14.03.2016, 06:48  von Ingrid Krawarik

Marktanalyse: Öl weckt wieder Begehrlichkeiten

Tankstelle in Buenos Aires: Darf die Ölwirtschaft auf einen baldigen Sonnenaufgang hoffen? / Bild: REUTERS/ENRIQUE MARCARIAN

Geht es nach den Future-Kontrakten, wird der Ölpreis in den kommenden Monaten zulegen. Wer an steigende Preise glaubt, kann unterschiedlich investieren.

Der Ölpreis hat heuer schon einiges mitgemacht. Bis Mitte Februar verbilligten sich die weltweit gehandelten Sorten WTI und Brent auf 26 bzw rund 28 US-$ je Barrel. Seit damals geht es aber sukzessive bergauf. Dieser Aufwärtstrend dürfte heuer weiter anhalten.

Hoffnung dafür gibt jetzt der Ende vergangene Woche publizierte Ölbericht der Internationalen Energie-Agentur. Darin wird von sinkender Produktion in den USA gesprochen, von Lieferausfällen in Nigeria und Kurdistan sowie von einem sinkenden Angebot der Nicht-Opec-Länder, die 750.000 Barrels pro Tag weniger fördern werden.

Die auf Bloomberg publizierenden Analysten rechnen 2017 mit einem Preis für WTI von 52,5 $, für Brent schätzen sie eine Verteuerung auf 46,30 $. Das derzeit noch billigere amerikanische WTI dürfte somit einen ordentlich Sprung nach vorn machen.

Liebling Royal Dutch Shell

Die Aussichten auf steigende Ölpreise dürften demnach auch die Aktien der Ölkonzerne beflügeln, die derzeit zu den interessantesten Anlagemöglichkeiten zählen. Zumindest für jene, die ein gewisses Risiko nicht scheuen. Punkto Kurs-Buchwert-Verhältnis, das im Median bei 0,63 liegt, ist die Branche extrem günstig. Die Dividendenrenditen sind zudem beachtlich: Royal Dutch Shell (7,8 Prozent), die spanische Repsol (8,3), BP (8,1), Eni (6,2), Total (5,8) und Statoil (5,6). Freilich, das sind geschätzte Werte. Die Frage der Nachhaltigkeit ist hier berechtigt, da etwa Repsol die Dividende bereits gekürzt hat – und sich damit ins gleiche Boot zur OMV, Eni oder auch ConocoPhilips setzt. Trotzdem gilt, erholt sich der Ölpreis, erholt sich auch das Upstream-Geschäft (Exploration und Produktion) der Konzerne, die Gewinne sollten sich stabilisieren. Der Liebling der Analysten ist Royal Dutch Shell, die Aktie hat auf Einjahressicht rund 22 Prozent verloren, konnte aber heuer bereits leicht zulegen. Ebenfalls gute Chancen werden der französischen Total gegeben, die mit minus acht Prozent weit weniger eingebüßt hat. Bester Wert im Stoxx 600 Index ist heuer zwar Tullow Oil. Der Chart des britischen Ölkonzerns sieht aber alles andere als gesund aus. 

Zertifikate auf Öl

Eine Möglichkeit, direkter in Öl zu investieren, ist der Weg über Zertifikate. Open-End-Produkte, wie etwa das der RCB (ISIN AT0000A1CHW3) oder jenes der BNP Paribas (ISIN NL0000202109) verkaufen monatlich die alten und kaufen gleichzeitig die neuen Future-Kontrakte auf die Ölsorte Brent. Dabei entstehen sogenannte Rollverluste – wenn der Preis des neuen Futures höher ist als der alte. Das Rollen hat keinen Einfluss auf den Preis des Zertifikats, da das Bezugsverhältnis reduziert wird. Außerdem fallen Währungsgewinne- oder -verluste an.

Grundsätzlich wird die Zukunft gehandelt, da der Future-Preis die zu erwartenden Lager- und Finanzierungskosten sowie das Marktrisiko widerspiegelt. Zu sehen ist das etwa am WTI-Future für Juni 2018, der mit 47,4 $ gepreist ist, Brent wird zum gleichen Zeitpunkt mit 48,91 $ verkauft. Das derzeitige Volumen der gehandelten WTI-Futures beträgt rund 63 Milliarden US-$, das von Brent etwa 91 Milliarden $ und macht Rohöl damit zum liquidesten und meistgehandelten Rohstoff der Welt.

 

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