10.02.2016, 18:03

Öl: „Jeder Swimming Pool gefüllt“

Noch keine Abendstimmung über der weltweiten Ölförderung / Bild: (c) APA/AFP/GETTY IMAGES/SPENCER PLATT (SPENCER PLATT)

Zwei Millionen Barrel Öl pro Tag wurden im Vorjahr mehr gefördert als verbraucht, schätzt die Opec. Selbst der für heuer erwartete Mehrverbrauch reicht nicht aus, um wenigstens diese überschüssigen Lagermengen aufzubrauchen. Die Experten sind sich einig: Zumindest in der ersten Jahreshälfte ist mit keinem Anstieg der Ölpreise zu rechnen.

Der Ölpreis spielt wieder einmal verrückt. Nachdem die US-Energie-Informations-Agentur EIA am Nachmittag einen Rückgang der Lagerbestände an Rohöl um 754.000 Barrel gemeldet hatte, begann die US-Sorte WTI eine Achterbahnfahrt, die mal um 2,0 Prozent nach oben, mal um 4,6 Prozent nach unten ging. Die europäische Sorte Brent bewegte sich etwas behäbiger, legte aber auch 2,3 Prozent zu.

Da war der Tag aber eigentlich schon gelaufen. Denn davor hatte die Opec in ihrem monatlichen Ölmarkt-Bericht Bilanz übers abgelaufene Jahr gezogen und festgestellt, dass die weltweite Überproduktion zwei Millionen Barrel am Tag betragen hatte. Daran wird sich auch 2016 nichts ändern: Der leichte Rückgang außerhalb der Opec um 0,7 Millionen Barrel pro Tag als Folge zurückgefahrener Investitionen der großen Ölfirmen und Rücknahme von Bohrlöchern durch die US-Schieferöl-Produzenten wird durch ein Förderplus der Opec-Länder um 1,8 Millionen mehr als ausgeglichen.

Und weil die Nachfrage nach den Schätzungen der Opec nur um 1,25 Millionen Barrel pro Tag steigen wird, genügt das nicht einmal, um die Überproduktion des Vorjahres aufzubrauchen – geschweige denn das aktuelle Überangebot von heuer.

"Mit Öl überschwemmt"

Auch die Internationale Energieagentur IEA in Paris stieß ins selbe Horn: Allein im ersten Halbjahr dürfte das tägliche Angebot die Nachfrage um 1,75 Millionen Barrel übersteigen. "Da der Markt bereits mit Öl überschwemmt ist, sind deutliche Preissteigerungen kurzfristig nicht zu sehen", heißt es in dem Bericht der IEA. "Unter diesen Umständen hat sich das Abwärtsrisiko erhöht."

Im Dezember – witterungsbedingt normalerweise ein Monat mit sinkenden Lagerbeständen – haben die Industrieländer laut IEA ihre Lagerbestände um 7,6 Millionen Barrel auf 3 Milliarden erhöht. Die Lagerbestände liegen damit 350 Millionen Barrel über dem langjährigen Durchschnitt. Selbst bei tatsächlichen Produktionsrückgängen, die außerhalb der Opec durchaus zu  erwarten sind, würde der Lagerabbau „furchtbar lange“ dauern.

BP-Chef Robert Dudley hat sich bereits auf einen Bärenmarkt zumindest im ersten Halbjahr eingestellt: „In der zweiten Jahreshälfte wird jeder Tank und jeder Swimming Pool auf der Welt gefüllt werden und die Fundamentaldaten werden endlich anspringen – dann wird der Markt endlich anfangen, sich wieder auszubalancieren.“

 

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

15:55

Rohstoffe: Das schlimmste ist überstanden

19.05.2016, 16:02

Goldpreis leidet unter US-Zinsspekulationen

19.05.2016, 15:31

Der Rohstoff, den keiner kennt und den jeder kaufen will

Kommentare

0 Kommentare

19.05.2016, 15:16

Schweizer fahren auf 1000-Franken-Scheine ab

In der Schweiz geht die Angst vor Negativzinsen um. Eine Reaktion der wohlhabenden Schweizer – sie entdecken das Papiergeld für den Sparstrumpf wieder.

18.05.2016, 13:12

Erdöl: Kurzfristig legen die Preise zu

Bei einer etwas höheren Nachfrage sank zuletzt die Ölproduktion. Daher ziehen die Preise an-aber nur kurzfristig.

17.05.2016, 17:44

Goldrausch ohne Ende: Auch George Soros fährt auf Gold ab

Allein in den ersten drei Monaten des Jahres ist der Goldpreis um 16 Prozent gestiegen – der größte Quartalssprung seit 1986. Gegenüber dem Vorjahr ist die Nachfrage nach Gold um 21 Prozent gewachsen. Und die Rally scheint kein Ende zu nehmen: Milliardär George Soros hat sich von mehr als einem Drittel seiner US-Aktien getrennt und steigt voll ins Gold-Geschäft ein.

13.05.2016, 17:39

Auch Ölpreis-Anstieg kann die Pleitewelle in den USA nicht stoppen

Anders als die Internationale Energie-Agentur (IEA) sieht die Opec keine Anzeichen für eine Entspannung am Ölmarkt. Eine nachhaltige Verteuerung von Rohöl ist nicht in Sicht. Und in den USA geht nahezu jeden zweiten Tag eine Ölfirma pleite.

12.05.2016, 14:48

Die Angst geht um – und treibt den Goldpreis

Die Unsicherheit über die Konjunkturentwicklung weltweit hat die Nachfrage nach Gold nach oben getrieben. Anleger greifen verstärkt nach Goldpreis-Fonds.

Goldpreis - Chart

CA Immo Logo
Immofinanz Group Logo

Weltwährungen

USD
Mehr

Aktiensuche


Börse Frankfurt

Borsenkurse

Top 5

BAYER AG NAM.88,654,29%chart

BASF SE NAME.69,072,74%chart

VOLKSWAGEN A.132,012,73%chart

MUENCHENER R.165,012,71%chart

DT.T BANK AG.15,522,68%chart

Flop 5

RWE AG INHAB.11,400,70%chart

DT.T PO AG N.26,040,81%chart

ADIDAS AG NA.114,610,90%chart

INFINEON TEC.12,800,91%chart

DT.T L.FANA .12,510,99%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

SALZGITTER A.26,744,57%chart

STEINHOFF IN.5,244,10%chart

HANNOVER RUE.99,273,39%chart

AIRBUS GROUP.56,112,87%chart

COVESTRO AG .35,442,27%chart

Flop 5

STADA ARZNEI.42,65-3,54%chart

ZALANDO SE I.26,78-2,18%chart

RTL GROUP S..78,50-1,11%chart

EVONIK INDUS.26,16-0,91%chart

STROEER SE &.49,26-0,34%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

HORNBACH HOL.59,354,35%chart

WACKER NEUSO.15,453,40%chart

SCHAEFFLER A.14,753,34%chart

WCM BETEIL.U.3,133,30%chart

SAF HOLLAND .11,042,70%chart

Flop 5

ADO PROPERTI.31,36-1,98%chart

DEUTZ AG INH.4,38-1,08%chart

STABILUS S.A.46,98-0,60%chart

HYPOPORT AG .84,55-0,57%chart

PATRIZIA IMM.24,18-0,53%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

MORPHOSYS AG.49,294,60%chart

SILTRONIC AG.15,944,10%chart

SMA SOLAR TE.48,932,00%chart

JENOPTIK AG .14,121,70%chart

SARTORIUS AG.238,801,57%chart

Flop 5

DRILLISCH AG.36,56-3,85%chart

NEMETSCHEK S.51,37-2,97%chart

SLM SOLUTION.24,50-2,22%chart

WIRECARD AG .40,43-1,41%chart

PFEIFFER VAC.86,93-1,09%chart

Mehr