24.02.2013, 09:26

Gold verliert an Anhänger

Bild: dpa/Bundesbank

Edelmetalle. Die Attraktivität der Goldanlage ist getrübt. Zuletzt haben Großinvestoren wie George Soros Teiel ihre Goldbestände abgebaut. Die Geldpolitik der Fed gilt als Mitgrund, dass Anleger aussteigen.

Frankfurt/Washington. Für Goldbesitzer gab es in den vergangenen Jahren reichlich Grund zu strahlen: Der Preis des Edelmetalls kannte nur einen Weg und zwar nach oben. So sollte es eigentlich auch 2013 weitergehen: Rohstoff-Experten hatten in Jahresausblicken in Aussicht gestellt, dass Goldmünzen, Goldbarren oder einfach nur Goldschmuck weiter an Wert gewinnen. Im Verlauf der vergangenen Woche wurden die Goldliebhaber aber jäh aus den Träumen gerissen.

Innerhalb von nur fünf Handelstagen rutschte der Preis für das gelbe Edelmetall um etwa 100 Dollar. Plötzlich fragen sich viele Goldanleger, ob sie nicht doch auf das falsche Pferd gesetzt haben.

Am vergangenen Mittwoch erreichte der Goldpreis bei 1.555 Dollar (1.179,28 Euro) je Feinunze den tiefsten Stand seit über sieben Monaten. Eine ähnlich rasante Talfahrt gab es zuletzt vor einem Jahr. Zwar hat sich der Goldpreis zuletzt wieder etwas erholt, und er stand am Wochenausklang bei 1.574 Dollar. Mittlerweile ist es aber eineinhalb Jahre her, dass der Goldpreis im September 2011 sein Rekordhoch bei 1.920 Dollar markierte. Die Hausse geriet ins Stocken und der Goldpreis bewegte sich phasenweise monatelang mehr oder weniger seitwärts.

Vorsicht

Selbst Fachleute, die in den vergangenen Monaten häufig optimistisch auf die Entwicklung des Goldpreises geschaut haben, werden plötzlich vorsichtiger. So zum Beispiel das Frankfurter Bankhaus Metzler. "Wir empfehlen, bei 1.500 Dollar die Reißleine zu ziehen und auf bessere Einstiegsgelegenheiten zu lauern." So lautete der jüngste Rat in Sachen Gold an die Adresse der Investoren.

Es gibt keinen Zweifel: Das gelbe Edelmetall verliert in diesen Tagen viele Anhänger. Einen der wesentlichen Gründe für die Talfahrt beim Goldpreis lieferten die Metzler-Experten gleich mit: Die Investoren haben den Glauben an eine endlose expansive Geldpolitik in den USA verloren. Mit dem Protokoll der letzten Zinssitzung der US-Notenbank hatte sich nämlich der Eindruck verfestigt, dass die Fed Ernst macht und früher als gedacht beginnen könnte, die Geldschleusen wieder zu schließen.

Spekulation mit der Inflation

Die Spekulation der Anleger auf eine starke Inflation gilt als wichtiger Preistreiber beim Gold. Eben diese bereitet jedoch immer mehr Notenbankern Sorgen, sodass die Wahrscheinlichkeit für ein vorzeitiges Ende der ultralockeren Geldpolitik steigt. Kaum war die Fed-Mitschrift veröffentlicht, legte auch der Kurs des Dollar spürbar zu, was den Goldpreise zusätzlich belastete. Eine festere US-Währung verteuert Gold für Anleger außerhalb des Dollarraums und drückt damit die Nachfrage nach dem Edelmetall.

Großinvestoren verlieren Interesse

Bei den Investoren am Goldmarkt begannen aber bereits die Alarmglocken zu schrillen, als Mitte des Monats bekannt wurde, dass der Investor George Soros das Interesse an dem Edelmetall ein Stück weit verloren hat. Aus der jüngsten Statistik der US-amerikanische Börsenaufsicht SEC ging nämlich hervor, dass der Milliardär Soros im vierten Quartal mehr als die Hälfte seiner Anteile am SPDR Gold Trust verkauft hatte. Dabei handelt es sich um den mit Abstand größten Goldfonds der Welt.

Es waren in den vergangenen Tagen vor allem solche Groß-Investoren, die dem Goldmarkt den Rücken gekehrt haben. Die Vergangenheit hat aber immer wieder gezeigt, dass sie auch schnell wieder ihre Leidenschaft für Gold wiederentdecken. Im wichtigsten Importland Indien wurde laut jüngsten Daten des World Gold Council zuletzt auch wieder mehr Gold in Form von Schmuck verkauft. Für das vierte Quartal meldete der Branchenverband einen starken Anstieg.

Außerdem könnte ein erneutes Aufflammen der Euro-Schuldenkrise die Anleger wieder in den "sicheren Hafen" Gold treiben. Nicht wenige Investoren blicken vor diesem Hintergrund gebannt auf die Ergebnisse der Parlamentswahlen in Italien. Eine schwierige Regierungsbildung oder gar ein Zurückdrehen der Reformpolitik dürfte schnell wieder Unsicherheit an die Märkte bringen. "Das wird auch am Goldmarkt nicht spurlos vorbei gehen und für steigende Preise sprechen", sagte Rohstoffexperte Daniel Briesemann von der Commerzbank.

 

(APA/dpa-AFX)

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

10:14

Fallender Goldpreis hilft Schmuckindustrie

10.06.2013, 15:24

Das Ländle wird zur Goldgrube

03.06.2013, 10:13

Goldbestände wandern von "zittrigen" in "starke" Hände

WERBUNG

Kommentare

0 Kommentare

Verbleibende Zeichen: 1500

14:14

Gold: Seitwärtsbewegung

Währungen. Laut den Experten der MIG-Bank konnte sich Gold über seinen Widerstand bei 1389 bewegen.

12.06.2013, 10:32

Fleischgigant JBS entschuldet Konkurrenten

Lebensmittelindustrie. Der weltgrößte Fleischverarbeiter und -produzent JBS übernimmt zwei Spartenunternehmen seines überschuldeten Konkurrenten Marfrig.

11.06.2013, 09:28

Konjunktursorgen drücken Ölpreise wieder

Notierungen. Die Ölpreise haben am Dienstag weiter leicht nachgegeben, die Konjunkutr in Fernost belastet und in den USA werden steigende Lagerbestände erwartet.

10.06.2013, 08:42

Ölpreise weiter fester

Ölnotierungen. Brent und WTI verteidigen zum Wochenstart ihre Notierungen von Freitag auf vergleichsweise hohem Niveau.

06.06.2013, 09:45

Ölpreise weiter befestigt

Angebot. Die Ölpreise haben auch am Donnerstag fest tendiert und ihre seit Wochenbeginn eingefahrenen Kursgewinne leicht ausgebaut.

Goldpreis - Chart

Vontobel in Kooperation mit dem WirtschaftsBlatt

Weltwährungen

USD
Mehr

Aktiensuche

  • Wertpapierart

Börse Frankfurt

Borsenkurse

Top 5

INFINEO.6,951,68%chart

MERCK K.124,851,26%chart

FRESENI.94,911,16%chart

HENKEL .76,050,82%chart

BASF SE.74,770,55%chart

Flop 5

LANXESS.53,39-1,06%chart

RWE AG .26,08-0,97%chart

THYSSEN.15,12-0,88%chart

DT.T BA.34,58-0,70%chart

ALLIANZ.115,05-0,48%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

KRONES .56,472,97%chart

WINCOR .43,241,97%chart

PROSIEB.33,621,48%chart

AXEL SP.33,901,36%chart

SKY DEU.5,281,34%chart

Flop 5

GSW IMM.28,32-2,78%chart

SGL CAR.26,94-2,41%chart

AAREAL .18,80-1,49%chart

PUMA SE.222,45-1,46%chart

AURUBIS.45,72-1,22%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

STROEER.8,195,43%chart

CONSTAN.1,482,93%chart

AIR BER.2,002,41%chart

BAUER A.20,462,02%chart

TIPP24 .46,201,93%chart

Flop 5

GRAMMER.24,24-2,47%chart

PRAKTIK.0,84-1,18%chart

DEUTZ A.4,99-0,97%chart

DELTICO.38,20-0,95%chart

GRENKEL.66,50-0,91%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

PFEIFFE.81,481,76%chart

NORDEX .5,600,86%chart

AIXTRON.13,080,81%chart

MORPHOS.38,790,75%chart

SMA SOL.25,160,72%chart

Flop 5

DIALOG .11,16-3,08%chart

ADVA OP.3,91-2,76%chart

CANCOM .17,18-2,55%chart

BECHTLE.36,60-2,48%chart

XING AG.55,10-2,41%chart

Mehr

Umfrage

  • Bulle oder Bär - wer gibt in der Woche vom 24.6. bis 28.6. das Tempo vor? Wird der ATX ...
  • ... mehr als 2 Prozent zulegen?
  • ... zwischen 0,5 und 2 Prozent zulegen?
  • ... das Niveau halten? Also zwischen + 0,5 und - 0,5 Prozent zu liegen kommen.
  • ... zwischen 0,5 und 2 Prozent verlieren?
  • ... mehr als 2 Prozent verlieren?