20.12.2012, 16:37

Bankenabgaben kosten RZB 168 Millionen

RZB-Chef Walter Rothensteiner / Bild: (c) WB/Guenther Peroutka

Finanztöchter. RZB-Chef Walter Rothensteiner will "Ungarn um jeden Preis halten" und strafft die Struktur des Konzerns, der UNIQA Börsegang derzeit nicht auf der Agenda.

Wien. Die Raiffeisen Zentralbank (RZB), Mutterkonzern der börsenotierten Raiffeisen Bank International (RBI), beziffert die Kosten für die Bankenabgaben im heurigen Jahr auf 168 Mio. Euro. Davon sind 114 Mio. Euro in Österreich fällig, 26 Mio. in Ungarn und 28 Mio. in der Slowakei. Für 2013 rechnet RZB-Chef Walter Rothensteiner mit Bankenabgaben in der Höhe von 200 Mio. Euro. "Auf Dauer kann man die Belastungen nicht wegstecken", betonte Rothensteiner am Donnerstag vor Journalisten. Die Abgabe in Österreich müsste so schnell wie möglich fallen, oder zumindest reduziert werden.

Aus Ungarn will sich Raiffeisen trotz der dortigen Turbulenzen nicht zurückziehen. "Wir versuchen Ungarn um jeden Preis zu halten", betonte Rothensteiner. Man versuche dort die Kosten und Verluste so weit wie möglich zu reduzieren. Seit 1987 ist Raiffeisen in Ungarn vor Ort. Derzeit hat die Bank dort 3.000 Mitarbeiter, in Boomzeiten waren es noch 4.000.

Profitabilität erhöhen

In Österreich will die RZB die Raiffeisen-Finanztöchter, unter anderem Raiffeisen Leasing und die sektoreigene Bausparkasse, näher an sich binden. Bis zum Sommer 2013 soll ein Konzept stehen, wie die Eigentümerstruktur der Beteiligungen "optimiert" und die Profitabilität erhöht werde, sagte Rothensteiner.
Künftig sollen die Beteiligungen mehrheitlich der RZB gehören, derzeit halten die Raiffeisen-Landesbanken die Mehrheit. "Es gibt weder Beschlüsse noch besondere Aktivitäten im Moment", wies der RZB-Chef konkrete Pläne zurück. Ob es zu einem Mitarbeiterabbau kommen werde, wollte er nicht kommentieren.

UNIQA „macht Freude"

Der für 2013/2014 geplante Börsegang der Raiffeisen-Versicherung UNIQA - das sogenannte "Re-IPO" - ist für Rothensteiner derzeit noch nicht auf der Agenda, weil die Situation auf den Aktienmärkten noch nicht optimal sei. "Derzeit tut sich noch nicht genug." Die Geschäftsentwicklung der UNIQA hingegen "macht Freude", betonte er.

Rothensteiner erklärte erneut, nicht an den Töchtern der notverstaatlichten Kärntner Hypo in Osteuropa und Italien interessiert zu sein. "Das ist kein Thema."

Die geplante Einführung strengerer Kapitalanforderungen für Banken (Basel III) erwartet der RZB-Chef mit Ende 2013. Er könne sich eine Etablierung während des Jahres nicht vorstellen, weil dies für das Banken-Rechnungswesen und die Bilanzerstellung eine Katastrophe wäre.

(APA)

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    1 Kommentare

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    freigeld meint

    Welche Bankenabgabe soll das in Österreich sein?
    Wenn damit die Zinsen für das (ohne Sicherheiten und ohne Mitspracherecht) "Auffanggeld" des Staates zur Abwendung der PLEITE der Bank gemeint ist, dann ist es wohl recht dreist sich darüber zu beklagen.

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    Die Hoffnung auf mehr billiges Geld von der EZB ließen in Wien die Kurse steigen. Vor allem die Banken profitierten von den Gerüchten.

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