20.03.2014, 10:23  von die Presse, JIL

Mysteriöse Entwicklung bei US-Staatsanleihen

Laut aktueller Daten kauft das kleine EU-Land Belgien immer mehr US-Staatsanleihen. Wer aber wirklich dahintersteckt, ist völlig unklar. Russland verkauft indes US-Papiere.

Die Zahl der mysteriösen Entwicklungen auf dem Markt für US-Staatsanleihen (Treasuries) häuft sich. Erst vorgestern wurde bekannt, dass eine oder mehrere ausländische Zentralbanken eine erhebliche Summe (105 Mrd. Dollar) an US-Anleihen aus der Obhut der US-Zentralbank Federal Reserve (die sie teilweise für ausländische Notenbanken "bunkert") abgezogen hat. Der Verdacht fiel auf die Russen, die scheinbar ihre Währungsreserven vor einer möglichen Ausweitung der wirtschaftlichen Sanktionen in Sicherheit bringen wollten.

China legt wenig zu

Am Dienstag dann die nächste Verwirrung: Das US-Finanzministerium veröffentlichte die Jänner-Daten zu den "ausländischen Haltern" von US-Staatsanleihen. Nur drei Stunden später dann die Korrektur: Man änderte die Daten vollständig.

Den neuen Zahlen war zu entnehmen, dass China seine Bestände nicht um 14 Mrd. ausgebaut hat, sondern lediglich um 3,5 Mrd. Dollar. Dafür ist Japans Vorrat statt zu stagnieren um 19 Mrd. angewachsen. Und Russland hat den aktuellen Zahlen entsprechend nicht nur eine, sondern sieben Mrd. Dollar an US-Staatsanleihen verkauft-was den Bestand Moskaus an US-Staatsanleihen schon im Jänner auf 132 Mrd. Dollar reduziert hat.

Und neben den wichtigsten ausländischen Haltern von US-Staatsanleihen-China und Japan, die beide mehr als eine Billion Dollar halten-hat sich in den vergangenen zwei Monaten ein neuer "Spieler" etabliert, dessen Identität mehrfach überraschend ist: Das kleine europäische Land Belgien hält laut US-Finanzministerium inzwischen 310 Mrd. Dollar an US-Staatsanleihen.

Damit hat sich der belgische Treasuries-Bestand seit September 2013 fast verdoppelt. Aber wer hinter "Belgien" steckt, ist unklar. Theoretisch könnten private in Belgien stationierte Finanzhäuser die US-Anleihen für ausländische Zentralbanken oder private Investoren halten-was den "belgischen" Bestand in der Statistik hinauftreiben könnte, ohne dass die belgischen Währungsreserven angewachsen sind. Rein theoretisch wäre es sogar möglich, dass hinter den Käufen eine versteckte Finanzhilfe europäischer Zentralbanken für die USA-oder gar die Fed selbst steckt.

Die "Belgien"-Frage

Die ist seit der Einführung ihres Stützungsprogramms Quantitative Easing längst zur größten Gläubigerin ihres eigenen Landes geworden und hält inzwischen rund 2250 Mrd. Dollar an Treasuries. Sie hat QE aber zuletzt von 85 auf 65 Mrd. pro Monat gedrosselt-wobei eine Hälfte in den Immobilienmarkt und die andere in die Staatsanleihen fließen.

Fed sucht nach neuen Begründungen für ihre alte Politik

(WirtschaftsBlatt, Print-Ausgabe, 2014-03-20)

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Kommentare

5 Kommentare

Gast: MD meint

Euroclear hat Ihr Hauptsitz in Belgien. Euroclear kauft Staatsanleihen fuer Kunden Weltweit.

verfasst am 21.03.2014, 12:50

Ich las irgenwann, irgendwo irgendwas, habe nur noch eine verschwommene Erinnerung, aber ich glaube Belgien soll gar kein richtiger Staat sein, sondern Privaten gehören.

verfasst am 20.03.2014, 17:06

Gast: Gastin meint

Belgien-Hauptstadt Brüssel. Wer oder was "sitzt" in Brüssel? Die Europa-marionetten der USA !!!

verfasst am 20.03.2014, 12:56

Ich biete Ihnen zur Beantwortung der Belgien-Frage mal die ganz plausibel klingende Zerohedgelösung an:
Es ist per se unwahrscheinlich, dass Belgien US-Staatsanleihen in dreifacher Höhe seines Bruttoinlandsprodukts hält, wie die Statistik des US-Treasury ausweist.
Zerohedge vermutet daher (“That this glaring confirmation that all TIC data is made up on the fly, without any real backing..”), dass Belgien quasi als Bilanzposten fungiert, dem man Posten zuschiebt, um die realen Verhältnisse zu verbergen. Denn insbesondere großflächige Anleiheverkäufe durch China und Russland wären für die USA ein Eingeständnis seiner eigenen Verwundbarkeit, eine Art Achillesverse für politisch motivierte Revanche-Akte durch diese Anleihegläubiger.
Nicht wenige wünschen sich im US-Treasury recht bald einen Snowdon.
Und was lernen wir daraus? Nicht nur die EU-Finanzminister lügen (Bsp. Griechenland- und andere Milliardengräber wie Bankenunion und ESM), dass sich die Balken biegen, sie werden dabei von den Amis gecoacht oder die haben sogar die Strippen in der Hand um die EU-Marionetten zu bespielen.

verfasst am 20.03.2014, 12:47

Liebes Forum,
das Institut für angewandte Psychologie der Uni Wien führt eine
Online-Studie zum Thema Steuerhinterziehung durch und sucht nach
TeilnehmerInnen. Der Fragebogen kann unter diesem Link: https://www.soscisurvey.de/pst2014/?r=7 ausgefüllt werden, die
Bearbeitung dauert etwa fünf Minuten und es ist keine Registrierung
erforderlich.

Selbstverständlich werden Ihre Angaben anonymisiert ausgewertet und nicht
an Dritte weitergegeben.

Mit Ihrer Teilnahme helfen Sie dabei, die Forschung in diesem Bereich voran zu bringen!

verfasst am 20.03.2014, 12:45

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