07.01.2013, 13:49

Erste Group sieht 2013 als gutes Aktienjahr

Erste-Group-Chefanalyst Friedrich Mostböck / Bild: WB/PEROUTKA Guenther

Am Aktienmarkt sollte auf einen verhaltenen Start im Jänner noch im ersten Quartal ein kräftiger Aufwärtstrend folgen, heisst es bei der Erste Group.

Wien. Die Analysten der Erste Group sehen 2013 wieder als ein gutes Jahr für Aktien, allerdings dürfte der Anstieg geringer ausfallen als im "überraschend positiven" Aktienjahr 2012. Relativ optimistisch sind die Experten auch für Osteuropa: Nach dem Tiefpunkt des Abschwungs im ersten Quartal sollte es wieder aufwärtsgehen. Das durchschnittliche Wachstum wird über jenem der Eurozone erwartet. Am Aktienmarkt sollte auf einen verhaltenen Start im Jänner noch im ersten Quartal ein kräftiger Aufwärtstrend folgen. Eine stärkere Verschnaufpause wird in der Türkei erwartet, die vorhandene Liquidität dürfte nach Russland fließen.

   Auch im neuen Jahr bleibe die Staatsschuldenkrise in Europa und in den USA ein dominierendes Thema für die Finanzmärkte. Verunsicherungen von politischer Seite könnte aus dem Nahen Osten etwa der Syrien-Konflikt bringen. Es sei aber zu erwarten, dass die globalen Aktienmärkte heuer gut performen werden, sagte Erste-Group-Chefanalyst Friedrich Mostböck heute, Montag, in einer Pressekonferenz.

   In Summe sehe man eine verhalten positive Entwicklung auf der Aktienseite. Die Märkte seien nach wie vor volatil, die Schuldenkrise sei noch nicht gelöst, das Wachstum gering. Andererseits gebe angesichts des niedrigen Zinsniveaus wenig Veranlagungsmöglichkeiten, eine Investition in Aktien dränge sich daher auf. Der Wiener Börseindex ATX habe 2012 deutlich zweistellig zugelegt. Heuer rechnet Mostböck mit einem moderat zweistelligen Wachstum. Für die Aktienmärkte seien Zuwächse von 10 bis 15 Prozent zu erwarten.

   Die Region Mittel- und Osteuropa (CEE) habe nach wie vor Standortvorteile. So werde heuer jedes vierte in der EU erzeugte Auto aus CEE stammen. Für Kroatien werde sich der EU-Beitritt positiv auswirken. Mittel- und Osteuropa habe sich in der Krise besser entwickelt als die Eurozone. Mittel- und Osteuropa werde seine Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessern und Investitionen anziehen. Basis dafür seien unter anderem das Lohnniveau, steigende Produktivität, Steuersysteme und die vergleichsweise geringe Verschuldung.

   Für heuer wird für die acht CEE-Länder Kroatien, Tschechien, Ungarn, Polen, Rumänien, Serbien, Slowakei und Ukraine ein durchschnittliches Wachstum von 1,3 Prozent (2012: 0,6 Prozent) erwartet. Ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird dabei noch für Ungarn (minus 0,4 Prozent, nach minus 1,4 Prozent) und Tschechien (minus 0,1 Prozent, nach minus 1,0 Prozent) prognostiziert. In der Türkei wird für heuer mit einer Wachstumsrate von 4,0 (3,0) Prozent gerechnet. Zum Vergleich: Das österreichische BIP-Wachstum wird für 2013 mit 0,9 Prozent (nach 0,5 Prozent) erwartet, jenes der Eurozone mit 0,4 Prozent (nach minus 0,4 Prozent).

   Der Tiefpunkt sollte im ersten Quartal erreicht sein, ab dann sollte es zu einer sukzessiven Erholung kommen, so Henning Eßkuchen, Head of CEE Equity Research der Erste Group. In Polen könnte es zu einer Abschwächung der bisher konjunkturstützenden Binnennachfrage kommen. Treiber für die Märkte seien vor allem Bewertungen und auch Dividendenrenditen sei noch unterdurchschnittlich.

   Innerhalb der einzelnen Länder sei nach wie vor die Türkei der interessanteste Markt der Region. Es sei aber zu vermuten, dass es zu einer etwas stärkeren Verschnaufpause kommen werde und es zu vorübergehenden Umschichtungen in den russischen Markt kommen werde. Russland wird in der Aktienmarkt-Allokation daher klar mit "übergewichten" bewertet. Die Türkei mit "solide neutral".

   Mittelosteuropa (CEE) wird generell mit "solide neutral" eingestuft, Südosteuropa (SEE) "neutral bis übergewichten". Polen sehen die Experten der Erste Group in der Länderallokation mit "neutral bis untergewichten", Rumänien und Bulgarien mit "leicht übergewichten" und Österreich mit "neutral".

   Zum Thema Staatsanleihen sagte Mostböck, dass Polen, Tschechien und die Slowakei einen Funktion als "sicherer Hafen" hätten, unter anderem wegen der vergleichsweise geringeren Verschuldung.

(APA)

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

17:50

ATX geht mit deutlichem Plus ins Wochenende

15:43

Immofinanz baut für 155 Millionen Euro in Düsseldorf

15:12

Bonuszahlung für Abschuss von OMV-Chef Gerhard Roiss "völlig aus der Luft gegriffen"

Mehr auf wirtschaftsblatt.at

    Mehr aus dem Web

    WERBUNG

    Kommentare

    0 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    12:21

    UNIQA erhöht Dividende nach Gewinn-Plus – Heta-Bonds werden teils abgeschrieben

    Die börsenotierte UNIQA-Versicherung erhöht nach einem Gewinn-Anstieg im Vorjahr die Dividende um ein Fünftel auf 42 Cent je Aktie.

    12:19

    ATX baut Gewinne weiter aus

    Die Wiener Börse hat heute, Freitag, bis Mittag ihre Gewinne weiter ausgebaut. Der ATX wurde um 12.00 Uhr mit 2.529,43 Punkten errechnet, das ist ein Plus von 22,61 Punkten bzw. 0,90 Prozent.

    05.03.2015, 18:05

    Mario Draghis Geldschwemme spült auch den ATX wieder nach oben

    In einem geldtrunkenen europäischen Umfeld fand auch der ATX nach drei Verlusttagen wieder in die schwarzen Zahlen zurück.

    05.03.2015, 14:56

    Andritz stellt bei Steuererhöhung Standort Österreich in Frage

    Der Maschinen- und Anlagenbauer Andritz kann sich bei einer höheren Steuerbelastung für Unternehmen auch eine Abwanderung aus Österreich vorstellen.

    05.03.2015, 13:13

    America Movil greift bei A1 durch – Vorstandswechsel

    Der Aufsichtsrat der Telekom Austria hat heute, Donnerstag, Alejandro Plater (47) zum Chief Operating Officer (COO) ernannt. Im Gegenzug muss Vorstand Günther Ottendorfer mit sofortiger Wirkung gehen.

    Aktiensuche


    CA Immo Logo
    Immofinanz Group Logo

    Börsenkurse

    Borsenkurse

    Top 5

    RAIFFEISEN B.13,074,60%chart

    UNIQA INSURA.8,553,71%chart

    IMMOFINANZ AG2,783,69%chart

    ERSTE GROUP .24,043,24%chart

    RHI AG27,783,04%chart

    Flop 5

    BUWOG AG19,70-1,33%chart

    TELEKOM AUST.6,43-1,06%chart

    ZUMTOBEL GRO.23,72-0,79%chart

    CA IMMOBILIE.17,30-0,72%chart

    WIENERBERGER.14,86-0,17%chart

    Mehr
    Borsenkurse

    Top 5

    AT&S AUSTRIA.14,764,87%chart

    RAIFFEISEN B.13,074,60%chart

    PORR AG51,083,86%chart

    UNIQA INSURA.8,553,71%chart

    IMMOFINANZ AG2,783,69%chart

    Flop 5

    FACC AG8,16-1,69%chart

    BUWOG AG19,70-1,33%chart

    PALFINGER AG26,00-1,25%chart

    TELEKOM AUST.6,43-1,06%chart

    DO & CO AG72,32-0,84%chart

    Mehr
    Borsenkurse

    Top 5

    THYSSENKRUPP.24,653,38%chart

    LANXESS AG I.47,652,33%chart

    VOLKSWAGEN A.229,851,86%chart

    HEIDELBERGCE.71,831,79%chart

    LINDE AG INH.186,401,25%chart

    Flop 5

    RWE AG INHAB.24,30-2,62%chart

    E.ON SE NAME.14,00-2,03%chart

    SAP SE INHAB.63,47-0,19%chart

    MUENCHENER R.187,05-0,11%chart

    SIEMENS AG N.99,47-0,07%chart

    Mehr
    Borsenkurse

    Top 5

    E.I. DUPONT .78,05-0,34%chart

    BOEING COMPA.153,18-0,84%chart

    AMERICAN EXP.80,25-1,11%chart

    WAL-MART STO.82,62-1,14%chart

    UNITED TECHN.119,32-1,22%chart

    Flop 5

    PROCTER & GA.82,52-2,50%chart

    JOHNSON & JO.99,99-2,47%chart

    COCA-COLA CO.41,46-2,22%chart

    3M COMPANY164,18-2,02%chart

    MCDONALD'S C.97,11-2,02%chart

    Mehr

    Umfrage

    • Bulle oder Bär - wer gibt in der Woche von 16.3.2015 bis 20.3.2015 das Tempo vor? Wird der ATX ...
    • ... mehr als 2 Prozent zulegen?
    • ... zwischen 0,5 und 2 Prozent zulegen?
    • ... das Niveau halten? Also zwischen + 0,5 und - 0,5 Prozent zu liegen kommen.
    • ... zwischen 0,5 und 2 Prozent verlieren?
    • ... mehr als 2 Prozent verlieren?

    Weltwährungen

    USD
    Mehr