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20.12.2012, 12:21
Wien. Wegen Verzögerungen beim Bau eines Einkaufszentrums in Moskau werde das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr das Ziel eines operativen Gewinns von 600 Millionen Euro verfehlen, sagte Firmenchef Eduard Zehetner am Donnerstag. An der Börse sackte die Immofinanz-Aktie daraufhin um bis zu vier Prozent ab.
Hauptgrund für die Rücknahme der Prognose ist die verspätete Eröffnung des Shoppingcenters Goodzone in Moskau. Dort habe die Immofinanz Schwierigkeiten mit dem für den Bau verantwortlichen Generalunternehmer, den die Firma nun ausgetauscht habe. Die ersten Mieteinnahmen aus dem Einkaufszentrum seien nicht mehr im laufenden Geschäftsjahr 2012/13 (bis Ende April) zu erwarten. "Diese Erträge gehen uns ab", sagte Zehetner.
Im ersten Halbjahr von Mai bis Ende Oktober schrumpfte das operative Ergebnis um 7,5 Prozent auf 250 Millionen Euro. Grund dafür waren unter anderem geringere Einnahmen aus dem Verkauf und der Entwicklung von Immobilien.
Zwei Drittel der Immofinanz-Liegenschaften bestehen aus Büros, Einkaufszentren und Logistikimmobilien in Österreich, Deutschland und Osteuropa. Die Wohnungs-Tochter Buwog macht das restliche Drittel des Geschäfts aus. Sie will Zehetner zunächst durch Zukäufe in Deutschland ausbauen und ab 2014 an die Börse bringen, wie der Manager am Mittwoch zu Reuters sagte.
Früheren Angaben zufolge hat die Immofinanz auch Interesse an den zum Verkauf stehenden 32.000 Wohnungen der BayernLB -Tochter GBW. "Über diesen Prozess kann ich nichts sagen, woraus sie schließen können, dass wir dabei sind", sagte Zehetner. Sollten die Österreicher dabei zum Zug kommen, wäre die Wohnungs-Tochter Buwog mit einem Schlag doppelt so groß. Die BayernLB muss die Wohnungen, die sich hauptsächlich in München und Nürnberg befinden, im Gegenzug für milliardenschwere Staatshilfen verkaufen.
Die Immofinanz habe jedoch auch alternative Zukäufe in Deutschland im Auge. "Es wird nicht sehr simpel sein, zu vernünftigen Preisen große Volumina zu erwerben. Das wird sich auch beim GBW-Prozess darstellen in Bayern", sagte Zehetner.
Deutsche Wohnungen sind derzeit bei Investoren sehr beliebt, weil sie angesichts der Eurokrise sichere Erträge versprechen. Entsprechend groß ist die Konkurrenz bei den zum Verkauf stehenden Paketen. An der GBW sind Kreisen zufolge auch die Augsburger Patrizia Immobilien, bayerische Kommunen sowie die österreichische Conwert interessiert - jeweils im Verbund mit einem Konsortium aus Versicherern und Pensionsfonds.
(Reuters)
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1 Kommentare
Gast: marcelus meint
verfasst am 09:55 20.12.2012