04.02.2016, 22:42  von Manfred Haider

Dividenden: Der Ölsektor treibt es besonders bunt

Der warme Geldregen befriedigt nur, wenn er auch erwirtschaftet wird /

Etliche Unternehmen aus verschiedenen Branchen erhöhen die Ausschüttungen, obwohl die Gewinne sinken. Besonders die Ölbranche betreibt eine gewagte Dividendenpolitik.

WIEN. Die Münchner Rück ist nur ein Beispiel von vielen: Beim Rückversicherer ist laut gestern vorgelegten, vorläufigen Jahreszahlen für 2015 der Nettogewinn von 3,2 auf 3,1 Milliarden € gesunken. Zugleich wird die Dividende um 50 Cent auf 8,25 € je Aktie angehoben, und damit mehr als die meisten Analysten erwartet hatten. „Die nochmals kräftig erhöhte Dividende ist Ergebnis unseres Vertrauens in die nachhaltige Ertragskraft von Munich Re“ erklärte CFO Jörg Schneider.

Dabei läuft es für die Branche nicht übertrieben rosig. Es gab zwar weniger Großschäden, aber dadurch werden die Verhandlungen neuer Verträge über höhere Prämien umso schwieriger. Hinzu kommt der Konkurrenzdruck und das niedrige Zinsumfeld.

33 Erhöhungen in Folge

Das Vertrauen in die „nachhaltige Ertragskraft“ der Erdölkonzerne war auch schon größer. Angesichts immer weiter fallender Ölpreise kann wohl niemand seriös sagen, wie lang die Durststrecke für die Ölkonzerne noch dauert. Andererseits hat die Branche auch schon schlimmere Krisen gemeistert.

US-Riese Exxon Mobil etwa zahlt seit mehr als 100 Jahren eine Dividende und in den vergangenen 33 Jahren ist sie stetig gestiegen. Wie in den USA üblich erfolgen die Ausschüttungen quartalsweise. Am 10. März werden – wie in den drei Quartalen davor – 73 US-Cent je Aktie ausbezahlt. Und das, obwohl der Gewinn im vierten Quartal um 58 Prozent auf 2,78 Milliarden US-$ gesunken ist. Bereits in den Quartalen davor ist der Gewinn sukzessive gesunken, während die Dividenden konstant geblieben oder gestiegen sind. Beim Rivalen Shell ist der Jahresgewinn 2015 um fast 90 Prozent auf rund 1,9 Milliarden $ eingebrochen. Dennoch werden am 29. März 2016 pro Aktie 0,47 $ Dividende ausbezahlt. Derselbe Betrag wie im Vorquartal.

Dividendenzahlungen werden in der Regel aus dem Cashflow bedient, sprich aus dem Nettozufluss liquider Mittel. Wenn der Nettogewinn also in einem Jahr sinkt, ist das nicht so tragisch. Dauert die Sache aber länger, wird es brenzlig, wie der Blick auf die Verschuldungsgrade von Shell, Chevron, Exxon, BP und Conoco Phillips zeigt. Die Gearing Ratio ist bei allen fünf gestiegen. Bei BP gab es etwa einen Anstieg von 16,2 auf 22,6 Prozent. Noch höher ist der Wert bei Conoco Phillips (s. Grafik).

Hohe Dividendenrenditen

Die Skepsis der Anleger, ob die Dividenden auf dem Ölsektor finanzierbar bleiben, zeigt sich auch an den Dividendenrenditen. Shell und BP kommen zum Beispiel auf Dividendenrenditen von mehr als acht Prozent, deren Aktien sind zuvor aber auch stärker gefallen als die von Exxon, hier beträgt die geschätzte Rendite nur 3,7 Prozent. Keine Frage, es werden wieder bessere Zeiten für Ölkonzerne kommen, derzeit aber gelten sie als heiße Eisen, die niemand gern anfasst.

Doch zurück zu den Unternehmen außerhalb des Ölsektors. Beim Uhrenkonzern Swatch ist der Jahresgewinn um 21 Prozent auf 1,12 Milliarden Franken gesunken, die Dividende bleibt bei 7,5 Franken je Aktie aber konstant. Beim Elektrokonzern ABB wurde die Dividende um zwei Rappen auf 74 Rappen je Aktie angehoben, obwohl der Gewinn (vor allem wegen Sanierungskosten) um ein Viertel auf gut 1,9 Milliarden $ eingebrochen ist.

Beispiele von Unternehmen mit steigenden Dividenden trotz rückläufiger Gewinne gibt es noch mehr und die Berichtssaison ist noch nicht vorbei. Einige haben auch die Ausschüttungen bereits gekürzt. Das ist zwar vorerst bitter, sorgt aber dafür, dass die Dividenden langfristig leistbar bleiben.


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("Wirtschaftsblatt", Print-Ausgabe, 05.02.2016)

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