuletzt vor allem in den Handelssälen den Rotstift angesetzt: die Belegschaft wurde reduziert, die Vergütung ebenso. Konzernweit gingen die Kosten um mehr als 40 Prozent nach unten. Morgan-Stanley-Chef James Gorman sieht derzeit keine Anzeichen, dass der Anleihehandel wieder anzieht. Recht gut läuft dagegen der Aktienhandel. "Wir werden unsere Ausgaben auch 2016 streng im Blick behalten", kündigte Gorman an. Im Gesamtjahr verdiente Morgan Stanley sechs Milliarden Dollar und damit fast doppelt so viel wie 2014, als gegen Bußgelder noch alte Rechtsstreitigkeiten beigelegt wurden.

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