16.03.2016, 21:47

Janet Yellen lässt die Wall Street jubeln

Bild: (c) AFP (JEWEL SAMAD)

Mit der Aussicht auf nur zwei kleinere Zinsanhebungen im laufenden Jahr machte Fed-Chefin Janet Yellen den US-Börsen große Freude. Nach nervösem Geschäft vor dem Fed-Entscheid ging es danach munter aufwärts. Der Dow Jones schloss auf dem bisher höchsten Wert des Jahres.

Hinweise der US-Notenbank Fed für ein behutsameres Tempo bei den Zinserhöhungen haben der Wall Street am Mittwoch Gewinne beschert. Wie aus den Prognosen der Währungshüter hervorgeht, wollen sie die geldpolitischen Zügel dieses Jahr zwar weiter straffen, aber weitaus weniger stark als zuletzt angenommen. Demnach sind nun zwei Zinsschritte wahrscheinlich, während im Dezember noch mit vier Zinsanhebungen gerechnet wurde. Damit falle nun ziemlich viel Unsicherheit weg, fasste Ökonom Mark Grant vom Vermögensverwalter Hilltop Securities zusammen. Die Fed begründete ihre stärkere Zurückhaltung mit den Risiken der weltweiten Wirtschaftsentwicklung. Die US-Zentralbanker beließen den Leitzins bei 0,25 bis 0,5 Prozent. Die lockere Fed-Geldpolitik der vergangenen Jahre befeuert die Börsen weltweit.

Kerninflation zieht an

Frische Argumente für einen baldigen Zinsschritt lieferten unterdessen die US-Inflationszahlen. Die Kernrate, die ohne die stark schwankenden Preise für Energie und Lebensmittel berechnet wird, stieg im Februar mit 0,3 Prozent etwas stärker als erwartet.

Der Dow-Jones-Index stieg um 0,4 Prozent auf 17.326 Punkte. Der breiter gefasste S&P legte um 0,6 Prozent auf 2027 Stellen zu und schloss damit auf dem höchsten Stand seit 31. Dezember. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,8 Prozent auf 4764 Zähler. Der deutsche Leitindex Dax schloss 0,5 Prozent höher bei 9983 Zählern. Der EuroStoxx50 notierte nach anfänglichen Gewinnen 0,2 Prozent tiefer bei 3062 Stellen.

Gefragt waren die Aktien von Oracle, die 3,8 Prozent zulegten. Die Ausweitung des Aktienrückkaufprogramms kam gut an. Zudem fiel die Bilanz des SAP -Rivalen besser aus als erwartet, obwohl der starke Dollar und Schwächen im traditionellen Geschäft mit Softwarelizenzen dem Konzern zusetzen.

Ebenfalls im Plus lag die Aktie von Time Warner Cable, die sich um 3,3 Prozent verteuerte. Einem Bericht des "Wall Street Journals" zufolge ist es wahrscheinlich, dass die US-Marktaufsicht FCC den Kauf von Time Warner Cable durch den Kabel-Konkurrenten Charter für etwa 56 Milliarden Dollar genehmigt.

Der größte US-Kohleproduzent Peabody hingegen stand auf fast allen Verkaufslisten. Der Anteilsschein brach 45 Prozent ein. Das Unternehmen teilte mit, möglicherweise ein Insolvenzverfahren starten zu müssen. Peabody machen die gesunkene Nachfrage nach Kohle, schärfere Umweltauflagen und günstigeres Erdgas zu schaffen.

Ölpreis zeiht an – Förderbremse ja oder Nein?

Am Ölmarkt verteuerte sich die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee zwischenzeitlich um bis zu 4,2 Prozent auf 40,38 Dollar je Barrel (159 Liter). Die großen Export-Nationen wollen sich einem Opec-Insider zufolge auch ohne Iran Mitte April zusammensetzen, um über eine Deckelung der Fördermengen zu beraten. Iran kehrt nach dem Ende der westlichen Sanktionen gerade erst als Lieferant auf den Weltmarkt zurück und will seine Produktion vorerst weiter ausweiten. Aktuell drängen täglich etwa ein bis zwei Millionen Barrel Rohöl mehr auf den Weltmarkt als gebraucht werden. Weiteren Schub erhielt der Ölpreis von den US-Lagerdaten. Sie stiegen in der vergangenen Woche nur halb so stark wie gedacht.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 942 Millionen Aktien den Besitzer. 2462 Werte legten zu, 590 gaben nach und 96 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,76 Milliarden Aktien 1676 Werte im Plus, 1084 im Minus und 178 unverändert.

An den US-Kreditmärkten legten die zehnjährigen Papiere um 12/32 auf 97-11/32 zu. Die Rendite gab leicht auf 1,9187 Prozent nach. Die 30-jährigen Bonds stiegen um 3/32 auf 95-19/32 zu und hatten eine Rendite von 2,7152 Prozent.

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