21.03.2013, 23:41  von Ingrid Krawarik

Japan setzt auf Legenden

Japan setzt Legenden / Bild: EPA/Mayama

Erstmals seit 20 Jahren beginnen auch Japaner, an die Rückkehr zur Wettbewerbsfähigkeit zu glauben. Die Aktien haben vorgelegt, jetzt muss Premier Shinzo Abe handeln.

Nach einer japanischen Legende aus dem 16. Jahrhundert, gab ein Samurai seinen drei Söhnen drei Pfeile in die Hand und befahl ihnen, diese gleichzeitig zu brechen. Keiner der Söhne konnte die Aufgabe ­erfüllen. Die Lehre des Samurais: Ein Pfeil sei leicht zu brechen, drei auf einmal ­unmöglich. Das heißt, wer zusammen kämpft und gemeinsam an einer Sache arbeitet, ist unbesiegbar.
Diesen Vorsatz hat sich die neue japanische Regierung auf die Fahnen geheftet. Das so genannte „3 Arrows"-Programm verfolgt ein Ziel, nämlich Japan global wieder wettbewerbsfähig zu machen. Das will Premier Shinzo Abe durch drei Maßnahmen, ­nämlich eine aggressivere Währungspolitik, flexiblere Staatsausgaben sowie eine strategische Wirtschaftswachstumsausrichtung, erreichen.

Ertragskraft fehlt

Ein Inflationsziel von zwei Prozent ist bereits festgelegt. Gesundheits- und Arbeitsreformen wurden durchgeführt. So soll es Steuererleichterungen für jene älteren Menschen geben, die ihren Kindern, Enkeln und Großenkeln die Ausbildung zahlen, der Konsum dafür stärker besteuert werden. Spätestens im Juni will Premier Abe dann seine Strategie für mehr Wirtschaftswachstum präsentieren. Diese dürfte der Schlüssel sein, an dem die Zukunft Japans hängt. Vor allem die geringe Ertragskraft der Unternehmen soll gesteigert werden.

Japans Problem besteht darin, dass es zu viele Unternehmen in den einzelnen Sektoren gibt, die sich innerhalb des Landes kannibalisieren. So streiten sich gleich fünf Konzerne im Eisenbahnsektor um Aufträge - in Nordamerika ist Bombardier allein auf weiter Flur, in Europa kommen sich im Wesentlichen Alstom und Siemens in die Quere.

Allerdings haben japanische Unternehmen nach Jahren wieder begonnen, Fremdkapital aufzunehmen. „Das ist ein gutes Zeichen. Wer ­Deflation erwartet, nimmt keinen Kredit auf, weil man ­dadurch Geld verliert", sagte Hideto Yamamoto, CEO von Asset Mananger Diam International, gestern vor Investoren. Und: „Deflation ist wie eine unheilbare Krankheit, sie ist unheimlich. In den letzten zehn Jahren haben sich die Gehälter in Japan deshalb nicht erhöht. Ich bin schon sehr lange im Geschäft. Das ist das erste Mal in 20 Jahren, dass ich das Gefühl habe, dass sich Japan aus der Klammer der Deflation befreien kann."

Dazu beitragen soll unter anderem auch ein schwächerer Yen. Die Bank of Japan hat bereits mehrmals am Devisenmarkt interveniert. Mit ­Erfolg. Der Yen hat zum Euro seit dem Hoch vom Juli 2012 um 23,4 Prozent abgewertet. Gegenüber dem US-Dollar steht heuer ein Minus von neun Prozent zu Buche. Die Politik des schwachen Yen wird von den US-Amerikanern unterstützt.

USA als Treiber

Überhaupt möchte Japan die Beziehungen zu den USA wieder stärker forcieren. Nicht ausschließlich auf wirtschaftlicher, sondern verstärkt auf politischer Ebene. Dazu beabsichtigt das Land der Trans Pacific Partnership (TPP) beizutreten, einer politischen Union ähnlich der EU, zu der derzeit Singapur, Neuseeland, Brunei und Chile gehören. Beitrittsverhandlungen gibt es unter anderem mit den USA, Australien, Malaysia und Kanada, nun möchte auch Japan dem Pakt beitreten.

Neben den USA und China plant Premier Abe in den ­Asean-Staaten wirtschaftlich stärker zu punkten, und möchte seine Rolle als Tor nach Asien noch deutlicher forcieren. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, wie expansiv die Notenbank ihre Währungspolitik durchführt.

Wachstum gesucht

In einer idealen Welt erzielt Japan heuer ein Wirtschaftswachstum von zwei Prozent. Ohne diese Rate wird es sehr schwer, das gesteckte Ziel zu erreichen. Dazu müssten auch die Exportunternehmen ein Gewinnwachstum von 30 bis 40 Prozent erzielen. Eigentlich hängt alles am dritten Eckpfeiler. Vielleicht kann Shinzo Abe die Japaner überraschen.

24.08.2016, 19:46

Die Abschaffung des Bargelds wird schrittweise erfolgen

23.08.2016, 19:53

Winterzeit in der Uhrenbranche

22.08.2016, 16:13

Therapie für Megareiche im Central Park

Kommentare

0 Kommentare

21.08.2016, 19:58

Italiens Winzer spielen Börsianer

Das Weingut Villa Sandi strebt an die Mailänder Börse. Zwei Rivalen notieren bereits seit 2015 dort. Geschäftlich läuft es gut, als Anleger fährt man mit Riesen wie Campari und Diageo aber besser.

20.09.2013, 13:30

Serie Investor-Akademie: Wissen schafft Rendite

Investor-Akademie. Trotz Pensionslücke und Notwendigkeit zur Vorsorge ist das Finanzwissen der Österreicher erbärmlich. Das WirtschaftsBlatt bietet im Rahmen einer Serie eine Bestandsaufnahme - und Lösungsansätze gleich dazu.

20.09.2013, 13:21

Finanzexperte Lucius: "Sind finanzwirtschaftliche Analphabeten"

Investor-Akademie. Der Finanzexperte Otto Lucius zieht eine ernüchternde Bilanz zum finanzwirtschaftlichen Wissen der Österreicher - und spart nicht an Kritik in Richtung Politik.

12.09.2013, 06:12

Alles neu im Dow Jones

Im ältesten Aktienindex der entwickelten Welt, dem Dow Jones Industrial, kommt es zu größeren Veränderungen. Finanzwerte gewinnen insgesamt an Bedeutung.

29.08.2013, 21:20

Ein Tag in New York City

Erinnerungen. Tim Schäfer, ausgebildeter Finanzanalyst und Wall Street-Korrespondent des WirtschaftsBlatt, berichtet, wie er den Tag der Lehman-Pleite erlebt hat.

Aktiensuche


CA Immo Logo
Immofinanz Group Logo

Börsenkurse

Borsenkurse

Top 5

LENZING AG100,451,34%chart

RHI AG22,400,52%chart

VERBUND AG13,740,44%chart

TELEKOM AUST.5,110,26%chart

IMMOFINANZ AG2,000,25%chart

Flop 5

SCHOELLER-BL.51,94-5,22%chart

ZUMTOBEL GRO.14,01-3,35%chart

VIENNA INSUR.16,73-2,73%chart

VOESTALPINE .30,07-2,23%chart

ANDRITZ AG45,74-1,53%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

LENZING AG100,451,34%chart

KTM INDUSTRI.3,851,32%chart

MAYR-MELNHOF.98,800,64%chart

RHI AG22,400,52%chart

VERBUND AG13,740,44%chart

Flop 5

SCHOELLER-BL.51,94-5,22%chart

ZUMTOBEL GRO.14,01-3,35%chart

VIENNA INSUR.16,73-2,73%chart

STRABAG SE28,06-2,28%chart

VOESTALPINE .30,07-2,23%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

BEIERSDORF A.83,580,90%chart

HENKEL AG & .118,120,85%chart

HEIDELBERGCE.81,960,24%chart

SAP SE INHAB.77,410,22%chart

BAYER AG NAM.96,280,12%chart

Flop 5

DT.T L.FANA .10,44-2,61%chart

PROSIEBENSAT.39,76-2,29%chart

VOLKSWAGEN A.119,85-2,14%chart

DAIMLER AG N.60,91-1,63%chart

FRESENIUS SE.65,66-1,44%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

McDonald's C.115,530,57%chart

Pfizer35,020,57%chart

Cisco Systems31,210,48%chart

The Traveler.117,640,45%chart

Home Depot135,540,36%chart

Flop 5

Apple Inc107,05-0,91%chart

Exxon Mobil .87,53-0,56%chart

UnitedHealth.139,23-0,46%chart

Boeing Compa.132,75-0,41%chart

Nike60,00-0,37%chart

Mehr

Börse Frankfurt

Borsenkurse

Top 5

BEIERSDORF A.83,580,90%chart

HENKEL AG & .118,120,85%chart

HEIDELBERGCE.81,960,24%chart

SAP SE INHAB.77,410,22%chart

BAYER AG NAM.96,280,12%chart

Flop 5

DT.T L.FANA .10,44-2,61%chart

PROSIEBENSAT.39,76-2,29%chart

VOLKSWAGEN A.119,85-2,14%chart

DAIMLER AG N.60,91-1,63%chart

FRESENIUS SE.65,66-1,44%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

SUEDZUCKER A.22,892,88%chart

RHOEN-KLINIK.26,160,95%chart

EVONIK INDUS.30,200,89%chart

RTL GROUP S..77,500,67%chart

SYMRISE AG I.66,980,64%chart

Flop 5

BILFINGER SE.25,78-3,75%chart

HUGO BOSS AG.56,04-2,67%chart

LEONI AG NAM.33,60-2,31%chart

DT.T PFANDBR.8,51-2,22%chart

STROEER SE &.43,03-2,14%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

GFK SE INHAB.28,865,35%chart

TAKKT AG INH.20,612,46%chart

SCOUT24 AG N.33,521,02%chart

WCM BETEIL.U.3,061,02%chart

DT.T BTTILIG.29,910,58%chart

Flop 5

SGL CARBON S.11,04-4,02%chart

WACKER NEUSO.13,70-3,11%chart

BAYWA AG VIN.29,80-2,40%chart

WUESTENROT& .17,36-1,98%chart

BERTRANDT AG.96,87-1,90%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

FREENET AG N.25,891,20%chart

CARL ZEISS M.33,241,03%chart

SOFTWARE AG .35,900,44%chart

WIRECARD AG .42,700,04%chart

STRATEC BIOM.54,89-0,07%chart

Flop 5

RIB SOFTWARE.9,28-2,72%chart

SUESS MICROT.6,20-2,25%chart

SLM SOLUTION.26,73-2,24%chart

JENOPTIK AG .15,78-1,96%chart

MORPHOSYS AG.38,24-1,94%chart

Mehr

Weltwährungen

USD
Mehr