17.03.2016, 21:26  von Reuters/schu

Dollar-Schwäche treibt Wall Street an

Wall Street / Bild: Reuters

Die Ankündigung der US-Notenbank Fed, behutsamer bei künftigen Zinserhöhungen vorzugehen, hat den Dollar zum Euro am Donnerstag auf Talfahrt geschickt.

Dies verhalf vor allem Industriewerten an der Wall Street zu Höhenflügen. US-Firmen kalkulierten damit, ihre Waren auf dem Weltmarkt günstiger anbieten zu können. Die Rohstoffpreise zogen an. Zudem setzte der Markt Hoffnungen auf einen Plan der größten Ölproduzenten, eine Förderbremse einzuführen, um das Überangebot einzudämmen. Brent -Öl rückte bis zu 2,8 Prozent auf 41,46 Dollar je Barrel (159 Liter) vor.

Die Fed signalisierte am Mittwochabend für 2016 nur noch zwei statt vier Zinserhöhungen. Den Leitzins beließ sie wie erwartet bei 0,25 bis 0,5 Prozent. Der Euro verteuerte sich um mehr als zwei US-Cent und übersprang erstmals seit Mitte Februar die Marke von 1,13 Dollar. "Die Märkte reagieren weiter auf den Fed-Zinsentscheid von Mittwoch", sagte Analyst David Lefkowitz vom Vermögensverwalter UBS Americas Wealth Management. Auch im Vergleich zu anderen Währungen geriet der Dollar am Donnerstag ins Hintertreffen. So fiel er zwischenzeitlich um bis zu 1,7 Prozent auf ein Eineinhalb-Jahres-Tief von 110,68 Yen.

Der Dow-Jones-Index ging mit einem Aufschlag von 0,9 Prozent auf 17.481 Punkten aus dem Handel. Damit wies der Dow erstmals im Jahr 2016 im Schnitt eine positive Bilanz auf. Der breiter gefasste S&P legte um 0,7 Prozent auf 2041 Stellen zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,2 Prozent auf 4775 Zähler. Der Dax wie auch EuroStoxx50 verloren hingegen jeweils ein knappes Prozent auf 9892,20 Zähler und 3036,10 Punkte.

Fedex und General Electric im Fokus

Bei den Einzelwerten standen an den US-Börsen der Paketdienst FedEx sowie General Electric im Mittelpunkt. Der Mischkonzern legte 2,6 Prozent zu und führte damit die Gewinner im Dow an. Bei FedEx ging es sogar 11,8 Prozent nach oben. Der Konzern rechnet nun mit einem höheren Jahresgewinn als von Analysten erwartet.

Investoren nutzten die Abwertung der US-Valuta, um sich mit Rohstoffen einzudecken. Dies trieb den Preis für Kupfer um 2,5 Prozent auf 5058,50 Dollar je Tonne in die Höhe. Das zum Korrosionsschutz benötigte Zink verteuerte sich zeitweise sogar um fünf Prozent. Gold war ebenfalls gefragt und notierte zeitweise 0,7 Prozent höher bei 1270,90 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Dies verhalf den Bergbaukonzernen weltweit zu kräftigen Kursgewinnen. In London verteuerten sich die Titel von Glencore, Anglo American, BHP Billiton, Rio Tinto, Fresnillo und Antofagasta um bis zu zehn Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,04 Milliarden Aktien den Besitzer. 2473 Werte legten zu, 595 gaben nach und 106 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,89 Milliarden Aktien 1927 Werte im Plus, 872 im Minus und 144 unverändert.

An den US-Kreditmärkten legten die zehnjährigen Papiere um 11/32 auf 97-17/32 zu. Die Rendite lag bei 1,8994 Prozent. Die 30-jährigen Bonds stiegen um 28/32 auf 96-02/32 und hatten eine Rendite von 2,6917 Prozent.

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